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Brexit verteuert Frankfurts Immobilienmarkt: Weiterer Preisanstieg zu befürchten

Wohnungsmarkt24 10. Februar 2018
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Bis zu 10.000 Banker werden in der nächsten Zeit aufgrund der Auflösung des Londoner Finanzstandortes in Frankfurt erwartet. Das wird nicht ohne Folgen für den Wohnungsmarkt der Metropole bleiben. Experten befürchten einen enormen Anstieg der Miet- und Kaufpreise auf dem Immobilienmarkt. Preise nicht mehr nur im vierstelligen Bereich pro Quadratmeter könnten dann keine Seltenheit mehr sein.

So teuer ist das Wohnen in Frankfurt bereits

Gerade der Markt für Eigentumswohnungen würde durch den erwarteten Zuzug in Frankfurt verschärft werden, erwarten Experten der Immobilienbranche. Allein im zweiten Halbjahr 2017 hat sich dessen Kaufpreis im Durchschnitt um 10,7 Prozent erhöht. Auch ein Reihenhaus kostete im Schnitt im vergangenen Jahr rund 550.000 Euro. Ein vergleichbares Objekt im südhessischen Mittel ist für 200.000 Euro weniger zu erstehen. Besonders teuer sind Neubauten, dessen Preise um 28 Prozent gestiegen sind. Tendenz steigend.




Teuer? Nicht für die englischen Finanzexperten. Diese Preisverhältnisse sind für die Londoner Finanzkollegen wahre Schnäppchen. Während Eigentumswohnungen in Frankfurt ab 4830 Euro pro Quadratmeter im Normal-Segment kosten (im Premium-Segment sogar 7500 Euro), muss in der englischen Hauptstadt mit bereits 12.000 Euro pro Quadratmeter für eine lediglich kleine Wohnung mit zwei Zimmern geplant werden. Die Londoner sind hohe Preise gewohnt und werden diese auf dem Frankfurt Markt zahlen.

Gestiegenes Interesse, Platzmangel und Preissteigerung

Bereits jetzt beobachten Immobilienmakler ein gestiegenes Interesse aus London. Die Metropole am Main hat dem nicht viel entgegenzusetzen: Hier herrschen ein zu geringes Neubauangebot und eine bereits hohe Nachfrage aufgrund des Bevölkerungswachstums. Rund 10.000 Wohnungen würde laut Experten jährlich benötigt – im Jahr 2016 seien jedoch nur 3670 Wohnungen neu gebaut worden.

Wohnungsmarkt in Frankfurt

Wohnungsmarkt in Frankfurt – Immobilienpriese werden steigen

Bereits jetzt gehört Frankfurt mit 2951 Einwohnern pro Quadratmeter zu den am dichtesten besiedelten Städten Deutschlands. Zwischen 2011 und 2016 ist die Anzahl der Einwohner um 9,4 Prozent gestiegen. Bauland ist knapp in der Metropole. Kommen die Bänker nach dem Brexit hinzu, werden die Preise auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt am Main weiter steigen.

Ein Einfamilienhaus für die Zukunft? Nicht in Frankfurt!

Eine Familie gibt die Suche nach einem Einfamilienhaus in Frankfurt schnell auf. Denn oft können sie sich das gar nicht mehr leisten. 700.000 bis 800.000 sind übliche Preise. Zudem kommen kaum noch neue Häuser auf den Markt. Nur wenige Neubauten wurden in den vergangenen fünf Jahren in Frankfurt verkauft. Der Bau wird nicht mehr priorisiert. In Neubaugebieten werden Flächen für den Geschosswohnbau vermehrt freigegeben, informieren Stadtverwaltungsmitarbeiter. Mit Mehrfamilienhäusern entstehen einfach mehr Wohnungen auf einem Grundstück, so der simple Grund.




Doch es gibt auch Ausnahmen. Grundstücke für Eigenheime gibt es noch auf dem Riedberg, in Nieder-Eschbach oder in Nieder-Erlenbach. In Hartheim entstehen derzeit 32 Reihenhäuser, die rund 500.000 Euro nach der Fertigstellung kosten werden. Das gerade ins Leben gerufene Baukindergeld von 1200 Euro pro Jahr und Kind könnte Familien zukünftig helfen. Doch angesichts der Preise in Frankfurt mag dies auch nur eine geringe Unterstützung sein.

Zusammenfassung

Am Main wird es eng. Experten befürchten, der Zuzug von 10.000 Bänkern aufgrund des Brexit aus London wird den Immobilienmarkt in Frankfurt weiter verteuern. Denn für die englischen Kollegen sind die deutschen Preise immer noch günstig.

Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch S-F
Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Bildagentur Zoonar GmbH