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Die Preise für Studentenwohnungen und WGs werden auch in Zukunft weiter steigen

Wohnungsmarkt24 18. April 2018
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Die Warteliste für Plätze in den Studentenwohnheimen sind lang, die WG-Zimmer und Ein-Zimmer-Apartments sind teuer: Das Wohnungsdrama für Studenten, das schon seit einigen Jahren immer schlimmer wird, setzt sich auch 2018 und 2019 weiter fort.

Preiswerte Zimmer für Studenten sind in Hamburg rar

Ein Paradebeispiel für die schwierige Wohnsituation der Studenten ist Hamburg. Das Studierendenwerk Hamburg informiert nicht ohne Grund auf seiner Website, dass es nicht so einfach sei, rechtzeitig zu Semesterbeginn ein passendes und preiswertes Zimmer in der Hansestadt zu finden. Dementsprechend sollten sich Studierende, die eine akademische Laufbahn planen, so früh wie möglich um eine geeignete Mietwohnung in Hamburg kümmern. Die Universität hat 4220 Wohnungen in 24 verschiedenen Anlagen zu bieten. Die Monatsmieten variieren zwischen 250 Euro für möblierte Zimmer in der Standardausführung und 355 Euro für moderne Neubauten. Das sind wahre Schnäppchenpreise im Vergleich zu den Mietpreisen, die für WG-Zimmer in der Hansestadt üblich sind. Letztere beginnen erst bei 380 Euro. Studenten, die Wert auf eine gehobene Ausstattung legen, müssen mit Mietpreisen von bis zu 500 Euro rechnen. Dies fand die Marktforschungsgesellschaft Empirica heraus, die auf Wohnimmobilien spezialisiert ist.



Viele Studenten müssen ein teureres Ein-Zimmer-Apartment oder WG-Zimmer mieten

Viele Erstsemester-Studenten in Hamburg haben keine andere Wahl, als sich ein teureres WG-Zimmer oder Ein-Zimmer-Apartment zu mieten. Der Grund: Die Warteliste der Personen, die sich um einen Platz im Studentenwohnheim beworben haben, ist sehr lang. Im Moment stehen 735 Studenten auf der Liste. Vor dem Wintersemester 2017/2018 waren es noch einmal 400 Bewerber mehr. Es ist nicht abzusehen, ob ein Bewerber einen der begehrten Wohnheimplätze erhält, bevor ihm das Geld für das Hostel oder die Jugendherberge ausgeht. Viele Erstsemester-Studenten bewerben sich schon für den Wohnheimplatz, bevor sie die Zusage für den Studienplatz haben. Dementsprechend gibt es auch immer wieder Bewerber, die noch abspringen.

In vielen anderen Universitätsstädten in Deutschland ist die Situation ähnlich

Dabei ist Hamburg nur ein Beispiel, denn die Situation ist in vielen anderen deutschen Universitätsstädten ähnlich. Egal, ob es sich um Ein-Zimmer-Apartments oder WG-Zimmer handelt, die Situation wird sich in der nächsten Zeit nicht verbessern. Im Bereich der Ein-Zimmer-Wohnungen, die durch günstige Mieten gekennzeichnet sind, fehlen in den 77 Großstädten Deutschlands einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge ungefähr 1,4 Millionen Einheiten.



Die Mieten für Studentenwohnungen werden 2018 und 2019 wahrscheinlich noch teurer

Michael Voigtländer ist Immobilienexperte beim Wirtschaftsforschungsinstitut IW Köln. Er geht davon aus, dass Studenten im aktuellen und kommenden Jahr für die Mieten noch einmal tiefer in die Tasche greifen müssen. Nach amtlichen Zahlen studierten in Deutschland im Wintersemester 2017/2018 etwa 2,9 Millionen Menschen. Die Daten für das kommende Sommersemester sind noch nicht bekannt. Allerdings ist die Zahl der Studienanfänger im Sommersemester üblicherweise geringer als im Wintersemester.

Erst ab 2020 ist Entspannung in Sicht

Voigtländers Ansicht nach werden die Studentenzahlen erst ab 2020 langsam zurückgehen, sodass sich der Wohnungsmarkt für Studenten ein wenig entspannen kann. Allerdings bleibt die Konkurrenz um Ein-Zimmer-Wohnungen in Großstädten weiterhin groß. Sie sind nämlich nicht nur für Studenten interessant, sondern auch für:

  • Junge Auszubildende
  • Temporär in der Stadt beschäftigte Fachkräfte
  • Senioren
  • Singles

Nichtsdestotrotz könnte sich der Markt für Ein-Zimmer-Wohnungen ab 2020 beruhigen, was nicht nur den niedrigeren Studentenzahlen zu verdanken sein wird. Eine Hochrechnung von Voigtländer hat ergeben, dass die Anzahl der jungen Erwachsenen in Deutschland, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sind, ab dem übernächsten Jahr bis 2025 von etwa 6,3 Millionen auf 5,8 Millionen zurückgehen wird.



Zusammenfassung

Die Warteliste für ein günstiges Zimmer im Studentenwohnheim ist in vielen deutschen Universitätsstädten sehr lang, während die Alternative – ein WG-Zimmer oder ein Ein-Zimmer-Apartment – sehr teuer ist. Daran wird sich auch in den nächsten zwei Jahren nichts ändern.

Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Phovoir