Fristlose Kündigung einer Mietwohnung

Wer eine Wohnung mieten will, sollte sich diese vor der Unterzeichnung des Mietvertrags genau anschauen. Denn allzu oft zeigen sich bereits bei der Besichtigung kleinere oder größere Mängel, mitunter sogar erste Stellen, die von Schimmel befallen sind. Doch was tun, wenn Schimmel die Wohnung befällt, in der man bereits wohnt?

Diese Frage musste kürzlich das Landgericht Berlin beantworten. Unter dem Aktenzeichen 65 S 345/07 beschäftigte sich das Gericht mit einem Fall, bei dem eine Mietwohnung von Schimmel betroffen war. Aufgrund des extremen Befalls erkrankten die Mieterin und ihre Tochter an einer Lungenentzündung. Diese war so gefährlich, dass die Mutter im Krankenhaus reanimiert werden musste und drei Tage im Koma lag. Die Tochter war ebenfalls ernsthaft erkrankt.

Die Mieterin kündigte das Mietverhältnis fristlos. Der Vermieter wehrte sich gegen die fristlose Kündigung und verwies auf die Pflicht des Mieters, die Mängel anzuzeigen und eine angemessene Frist zu setzen, binnen derer der Vermieter die Mängel beseitigen müsse. Da dies nicht geschehen sei, wollte der Vermieter die Kündigung nicht akzeptieren.

Das Landgericht Berlin stellte sich jedoch auf die Seite der Mieterin. Bei einem solchen Zustand der Wohnung sei eine Mietminderung um 100 Prozent, sowie eine fristlose Kündigung durchaus gerechtfertigt. Zumal ein Gutachten ergeben hatte, dass die Erkrankungen auf den Schimmelpilzbefall zurückzuführen seien. Das Gericht gab an, dass es unzumutbar sei, ein solches Mietverhältnis weiter fortzusetzen.

Author: Intoh Marketing

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