Gesund wohnen. Darauf ist beim Kauf sowie bei Umbau und Sanierung zu achten

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Abbildung 1: Wer die große Aufgabe zu stemmen hat, das Eigenheim zu renovieren, der hat nun die Chance, auf gesundheitsfördernde Details zu achten.

Natürlich ist es das Nonplusultra, wenn eben genau das Haus im Anzeigenmarkt gefunden wird, das zu einem großen Prozentsatz dem entspricht, was man sich gewünscht hat. Das spart Zeit und Kosten für langwierige Aus- und Umbaumaßnahmen. Allerdings muss auch klar gesagt werden: Wenn die Raumaufteilung nicht passt, ist das fatal, denn diese kann meist nicht ohne weiteres geändert werden (außer man setzt auf die Verkleinerung der Räume via Trockenbau). Kleinere Kniffe sind indes oft leichter umzusetzen. Welche Optionen es beispielsweise gibt, um dem Wohnhaus einen gesunden Touch mit mehr Wohnqualität einzuhauchen, soll Thema dieses Beitrags sein.

Verkannte Gesundheitsoption: Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung

Häufig verkannt wir die gesundheitsfördernde Wirkung von Sauerstoff. Wer genügend Sauerstoff hat, ist leistungsfähiger und auch gesünder. Das dieser Sauerstoff-Kick nicht ausschließlich über ein offenes Fenster ermöglicht werden kann, zeigt das häufig falsche Lüftungsverhalten der Menschen. Um dieses zu verbessern hat das Umweltbundesamt die folgenden Informationen über das „richtige Lüften“ zusammengestellt:




Abbildung 2: Nur selten werden bei einem Mammutbau wie diesem offene Fenster gesehen. Der Grund ist: Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sind hier normal. Mittlerweile ziehen sie jedoch auch in Privathäuser ein.
Abbildung 2: Nur selten werden bei einem Mammutbau wie diesem offene Fenster gesehen. Der Grund ist: Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sind hier normal. Mittlerweile ziehen sie jedoch auch in Privathäuser ein.

Schlafräume

Idealerweise sind die Fenster in Schlafräumen nachts gekippt oder gar ganz geöffnet. Das sorgt für den wichtigen, gesunden Luftaustausch. Die Alternative ist eine regelmäßige intensive Stoßlüftung.

Wohnräume

Wenn sich bereits Wassertropfen am Fenster bilden, ist es höchste Zeit für eine Stoßlüftung. Aber auch sonst sollten Wohnräume regelmäßig via Stoßlüftung von der verbrauchten Luft gereinigt werden. Je mehr Feuchtigkeitsquellen sich im Raum befinden, desto häufiger sollte gelüftet werden.

Küche und Bad

Gerade in diesen beiden Räumen wird von Natur aus mehr Feuchtigkeit anfallen, als in Zimmern ohne Wasseranschluss. Deswegen muss hier umso häufiger gelüftet werden, um zu verhindern, dass sich die feuchte Luft an den Wänden niederschlägt. Direkt nach dem Kochen, Baden oder Duschen sollte intensiv gelüftet werden.

Keller

Keller haben ein ganz spezielles Problem: kalte Außenwände. Und eben diese bieten einen optimalen Nährboden für Schimmelpilz. Als Grundregel gilt hier: Im Sommer sollte morgens gelüftet werden (bevor es allzu heiß oder schwül wird), im Winter regelmäßig über den Tag verteilt.





Was hier so einleuchtend klingt, ist in der Praxis häufig mit viel Rennerei verbunden, die entweder nicht möglich ist, weil die Hauseigentümer tagsüber außer Haus sind oder die Hausfrau mit Haushalt, Kind und dergleichen ohnehin schon viel zu tun hat. Und eben genau vor diesem Hintergrund werden Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung immer beliebter. Diese bieten viele Vorteile:

  • Der Einbau ist unkompliziert und einfach und kann sowohl beim Neubau als auch bei Sanierungsmaßnahmen initiiert werden.

  • Es wird eine angenehme Wohnatmosphäre kreiert – ohne Feuchtigkeit, dafür mit viel frischer Luft. Schimmelbildung wird nachhaltig unterbunden.

  • Der Energieverbrauch sinkt allein schon dadurch, dass das Lüften via Fenster nicht mehr nötig ist. Im Wärmespeicher wird die Wärme der Abluft gehalten; die Zuluft wird angereichert. So bleibt die Wärme unterm Strich erhalten – und der Heizkörper oder das Thermostat können niedriger eingestellt werden.

  • Wer als Allergiker mit Pollenflug und Staub zu kämpfen hat, kann durch spezielle Filter eben diese Niesanfälle auslösenden Schadstoffe filtern.

Gesund zu wohnen heißt, ein waches Auge auf die Schadstoffbilanz zu haben

Das Umweltinstitut München e.V. hat zu diesem Thema eine Informationsschrift veröffentlicht, die wichtige Hinweise zu unterschiedlichen Baustoffen bereithält. Unter anderem werden darin diese Hinweise zum schadstoffarmen Renovieren aufgegriffen:

  • Abbeizer. Grundsätzlich gilt: Wer Abbeizer vermeiden kann, der sollte dies tun, denn gesundheitlich bedenklich sind diese Stoffe alle. Lösemittelfreie Varianten sind das kleinere Übel, allerdings versprüht auch hier die giftige Lauge einen wahrlich ätzenden Charme. Wer kann, sollte die abzubeizende Unterlage besser mechanisch abziehen.

  • Holzschutzmittel. Im Wohn- und Innenbereich haben Holzschutzmittel grundsätzlich nichts zu suchen. Wer diese nutzen möchte, um im Außenbereich zu arbeiten, sollte auf die RAL-Kennzeichnung 411 achten.

  • Holzwerkstoffe. Wer beim Einsatz von Spanplatten das Risiko einer Formaldehyd-Variante ausschließen möchte, hat zwei Optionen: Produkte mit dem Blauen Engel haben eine besonders geringe Formaldehyd-Belastung. Alternativ lässt sich auch Gipskarton für denselben Zweck einsetzen.

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    Abbildung 3: Achtung: Giftig! Auch wenn eine bunte Wandbemalung noch so schön aussieht, so sind in fast allen Farben gefährliche Lösemittel enthalten.

    Lacke und Farben. Wer sich ein kunterbuntes Zuhause wünscht und vor diesem Hintergrund Wand- und Dispersionsfarbe kauft, sollte zweierlei beachten: Die Lösemittel, die sich darin befinden, und die Tatsache, dass während des Streichens gut gelüftet werden sollte. Kalk- oder Silikat-Anstriche werden besonders empfohlen.

  • Laminat und Parkett. Auch bei diesem Bodenbelag achten gesundheitsbewusste Häuslebauer auf eines dieser Gütesiegel: natureplus oder das Gütesiegel für Holzfußböden vom ECO-Umweltinstitut. Wer die Wahl hat, sollte auf offenporiges Parket setzen. Das sorgt nicht nur für ein angenehm natürliches Raumklima, sondern ist auch langlebiger, weil Parkett im Gegensatz zu Laminat abgeschliffen und neu versiegelt werden kann.

  • Teppichboden und Bodenbefestigung. Keinen Kleber einzusetzen, ist immer die beste Wahl beim Bodenverlegen. Wenn doch, sollte auf das Kennzeichen EMI-CODE EC 1 geachtet werden. Sich für einen Teppichboden zu entschieden, ist zwar selten geworden, aber doch grundsätzlich keine schlechte Idee. Teppiche aus Naturhaar haben sogar eine abschreckende Wirkung auf Käfer und Motten.

Welche ökologischen Baustoffe sich zum Neubau eines Hauses eignen, verrät dieser Beitrag.

Abbildung 1: pixabay.com © elbym (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © AJEL (CC0 Public Domain)

Abbildung 3: pixabay.com © Unsplash (CC0 Public Domain)