Immobiliengutachter – die oft unterschätzten Fachleute

Es gibt viele Gelegenheiten, bei denen man die Unterstützung durch Immobiliengutachter in Anspruch nehmen kann und sollte. Das beginnt bereits beim Kauf eines Hauses. Der Laie ist meistens nicht in der Lage, an winzigen Hinweisen Baumängel erkennen zu können. Oft sind hohe Kosten bei der Sanierung die Folge. Deshalb ist es immer wichtig, einen Bausachverständigen zur Besichtigung mitzunehmen. Das gilt vor allem dann, wenn man sich ältere Gebäude kaufen möchte. Hier gibt es im Kaufvertrag nämlich häufig die Klausel „gekauft wie steht und liegt“, die bewirkt, dass man schlechte Chancen für eventuelle Regressansprüche gegen den Verkäufer hat.

Auch bei der Regulierung von Ansprüchen aus Schadensfällen für die Gebäudeversicherung ist der Immobiliengutachter ein unverzichtbarer Helfer. Er kann genau abschätzen, welche Kosten für die Wiederherstellung eines Gebäudes nach einem Brand oder einem Wasserschaden anfallen. Er ist derjenige, der beurteilen kann, ob sich eine Sanierung überhaupt lohnt oder man nicht aus wirtschaftlichen Gründen die Variante Abriss und Neubau wählen sollte. Das gilt auch dann, wenn ein Gebäude beispielsweise durch Schädlingsbefall teilweise oder gänzlich nicht genutzt werden kann.

Der Immobiliengutachter wird auch dann benötigt, wenn man einen Hauskauf finanzieren lassen möchte. Ist noch kein aktuelles Wertgutachten für die zu finanzierende Immobilie vorhanden, fordert es die Kreditbank ein, um den Beleihungswert zu ermitteln. Dieser wird für die Festlegung der maximalen Kreditsumme benötigt und hat im Verhältnis zum Anteil der Finanzierung auch Auswirkungen auf die Höhe der Zinsen, die man für den Hauskredit bezahlen muss. Dabei bedient sich der Immobiliengutachter der Statistiken, die bei den Gutachterausschüssen über die tatsächlich erfolgten Immobilienverkäufe und die dabei erzielten Verkaufspreise geführt werden.

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