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Kaufpreise in Hamburg weiter gestiegen: Wo ist Eigentum noch bezahlbar?

Wohnungsmarkt24 28. Mai 2018
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Im zweiten Halbjahr von 2017 sind die Preise für Wohnimmobilien in Hamburg im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 12,2 Prozent nach oben geklettert. Zu dieser Erkenntnis kam eine aktuelle Studie der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG in Kooperation mit dem Hamburger Forschungsinstitut F+B. Der LBS-Vorstandsvorsitzende Jens Grelle sieht die Ursache dafür in der enormen Nachfrage: Wenn eine hohe Nachfrage auf ein knappes Angebot treffe, sei es logisch, dass die Preise weiter steigen. Die hohe Nachfrage wiederum ist seiner Meinung nach mehreren Faktoren zu verdanken:

  1. Den aktuell sehr niedrigen Zinsen
  2. Dem Wunsch der Hamburger, etwas für ihre Altersvorsorge
  3. Dem Gedanken, endlich von der Mietpreisentwicklung unabhängig zu sein
  4. Dem Wunsch, die eigenen vier Wände entsprechend der individuellen Vorstellungen gestalten zu können





Um den LBS-Immobilienmarktatlas 2018 zu erstellen, wurden im zweiten Halbjahr 2017 rund 14.350 Immobilienangebote in Hamburg und im Hamburger Umland ausgewertet. Darunter waren 12.073 Angebote für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Eigentumswohnungen aus dem Bestand. Der Atlas zeigt auch die Preisentwicklung in den letzten fünf Jahren für die jeweiligen Regionen.

Am stärksten stiegen die Preise für neue Häuser im Umland an

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Kaufpreise für neu gebaute Häuser im Umland mit 12,2 Prozent am stärksten angestiegen sind. Sie betragen jetzt 2596 Euro pro Quadratmeter. Auch in Hamburg stiegen die Kaufpreise für neue Häuser um 9,9 Prozent auf nun 3926 Euro pro Quadratmeter. Bei neuen Eigentumswohnungen in Hamburg war im Vergleich dazu nur eine relativ geringe Preissteigerung zu verzeichnen: Die Preise kletterten in Hamburg um 2,5 Prozent auf 5097 Euro und im Hamburger Umland um 8,7 Prozent auf 3176 Euro nach oben.

Immobilien in Hamburg kaufen

Wohnimmobilien in Hamburg im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 12,2 Prozent nach oben geklettert

Ältere Häuser sind im Vergleich zu Neubauten kaum günstiger

Interessant ist, dass Käufer für bereits bestehende Häuser kaum weniger zahlen mussten als für Neubauten. Die Preise in Hamburg lagen pro Quadratmeter bei 3868 Euro. Die Steigerung betrug also 9,9 Prozent. In der Stadt gibt es kein Haus mehr, das für weniger als 2500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu haben ist.

Erhebliche Preisunterschiede gab es hingegen im Umland. Ein Haus in Lauenburg etwa war schon für 1480 Euro pro Quadratmeter zu bekommen, während man im Rellingen 3307 Euro zahlen musste. Die Preise für Bestandshäuser stiegen im Umland durchschnittlich um 8,9 Prozent.




Deutlich preiswerter als neue Eigentumswohnungen waren allerdings Bestandwohnungen. Dafür legte man in Hamburg im Schnitt 4304 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch. Die Preissteigerung lag bei 8,5 Prozent. Im Umland nahmen die Preise im Schnitt um 6,7 Prozent zu und lagen bei 2105 Euro.

Eigentumswohnungen im Umland erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit

Eigentumswohnungen im Hamburger Umland werden offenbar immer beliebter. Diesen Eindruck erweckt zumindest das Angebot: Im Zeitraum der Studie wurden erstmals mehr Neubau-Angebote für Eigentumswohnungen (insgesamt 646) als für Eigenheime (nur 380) festgestellt. Die eigentlich eher städtische Wohnform wird laut Jens Grelle vor allem in den größeren Orten des Umlands angeboten, wie etwa in:

Er erklärt sich diese Entwicklung damit, dass Käufer im Umland für ihr Geld mehr Wohnfläche erhalten als in Hamburg selbst.

Trotzdem bleibt Hamburg als Wohnort attraktiv

Obwohl die Preissteigerungen teilweise erheblich sind, ist Hamburg Grelles Auffassung nach weiterhin ein attraktiver Wohnort. Wegen der niedrigen Zinsen und der positiven Einkommensentwicklung werden die Preise seiner Meinung nach auch in Zukunft weiter steigen. Er empfiehlt Interessenten, die sich eine Immobilie kaufen wollen, genau zu prüfen, wo und wie sich die eigenen Wohnträume in die Realität umsetzen lassen. Zudem sollte eine Finanzierung möglichst über die komplette Laufzeit erfolgen, um das Risiko, das mit einem steigenden Zinsniveau einhergeht, auszuschließen.

Allerdings sollte bei der Finanzierung berücksichtigt werden, dass die Zinsen für Baugeld wieder nach oben klettern. Eine längere Zinsbindung von 15 Jahren ist um 29 Prozent teurer geworden. Die Zinsen für eine zehnjährige Finanzierung lagen im Oktober 2016 noch bei 1,03 Prozent und sind mittlerweile auf 1,50 Prozent gestiegen. Das mag zuerst wenig aussehen, aber ein Kredit über 350.000 Euro wird bei zwei Prozent Tilgung über die komplette Laufzeit dadurch um 17.000 Euro teurer.



fassung

Die Preise für Wohnimmobilien sind in Hamburg und im Hamburger Umland in der zweiten Hälfte 2017 weiter nach oben geklettert. Trotz der steigenden Preise bleibt Hamburg als Wohnort für viele Menschen weiter attraktiv.

Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch canadastock
Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Gerckens-Photo-Hamburg