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Hausbau Häuser

Kritik am geplanten Baukindergeld: Verbände befürchten eine Verteuerung beim Hausbau

Wohnungsmarkt24 22. Februar 2018
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Anfang Februar hat sich die Große Koalition auf ein Maßnahmenpaket geeinigt, die den angespannten Wohnungsmarkt entlasten soll. Ein Bestandteil davon ist das geplante Baukindergeld für junge Familien. Doch Experten kritisieren diese Pläne nun vehement. Diese Förderung würde nur eins bewirken: eine Verteuerung des Bauens.

Nur auf Kosten aufgeschlagen: Mieterverbände sind gegen das Baukindergeld

Es würde gegen den Wohnungsmangel nicht helfen, argumentieren der Deutsche Mieterbund und „Haus & Grund“ gemeinsam in einer Erklärung am Dienstag. Stattdessen würden die Bauunternehmen die Preise entsprechend erhöhen. Das Baukindergeld würde somit nur dafür sorgen, dass sich das Bauen von Wohneigentum verteuert. „Das wird eins zu eins auf diese Kosten aufgeschlagen“, konstatiert Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Mieterbundes, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Experten ziehen eine Parallele zur Eigenheimzulage, die von 1995 bis 2005 ähnlich konzipiert war und ein mahnendes Beispiel sein sollte.



Nachgerechnet: 3,68 Milliarden Euro in zehn Jahren

Förderung Baukindergeld

Förderung für mehr als 300.000 Kinder könnten beantragt werden

Die Große Koalition plant, junge Familien mit 1.200 Euro pro Jahr und Kind zu unterstützen, um den Bau von Häusern und Wohnungen zu erleichtern. Diese Hilfe soll Haushalten mit einem zu versteuernden Einkommen bis 75.000 Euro zuzüglich 15.000 Euro je Kind zugutekommen. Rund 1, 7 Milliarden Euro soll das Vorhaben insgesamt in der laufenden Wahlperiode laut den Politikern kosten.

Ökonomen haben ausgerechnet, dass diese Förderung für mehr als 300.000 Kinder beantragt werden könne. Das würden 3,68 Milliarden Euro Mehrkosten für den Bund in den kommenden zehn Jahren bedeuten.

Auch der Chef der fünf Wirtschaftsweisen Christoph M. Schmidt sieht darin lediglich die Gefahr der Baukostenverteuerung. Die erheblichen Mitnahmeeffekte und Steigerungen der Immobilienpreise seien schon bei der Eigenheimzulage zu beobachten gewesen, die schließlich nicht umsonst wieder abgeschafft wurde.

Falscher Weg: Opposition spricht von Symbolpolitik

Ebenso glaubt die Opposition, dass dieses geplante Baukindergeld der falsche Weg sei. Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE Caren Lay schließt sich der Meinung der Mietexperten an. Die Kritik sei vollkommen berechtigt und das Baukindergeld reine Symbolpolitik. „Mit 1.200 Euro Förderung pro Jahr lassen sich weder rapide steigende Grundstückspreise kompensieren, noch ändert es etwas an der Tatsache, dass es den meisten Mittelschichtfamilien angesichts der Mietenexplosion kaum möglich ist, Geld für den Eigenheimbau anzusparen“, so Lay.




Auch ihrer Meinung nach sei das geplante Baukindergeld ein reines Subventionsprogramm für die Bauwirtschaft. Notwendig seien hingegen mehr bezahlbare Wohnungen. Auch Haus und Grund bemängelt, dass es effektivere Mittel gäbe, um Familien in die eigenen vier Wände zu bringen. Eine Senkung der Grunderwerbssteuer sei dies beispielsweise. Grundstücke in Ballungszentren sollten zudem nicht an private Investoren verkauft werden, sondern stattdessen besser per Erbpacht vergeben und an die Kommunen veräußert werden. Dies könnte eher zu weiteremnbezahlbaren Wohnraum führen, glaubt der Mieterbund. „Wir haben ein quantitatives Problem: Uns fehlen Wohnungen, insbesondere preiswerte“, so Ropertz.

Zusammenfassung

Das geplante Baukindergeld der Großen Koalition gerät immer mehr in die Kritik. Der Deutsche Mieterbund und der Eigentümerverband „Haus und Grund“ befürchten in einer gemeinsamen Erklärung durch diese Förderung eine Verteuerung im Bau. Statt solch einer Subvention brauche Deutschland effektiv mehr bezahlbaren Wohnraum.

Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Volker Rauch
Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Syda Productions