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Immobilienmarkt News

Scheitert ein wichtiges Ziel der GroKo für den Wohnungsmarkt schon 2018?

Wohnungsmarkt24 17. März 2018
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Die Große Koalition (GroKo) hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2021 mindestens 1,5 Millionen neue Wohnungen zu bauen, um den Wohnungsmangel in den Großstädten zu bekämpfen. Allerdings droht dieses wichtige Ziel schon in diesem Jahr zu scheitern. Denn: Die Ziele, die sich die Regierung für Neubauten im Jahr 2018 gesetzt hat, werden wahrscheinlich nicht erreicht.

GroKo setzt sich ehrgeiziges Ziel zur Bekämpfung des Wohnungsmangels

Das Ziel der GroKo, bis zum Jahr 2021 insgesamt 1,5 Millionen neue Wohnungen zu bauen, wurde von Experten von vornherein als sehr ehrgeizig eingeschätzt. Fest steht, dass es insbesondere in den Großstädten im Moment an bezahlbarem Wohnraum fehlt. Die ersten Ansätze, dieses Problem zu lösen – wie etwa die Mietpreisbremse – zeigten bisher wenig Wirkung. Dazu kommt noch, dass es nach wie vor viele Menschen gibt, die es von den ländlichen Regionen in die Großstädte zieht, weil sie dort bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz haben. Dadurch wird die Wohnungsknappheit in den großen deutschen Städten weiter verschärft.



In vielen Großstädten wohnen nur noch Gutverdiener – Es mangelt an kultureller Vielfalt

Vor allem Familien und Personen, die über ein geringes Einkommen verfügen, sind von dem Problem betroffen. Sie sind auf günstigere Wohnungen angewiesen. Da sie sich die wegen der Wohnungsknappheit sehr hohen Mieten nicht leisten können, wohnen in vielen Wohngebieten in den deutschen Innenstädten nur noch Menschen, die gut verdienen. Dementsprechend mangelt es in den Großstädten Deutschlands auch zunehmend an kultureller Vielfalt.

Der Bedarf an Sozialwohnungen ist enorm

Vor allem im sozialen Wohnungsbau ist das Fehlen von Wohnungen deutlich zu spüren. In diese Kategorie fallen theoretisch alle potentiellen Mieter, die aufgrund mangelnder finanzieller Mittel am freien Wohnungsmarkt keine faire Chance auf eine angemessene Wohnung haben. In manchen Metropolen in Deutschland liegt der Anteil der Menschen, die laut Theorie einen Anspruch auf eine Wohneinheit haben, die vom Staat subventioniert wird, bei bis zu 50 Prozent. Allerdings können in der Realität nur sechs Prozent tatsächlich dem sozialen Wohnungsbau zugerechnet werden. Dementsprechend ist gerade der Bedarf an neuen Sozialwohnungen enorm. Aus diesem Grund fordern Fachleute, dass jede fünfte neu gebaute Wohnung eine Sozialmietwohnung sein sollte und richten sich mit dieser Forderung gezielt an den Bund.



GroKo plant Bauvorhaben bis 2021

Diesen Forderungen will die GroKo mit ihrem Bauvorhaben von 1,5 Millionen neuen Wohneinheiten bis 2021 nachkommen und damit viele weitere Probleme des deutschen Wohnungsmarktes gezielt bekämpfen. Allerdings scheint dieses ehrgeizige Ziel schon in diesem Jahr zu scheitern, denn die Zahlen, die sich die Regierung für Neubauten im Jahr 2018 gesetzt hat, können laut den Prognosen vom Verbändebündnis Wohnungsbau in Berlin nicht erreicht werden. Der Plan sah bis 2018 nämlich 275.000 Neubauten vor, es werden jedoch etwa zehn Prozent der erforderlichen Baugenehmigungen nicht erteilt. Aus einem Bericht der „Immobilienzeitung“ geht hervor, dass das Bauvorhaben daher deutlich um zehn Prozent gesenkt werde.

Die wichtigsten Gründe für das Scheitern des Bauvorhabens

Doch warum kann das Bauvorhaben nicht wie geplant umgesetzt werden? Dafür gibt es mehrere Gründe, die den Bau von Sozialwohnungen erschweren, wie etwa:

  • Steigende Grundstückskosten
  • Hohe Baulandpreise
  • Strenge Regeln für die Einsparung von Energie
  • Viele weitere Regularien und Vorschriften

Laut einer aktuellen Studie des Pestel-Instituts aus Hannover in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Wohnen in Kiel sind die Preise für Bauland zwischen 1995 und 2018 um etwa 170 Prozent in die Höhe geklettert. Auch die strengen Richtlinien und Vorschriften, die dabei helfen sollen, Neubauten auf lange Sicht ökonomischer zu gestalten, treiben die Kosten und den Aufwand für einen Neubau erheblich nach oben. Aus diesen Gründen verschärft sich die Lage am deutschen Wohnungsmarkt, die ohnehin schon sehr angespannt ist, weiterhin drastisch. Damit das Bauen bezahlbar bleibt, fordern Experten, die Baustandards regelmäßig zu überprüfen.



Zusammenfassung

Die Große Koalition hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2021 insgesamt 1,5 Millionen Wohnungen neu zu bauen, um dem enormen Wohnungsmangel in deutschen Großstädten entgegenzuwirken und gezielt bezahlbare Wohnungen für Personen und Familien mit einem geringen Einkommen zu schaffen. Allerdings scheint dieser Plan schon in diesem Jahr zu scheitern, weil das Ziel, das sich die GroKo für 2018 gesetzt hat – nämlich 275.000 Neubauten in den Großstädten zu realisieren – aktuellen Prognosen zufolge nicht erreicht werden kann, denn es fehlen rund 10 Prozent der Baugenehmigungen.

Fotoquelle: www.fotolia.de - Urheber: HeGraDe