Wohnungsübergabeprotokoll

Streitigkeiten am Ende eines Mietverhältnisses, in welchem Mieter und Vermieter sind mit gegenseitigen Forderungen konfrontiert sehen, gehören leider zum Alltag in Deutschland. Die Ursache hierfür liegt einerseits im fahrlässigen Verhalten von Mietern, die eine Übergabe der ihnen anvertrauten Mietsache nicht ordnungsgemäß und in ihrem eigenen Interesse dokumentieren – andererseits aber auch auf Seiten der Vermieter, die mit eben einer solchen Fahrlässigkeit entsprechende Kontrollgänge oder Blicke ins Details auslassen, sodass am Ende über einen Schaden gestritten wird, den keiner auch nur rekonstruieren kann.

Das Wohnungsübergabeprotokoll hilft dabei, die berechtigten Interessen beider Parteien beim Auszug aus der Mietsache zu wahren.

Sinn und rechtliche Natur

Der Zweck des Wohnungsübergabeprotokolls liegt naturgemäß darin, Ansprüche abzuwehren beziehungsweise durchzusetzen, etwa wenn vor dem Einzug noch Schönheitskorrekturen vom Vermieter durchgeführt werden müssen und zugesichert wurden. Die Ursache, weshalb trotz dieser Tatsache immer noch so viele Mietstreitigkeiten vor Gerichten enden, liegt schlichtweg darin begründet, dass es keinen gesetzlichen Anspruch darauf gibt. Hier ist es lediglich so, dass Mieterverbände die Nutzung ihrer jeweiligen Vorlagen empfehlen.

Rechtlich gesehen handelt es sich immer um ein zweischneidiges Schwert, denn in den wenigsten Fällen wurden entsprechende Belege von Schäden sachgerecht dokumentiert und dem Vermieter oder Mieter kommuniziert. In jedem Fall sollte aber der Vermieter ein Interesse daran haben, denn Versicherungen als Hauseigentümer in Eigenschaft als Vermieter leisten nach weitläufiger Rechtsmeinung regelmäßig nur dann, wenn nachweisbar ein Mieter für etwaige Schäden verantwortlich zeichnet. Um das Risiko von übersehenen Schäden einzudämmen, sollten deshalb auch Besichtigungen und Wohnungsübergaben ausschließlich bei Tageslicht und möglichst in Begleitung eines Dritten durchgeführt werden.

Etwas „in der Hand“ haben

Inhaltlich strukturiert sich das Wohnungsübergabeprotokoll dermaßen, dass zunächst die Daten von Mieter wie Vermieter aufgenommen werden, die Eckdaten der Wohnung (auch und vor allem die Wohnungsgröße, gegebenenfalls wichtig bei späteren Mietminderungen) benannt werden und offensichtliche Mängel notiert werden. Mittels einer Tageszeitung oder ähnlichem können Sie akut entdeckte Schäden glaubhaft dokumentieren.

Des Weiteren werden Zählerstände notiert, die Anzahl der Schlüssel belegt und Vereinbarungen zur Mietkaution getroffen. Wichtig für Sie als Mieter ist vor allem, dass und wenn ja, welche Schönheitsreparaturen vereinbart wurden und wer diese bis zu welchem Zeitpunkt zu erledigen hat.