Zukunftsorientiertes Bauen: Das Passivhaus

Die Energiepreise steigen in schwindelerregende Höhen. Für 2017 ist zu erwarten, dass die Preise für Gas, Öl und Kohle rund um ein Viertel teurer werden. Diesen Ausgaben können Sie entgegensteuern, wenn Sie sich beim Hausbau für ein sogenanntes Passivhaus entscheiden. Durch den Bau eines Passivhauses können Sie von den steigenden Rohstoffpreisen unabhängig werden. Ganz gleich, in welchem Land, in welchem Ort oder in welcher Region Sie leben.

Was ist unter dem Begriff Passivhaus zu verstehen?

Bei einem Passivhaus handelt es sich nicht um einen Markennamen, sondern um einen Gebäudestandard und um ein Baukonzept, das von jedermann genutzt werden kann. Ein Passivhaus ist mehr als nur ein Energiesparhaus. Das Gebäude ist Energie effizient, wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich. So benötigt ein Passivhaus beispielsweise 90 % weniger Heizwärme als ein Haus, das in den siebziger Jahren gebaut wurde. Gegenüber einem Neubau beträgt die Energieeinsparung beachtliche 75 %. Mit rund 1,5 Liter Heizölverbrauch pro Quadratmeter ist das Passivhaus sogar sparsamer als ein sogenanntes Niedrigenergiehaus.



Wie gelingt die hohe Energieeinsparung in einem Passivhaus?

Das Passivhaus nutzt nicht nur Energiequellen wie beispielsweise Öl und Gas, sondern ebenso die einfallende Sonnenwärme und die Körperwärme der Hausbewohner. Zudem sind die Dach- und Bodenplatten, die Außenwände und die Fenster in einem Passivhaus hervorragend gedämmt. Auf diese Weise wird die Wärme schützend im Haus und die Kälte draußen gehalten. Die Wärme wird optimal genutzt, sodass Sie bei kalten Temperaturen kaum nachheizen müssen. Eine für das Passivhaus konstruierte Lüftungsanlage sorgt für frische Luft und die Wärme der Abluft wird durch eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung wieder verfügbar gemacht.

Warum es sinnvoll ist, jetzt in ein Passivhaus zu investieren:

Schon ab dem Jahr 2020 wird in sämtlichen EU Mitgliedstaaten das „Nahe-Null-Energiehaus“ als Standard und vorgeschrieben sein. Das bedeutet, dass sämtliche Neubauten keine nicht regenerativen Energien mehr verbrauchen dürfen. Wenn Sie jetzt schon in ein Passivhaus investieren, erfüllen Sie jetzt schon zukünftige Standards und bauen zukunftsorientiert. Sie sparen bares Geld und beteiligen sich aktiv am Umweltschutz, weshalb Sie vom Staat finanziell gefördert werden. Beispielsweise können Sie ein zinsvergünstigtes Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Anspruch nehmen. Darüber hinaus werden in vielen Bundesländern regionale Förderprogramme für Passivhäuser angeboten. Sie sparen also nicht nur Geld beim künftigen Energieverbrauch, sondern ebenfalls schon beim Hausbau.

In einem Passivhaus leben Sie komfortabel

In einem Passivhaus sind die Fenster größer als in einem herkömmlichen Haus. So fällt mehr Tageslicht ins Haus, was für eine freundliche und warme Atmosphäre im Inneren sorgt. Der angenehme Nebeneffekt: Sie benötigen weniger Lichtquellen im Haus, die stromabhängig sind. Auch die Wände strahlen Behaglichkeit aus, weil die Wandinnentemperaturen höher als in einem herkömmlichen Haus sind. Aufgrund der integrierten Lüftungsanlage bleibt das Haus zugfrei, was besonders für Menschen eine Wohltat ist, die gegen Zugluft sehr empfindlich sind. Die Haustechnik steuert sich nahezu von alleine, weshalb nur eine minimale manuelle Regelung notwendig ist.




Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • Sie benötigen keine konventionelle Heizung
  • Ein Passivhaus kommt mit minimalem Energiebedarf aus
  • Die Wand- und Bodenflächen sind behaglich warm
  • Ein Passivhaus bietet Ihnen einen hohen Wohnkomfort
  • Die Haustechnik ist im Vergleich zu herkömmlichen Heizanlagen zuverlässig
  • Durch ökologische Bautechnik schützen Sie die Umwelt
Darauf sollten Sie beim Bau eines Passivhauses achten:

Entscheiden Sie sich für einen erfahrenen Planer, der sein Handwerk versteht und über Referenzen verfügt. Neben dem Begriff „Passivhausstandard“ sollten ebenfalls konkrete Verbrauchswerte im Bauvertrag garantiert werden, damit Sie auch Gewissheit haben, dass Sie nach Bauende wirklich ein Passivhaus besitzen. Der Preis sollte nicht hier Hauptkriterium für den Bau eines Passivhauses sein, denn durch die ökologische Bautechnik sparen Sie späterhin Jahr für Jahr bares Geld und leisten einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz.

 

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