LOADING

Type to search

Mietrecht News

Mietrecht: Diese Änderungen treten für Mieter, Eigentümer und Makler ab 1.1.2020 in Kraft

Redaktion 31. Dezember 2019
Beitrag teilen:

Das neue Jahr kommt mit großen Schritten. Und mit ihm kommen neue Regelungen im Mietrecht für Immobilienbesitzer und Makler. So gibt es ab dem 1. Januar 2020 Änderungen beim Mietspiegel, dem Wohngeld, dem Strompreis und vieles mehr. Folgendes erwartet die Verbraucher im neuen Jahr.




In Mietspiegel fließen künftig sechs statt vier Jahre ein

Der Betrachtungszeitraum für den Mietspiegel wird ab 1. Januar 2020 von vier auf sechs Jahre angehoben. Dem entsprechenden Gesetz haben Bundesrat und Bundestag kurz vor Weihnachten zugestimmt. Dies soll den Anstieg bei bestehenden und künftigen Mieten dämpfen. Bisher flossen in den Betrachtungszeitraum der ortsüblichen Vergleichsmieten und damit den Mietspiegel deutscher Städte und Gemeinden lediglich die vorausgegangenen vier Jahre ein. Mit der Verlängerung auf sechs Jahre sollen die Auswirkungen von kurzfristigen Schwankungen auf dem Mietmarkt verringer werden.

Auch die Mietpreisbremse ist für neu abgeschlossene Mietverträge gekoppelt. Diese sollte ursprünglich 2019 auslaufen, wurde jedoch von der Bundesregierung verlängert. Die neue Miete darf in den Gebieten mit Mietpreisbremse bei neu abgeschlossenen Verträgen maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. In Berlin soll zudem im Jahr 2020 der umstrittene Mietendeckel starten. Das neue Gesetz zum Einfrieren der Mieten für die nächsten fünf Jahre soll im März 2020 in Kraft treten.

Für Rentner und Familien: Wohngeld steigt

Auch die Wohngeldreform tritt pünktlich mit dem neuen Jahr in Kraft. Demnach steigt für rund 660.000 Haushalte der Anspruch dieser Unterstützung von maximal 145 Euro auf 190 Euro pro Person und Monat. Zudem werden erstmals 180.000 weitere Haushalte hinzukommen, die Anspruch auf Wohngeld haben. Vor allem Familien und Rentner sollen von der neuen Regelung profitieren.

Jetzt lesen :  Mieterschutzverein protestiert: In Frankfurt herrscht Wohnungsmangel

Wohngeld ist ein Mietzuschuss oder Lastenzuschuss für Immobilieneigentümer, der auf Antrag ausgezahlt wird. Die Höhe richtet sich nach Haushaltsgröße, Einkommen und Höhe von Miete und Belastung. Der Zuschuss wird für zwölf Monate bewilligt.

Durch EEG-Umlage: Strom wird teurer

Im neuen Jahr wird im Rahmen des Klimaschutzes der Strompreis steigen. Grund ist die Umlage zur Förderung von Ökostrom (kurz EEG-Umlage), die sich ab dem 1. Januar 2020 um 5,5 Prozent erhöht. Im neuen Jahr beträgt die Umlage 6,756 Cent pro Kilowattstunde. Bisher lag sie bei 6.405 Cent.

Die EEG-Umlage macht rund ein Viertel des Strompreises aus. Experten des Strommarktes rechnen durch ihren Anstieg mit höheren Strompreisen von durchschnittlich 64 Euro.




Heizungsaustausch und Dämmung werden belohnt

Ab dem 1. Januar 2020 werden auch Eigenheimbesitzer gefördert, die dieses energetisch sanieren lassen. Eigentümer sollen 20 Prozent der Sanierungskosten auf drei Jahre verteilt steuerlich geltend machen können. Jedoch hat der Bundesrat dem Gesetz noch nicht zugestimmt.

Das Vorhaben zielt auf Einzelmaßnahmen wie beispielsweise dem Einbau einer klimafreundlichen Heizung, Dämmung oder moderner Fenster. Für Komplettsanierungen sind weiterhin die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gedacht. Das neue Vorhaben sieht eine Förderung bis zum 31. Dezember 2029 vor.

Reformierungen und Co: Weitere Vorhaben für 2020

Beim Kauf einer Immobilie soll künftig die Maklerprovision geteilt werden. Bisher gibt es unterschiedliche Regelungen in den verschiedenen Bundesländern. Der Käufer soll ab Herbst 2020 nur noch maximal die Hälfte der Provision bezahlen, auch wenn er den Makler bestellt hat. Weitere Vorhaben für 2020 sind unter anderem die Reformierung des Wohnungseigentumsgesetzes und ein Gesetz gegen Wuchermieten. Bei Ersterem soll ermöglicht werden, dass Wohneigentumsanlagen leichter saniert werden können – das Augenmerk liegt hier vor allem auf die Förderung der Elektromobilität (Ladesteckdosen für Wohneigentümer) und Barrierefreiheit.

Jetzt lesen :  Immobilienverband meldet steigende Mieten und Wohnungspreise in Deutschland

Das Gesetz gegen Wuchermieten wird der Bundesregierung im kommenden Jahr vorgelegt. Es soll Mietern erleichtern, sich gegen überhöhte Mieten wehren zu können. Auch die Grundsteuerreform kommt. Darauf haben sich Bundestag und Bundesrat geeignet. Die Berechnung muss neu bewertet werden – und zwar bis spätestens 31.12.2024. Ob die Bundesländer schon 2020 eine Einigung erzielen, ist jedoch offen.

Zusammenfassung

Das neue Jahr bringt zahlreiche Neuerungen: Ab dem 1.1.2020 steigt das Wohngeld, verlängert sich der Betrachtungszeitraum für einen Mietspiegel, die EEG-Umlage verteuert den Strom und Heizungsaustausch sowie Dämmungen werden belohnt. Weitere Vorhaben für das neue Jahr betreffen die Maklerprovision, das Wohnungseigentumsgesetz, die Grundsteuer und ein Gesetzesvorhaben gegen Wuchermieten.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch 88studio
Beitrag teilen: