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Vorsicht Vermieter: Airbnb-Einkünfte müssen versteuert werden!

Redaktion 9. März 2021
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Das Unternehmen „Airbnb“ hat deutschlandweit und auch im Ausland eine sehr große Beliebtheit erworben, weil es Vermietungen auf einfache Weise ermöglicht: nach Aussagen der Konzernchefs entsteht durch ihren Einsatz eine ganz neue, zeitgemäße Art des Immobiliengeschäfts. Privatleute können auf Airbnb für kurze Zeit – oft nur für Tage – ihren eigenen Wohnraum zur Verfügung stellen, und Durchreisende finden so schnell eine preiswerte Unterkunft, auch in Metropolen.

Da das Unternehmen zudem sehr einfache Bedienungsoberflächen für Anbieter und Konsumenten hat, und dadurch das Geschäft simplifiziert, gibt es immer mehr Kunden. Das legale Problem ist nur: viele Privatleute, die über Airbnb erstmals ihre eigenen vier Wände vermieten, kennen sich im Steuerrecht nicht aus. Manche glauben sogar, die Einkünfte aus Vermietung – auch wenn sie nur geringfügig sind – dürften dem Finanzamt unbekannt bleiben.

Das ist ein Irrtum, denn das deutsche Einkommenssteuergesetz ist eindeutig: jede Einkunft aus der Vermietung von Immobilien muss offen beim Finanzamt gemeldet werden. Ein aufsehenerregender Fall aus Hamburg, wo die Steuerfahndung mehrere Vermieter mit dem Verdacht auf Steuerhinterziehung aufgedeckt hat, zeigt den Ernst der Lage.



Der Rechtsfall: Die Steuerfahndung Hamburg deckte Vermieter auf

Die Zeitschrift „Handelsblatt“ hat berichtet, dass die Steuerfahndung Hamburg die Daten zahlreicher Vermieter an die Ermittlungsbehörden übermittelt hat, die die Steuer hinterzogen haben. Diese Eigentümer haben ihre Wohnungen kurzfristig über Airbnb vermietet und scheinbar vergessen, möglicherweise aber auch gezielt unterlassen, den Behörden Mitteilung zu machen. Den säumigen Steuersündern droht jetzt eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung und möglicherweise auch eine hohe Geldstrafe.

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Die rechtliche Situation sieht so aus, dass Einkünfte, die durch Vermietung an Airbnb erzielt werden, in der jährlichen Steuererklärung angegeben werden müssen. Was so einfach klingt und recht plausibel ist, will so mancher Vermieter nicht wahrhaben und rechtfertigt das Unterlassen transparenter Steuererklärungen mit der Kurzfristigkeit von Vermietungen.

Dieses Scheinargument ist aber nicht haltbar, denn das Mietrecht ist ganz eindeutig: die Mietdauer spielt keine Rolle, ob Monate oder nur einen Tag – sobald Mieteinkünfte erzielt werden, müssen diese bei der steuerlichen Abrechnung bekannt gemacht werden. Nach dem Einkommenssteuergesetz (EstG) § 21 sind alle Einkünfte, die aus Vermietung oder Verpachtung von Immobilien erzielt werden, steuerpflichtig.

Einen kleinen Spielraum gibt es dennoch: liegen die Einkünfte jährlich unter der sogenannten „Bagatellgrenze“ von 520 Euro, müssen sie nicht besteuert werden. In einem solchen Fall dürfen die Vermieter dann aber konsequenterweise die eventuellen Kosten einer Vermietung (Werbung, Reinigung der Räume, Nebenkosten) ebenfalls nicht steuerlich geltend machen.




Die Rechtslage: Vermietung nur mit transparenter Steuererklärung

Wer Steuern hinterzieht, kann mit einer Geldstrafe und im Extremfall sogar mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Säumige Vermieter, die über Airbnb vermietet und die so entstandenen Mieteinnahmen nicht deklariert haben, können auch zur Selbstanzeige greifen. Allerdings mildert die Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung eventuell nur das Strafmaß, lässt den Beanzeigenden aber nicht ungestraft.

Ein weiteres Problem entsteht, wenn nicht der Eigentümer als Vermieter der Wohnung auftritt, sondern der Mieter untervermietet. Es kann zu einer fristlosen Kündigung führen, unabhängig von der Deklarierung der Mieten gegenüber dem Finanzamt, denn es ist in fast jedem Fall eine Vertragsverletzung.

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Selbst, wenn im Mietvertrag die Untervermietung erlaubt ist, ist eine kurzfristige, wechselnde Vermietung wie über Airbnb eine andere Sachlage, gegen die berechtigte Interessen des Eigentümers und der Hausgemeinschaft stehen könnten. Wer also naiv auf das schnelle Geld mit der spontanen Vermietung hofft, sollte gründlich nachdenken – und auf der rechtlich sicheren Seite bleiben.

Zusammenfassung

Immer mehr Vermieter in Deutschland haben das beliebte Immobilien-Portal „Airbnb“ für sich entdeckt und wollen ihre Wohnung kurzfristig vermieten. Die Steuerfahndung Hamburg hat nun in einem spektakulären Untersuchungsdesign zahlreiche Fälle von Steuerhinterziehung aufgedeckt – die schuldigen Vermieter, die ihre Extra-Einkünfte trügerisch am Finanzamt vorbeinavigieren wollten, müssen eine hohe Strafe zahlen. Es soll ein abschreckendes Beispiel für alle Vermieter sein, die ihre Nebeneinkünfte  nicht transparent deklarieren möchten.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch RujStudio
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