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Mietzahlungen nicht mehr möglich? Aktuelle Hilfen und Ideen für Mieter in Zeiten der Corona-Krise

Redaktion 20. März 2020
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Aufträge brechen für Selbstständige und kleine Firmen weg, Unternehmen schicken Arbeitnehmer nach Hause – Kurzarbeit und Stillstand ist für viele Mieter aktuell. Da wächst die Sorge, wie lange die Miete für die Wohnung noch gezahlt werden kann. Forderungen werden laut, aber auch erste Hilfsangebote werden angeboten, dass niemand seine Wohnung verlieren soll!




Bundesjustizministerium: Stärkerer Schutz für Mieter in Prüfung

Das Bundesjustizministerium hat über soziale Dienste angekündigt, dass ein stärkerer Schutz für Mieter in finanzieller Not geprüft werden soll. Dem war eine Forderung des Deutschen Mieterbund (DMB) vorausgegangen, dass Wohnungskündigungen ausgesetzt werden sollten. Genaue Maßnahmen wurden jedoch noch nicht genannt.

Nach aktuellem Recht könnten Vermieter nach zwei ausbleibenden Monatsmieten den Vertrag kündigen. Vor allem Selbstständige und kleine Unternehmer könnte dies in Schwierigkeiten bringen, da ihre Auftragslage bis zu 100 Prozent eingebrochen ist. Aber auch Angestellte könnten in Schwierigkeiten bei der Mietzahlung geraten.

„Freiberufler, Kleingewerbetreibende, Künstler und Menschen, die von Kurzarbeit oder Arbeitsplatzverlust betroffen sind, müssen befürchten, durch die Corona-Krise ihre Wohnung zu verlieren“, argumentiert der DMB. Daher sollten Kündigungen für die Krisenzeit rückwirkend ausgeschlossen werden. Auch die Pflicht zu Mietzahlung müsse gestundet werden, Zwangsräumungen sofort gestoppt.

Zudem fordert der Mieterbund gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) einen „Sicher-Wohnen-Fond“ von der Bundesregierung. Dies sei notwendig „damit niemand seine Wohnung wegen Zahlungsproblemen, die durch die Corona-Krise entstanden sind, verliert“ sagen die Präsidenten der Verbände, Lukas Siebenkotten (DMB) und Axel Gedaschko (GdW) gemeinsam. Es sei eine Zeit der gemeinsamen Verantwortung.

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Individuelle Hilfe von Wohnungsvermietern angekündigt

Zudem kündigen erste Wohnungskonzerne individuellen Maßnahmen an. Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen Vonovia will Mieter entlasten, wenn sie sich frühzeitig melden. Vorstandschef Rolf Buch erklärte, dass so Sorgen um die Miete für die Wohnung genommen werden sollen. Lösungen könnten individuell abgesprochen werden. Gleichzeitig bat Buch um Geduld, denn aktuell sei es wichtiger, die Dienstleistungen für die Mieter sicherzustellen.

Ausbleibende Mietzahlungen dürfen auch Vermieter nicht belasten

Der SPD-Wohnungspolitiker und Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup betrachtet auch die Seite der Vermieter, die durch ausbleibende Zahlungen im Probleme geraten könnten. „Wir brauchen Auffanglösungen, ein abgestimmtes System aus Darlehen, haftungsfreien Nachrangdarlehen und Zuschüssen“,sagte Mindrup gegenüber der Welt. Denn es dürfe nicht dazu führen, dass ein Zahlungsproblem vom Mieter an den Vermieter weitergegeben würde. Auch Vermieter brauchen Einnahmen.

Nach Aussage von Axel Gedaschko arbeitet der GdW Bundesverband bereits an finanziellen Auffanglösungen. Im GdW sind Gesellschaften mit mehr als sechs Millionen Wohnungen organisiert.

Ratschläge für Mieter in Notsituationen

Angst vorm Wohnungsverlust wegen ausbleibender Einkünfte? Sowohl der GdW als auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immobilienverbände (BID) rät allen Mietern im Zweifel den Vermieter so früh wie möglich zu kontaktieren. Bei drohenden Einkommensverlusten könnte nur so auch frühzeitig nach Lösungen gesucht werden.

Zudem weist der Eigentümerverband Haus & Grund auf das staatliche Wohngeld hin, dass ebenfalls eine Hilfe für in Not geratene Mieter sein könnte. Die Bundesregierung sollte im Bundeshaushalt dafür ausreichend Mittel bereitstellen, fordert Verbandspräsident Kai Warnecke.

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Die Lage über mögliche staatliche Hilfe ändert sich derzeit fast stündlich: Notfallfonds für Unternehmen, Selbstständige und Co sind aktuell Themen von Landesregierungen und dem Bund. Mieter sollten sich hier auf dem laufenden Stand halten – weitere Hilfe scheint zu kommen, nur in welcher Form, das ist noch nicht sicher!

Zusammenfassung

Die Maßnahmen rund um die Corona-Krise lässt zahlreiche Mieter fürchten, ihre Mietzahlungen nicht mehr leisten zu können. Die Wohnungsbranche und der Bund bieten nun erste Hilfen und Angebote, damit niemand seine Wohnung verliere.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Elle Aon
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