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Immobilienmarkt News

Das Zuhause vom Discounter: ALDI und LIDL bieten Wohnungen an

Redaktion 30. Juli 2019
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Der Verbraucher ist so einiges von großen Discountern wie ALDI und LIDL gewohnt: nicht nur gibt es Lebensmittel zum Kauf, sondern auch Blumen, Computer, Urlaubsreisen und neuerdings sogar – Wohnungen.




ALDI reagiert auf die Wohnraumnot in Berlin

In Großstädten wie Frankfurt, Hamburg, München und Berlin ist die Wohnraumnot in Deutschland besonders hoch. Viele Menschen suchen lange nach einer bezahlbaren Wohnung und müssen trotz ihres Engagements bei der Suche oft weite Wege, unkomfortable Immobilien und überteuerte Mieten in Kauf nehmen. Besonders prekär ist die Situation in Berlin, wo Fehlplanungen in den Vorjahren zu einem Minus beim sozialen Wohnungsbau geführt haben, der sich jetzt zusätzlich negativ auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt auswirkt.

Manch ein Verbraucher wird bei dieser Diskrepanz von Nachfrage und verfügbaren Wohnungen enttäuscht sagen, dass er sich mehr als den sprichwörtlichen „Koffer in Berlin“ tatsächlich nicht leisten kann. Doch der Wohnraumnot soll bald Abhilfe geschaffen werden, und da die rote-rote Politik und städtischer Wohnungsbau in der deutschen Hauptstadt sehr schwerfällig reagieren, treten private Unternehmer auf den Plan.

Der Lebensmittelriese ALDI hat bereits im Jahr 2018 angekündigt, der Discounter wolle günstigen Wohnraum in der deutschen Hauptstadt schaffen, indem er selbst als Investor und Bauträger auftrete. Das Konzept sähe so aus: im Erdgeschoß einer Immobilie sei der ALDI-Markt, in den darüber liegenden Etagen seien Wohnungen. Der Quadratmeterpreis solle sich hierbei bei einem Drittel der Wohnungen – durchaus mieterfreundlich – an den in Berlin üblichen 6,50 EUR pro Quadratmeter für Sozialwohnungen orientieren, bei den restlichen beiden Dritteln an den üblichen Preisen bis zwölf Euro pro Quadratmeter.

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In über 30 neuen ALDI-Nord-Filialen solle systematisch oberhalb der Verkaufsfläche im Erdgeschoss aufgestockt und dadurch wertvoller neuer Wohnraum geschaffen werden, konkret über 2000 Wohnungen. Durch solche neuartigen gemischten Immobilien, also Immobilien mit zugleich privater und gewerblicher Nutzung für Bürger und Marktbetreiber, solle der Wohnraumnot in Berlin effektiv begegnet werden, sagt ein Sprecher von ALDI.




Was LIDL an Wohnideen zu bieten hat

Das Konzept „unten einkaufen, oben wohnen“, das ALDI sich ausgedacht hat, soll auch beim Konkurrenten LIDL gelten. Auch LIDL möchte ins Immobiliengeschäft einsteigen und der Wohnungsnot mit eigenen Baumaßnahmen begegnen, um einerseits sein Spektrum zu erweitern und zusätzliche Einnahmen zu generieren und auch ganz nebenbei etwas Gutes zu tun, das der Infrastruktur der Städte dient. In Berlin und Stuttgart gibt es bereits bezugsfertige LIDL-Wohnungen. Allerdings hat der Rivale aus der Discount-Branche noch weit ambitioniertere Pläne als sein Gegner: LIDL will nicht nur ein oder zwei zusätzliche Stockwerke über den Verkaufsfilialen bauen, sondern ganze Wohngebiete schaffen, die neue moderne urbane Wohn- und Nutzflächen bieten.

In Zukunft könnte man also ein LIDL-Wohnviertel erwarten. Somit will auch der zweite große Discount-Gigant in Deutschland ins Immobiliengeschäft einsteigen und die Situation auf dem Wohnungsmarkt verändern. Wie gefragt diese Initiativen von privaten Investoren und Bauträgern wie LIDL und ALDI tatsächlich sind, zeigt die durchweg positive Aufnahme der Initiativen durch Medien, städtische und kommunale Politik und Bevölkerung. Nicht nur in Berlin, sondern auch in München – einem anderen städteplanerischen Sorgenkind in Deutschland – sollen die LIDL-Wohnungen Schule machen.

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Zusammenfassung

Bei den deutschen Discountern ALDI und LIDL soll es in naher Zukunft neben Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs auch Immobilien zur Miete geben. Das Konzept, im Erdgeschoss die Discounter-Filiale und in weiteren, oberen Stockwerken Wohnungen zu gestalten, soll sich schon bald durchsetzen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Grand Warszawski
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