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Augen auf bei der Wohnungssuche: Kautionsbetrug kommt immer häufiger vor

Wohnungsmarkt24 17. März 2018

Kriminelle nutzen den angespannten Wohnungsmarkt immer häufiger, um verzweifelte Wohnungssuchende über den Tisch zu ziehen. Gerade die Kautionsabzocke kommt in letzter Zeit vermehrt vor.

In ganz Deutschland nutzen Betrüger den angespannten Wohnungsmarkt aus

Erst kürzlich gab es wieder einen Fall von Kautionsbetrug in Gießen: Ein 22-Jähriger war auf der Suche nach einer neuen Bleibe und stieß auf eine Anzeige für eine tolle Wohnung in der Stadtmitte für nur fünf Euro pro Quadratmeter. Der Vermieter sagte dem Interessenten, die Wohnung sei noch frei. Da der 22-Jährige dringend eine neue Mietwohnung brauchte, sagte er ohne zu überlegen zu und ließ sich auf die ungewohnten Forderungen des Vermieters ein: Er sollte die Kaution und die erste Miete schon überweisen, ohne die Räume jeweils besichtigt zu haben. Nur die Fotos und den Grundriss hatte er im Internet gesehen. Wenig später zog der Mann nicht in seine eigene Wohnung ein, sondern saß im Büro vom Gießener Mieterverein, weil der vermeintliche Vermieter ein Betrüger war und es die Wohnung gar nicht gab.



Erst Barzahlung, dann Besichtigung

Dieses Vorgehen ist alles andere als unüblich. Betrüger nutzen die Masche schon lange, um Wohnungssuchende zu ködern. Gegen die Bezahlung der ersten Monatsmiete und der Mietkaution wird den Mietern ein Vertrag für eine preiswerte Wohnung in optimaler Innenstadtlage versprochen. Sobald der Betrag bezahlt ist, taucht der angebliche Vermieter unter. Der Mieter sieht weder sein Geld wieder, noch erhält er einen neuen Mietvertrag. Der Mieterverein warnt immer wieder vor dieser Masche. Wer Opfer eines solchen Betrugs wurde, sollte sich direkt an die Staatsanwaltschaft wenden, da es sich um eine strafrechtliche Angelegenheit handelt. Leider bekommen die betrogenen Mieter aber in den seltensten Fällen ihr Geld zurück.

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Wegen der Wohnungsnot werden Menschen immer unvorsichtiger

Gerade in Metropolen wie

  • Frankfurt,
  • München,
  • Hamburg und
  • Berlin
Wohnungsbesichtigungen vereinbaren

Vor Betrug schützen! Wohnungsbesichtigungen vereinbaren.

sind extrem lange Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen trotz der hohen Mieten nicht selten. Durch die Not der Wohnungssuchenden haben Kautionsbetrüger gute Chancen.

Aber auch in kleineren Städten wie eben Gießen scheint es verzweifelte Wohnungssuchende zu geben, die in die Fallen der Betrüger tappen. Preisgünstige und kleine Wohnungen sind in kleineren Städten ebenfalls oft sehr knapp und dementsprechend begehrt.




Das führt dazu, dass Mieter bei der Aussicht auf ein vermeintliches Schnäppchen unvorsichtig werden. Der 22-Jährige ist in Gießen dabei nicht das einzige Opfer. Auch eine junge Frau ereilte kürzlich das gleiche Schicksal, wie die Polizei mitteilte. In beiden Fällen ermittelt nun die Gießener Polizei. Aber auch in vielen anderen kleinen und großen Städten Deutschlands ermittelt die Polizei zunehmend häufig in solchen Delikten.

In ganz Deutschland nehmen dubiose Mietinserate zu

Dabei haben die Betrüger nicht immer Glück: In Gießen etwa war ein Pärchen schon vor anderthalb Jahren bei der Wohnungssuche auf ein dubioses Angebot gestoßen, das wie ein echtes Schnäppchen wirkte. Der Vermieter bot eine Wohnung mit drei Zimmern und alleiniger Gartennutzung für gerade einmal 400 Euro Kaltmiete an. Angeblich wohnte der Vermieter aber im Ausland und verlangte daher eine Vorauszahlung. Die Zahlung leistete das Paar jedoch nicht, sondern schaute sich die Wohnung stattdessen direkt vor Ort an. Dort teilten die Nachbarn mit, dass die Wohnung nicht zu vermieten sei – und dass schon zwei andere Interessenten vorbeigekommen seien. Nur kurze Zeit später war die Anzeige im Internetportal gelöscht. Solche und ähnliche Fälle gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Betroffen sind neben den begehrten Großstädten vor allem auch kleinere Hochschulstädte

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Wie sich Mieter vor der Abzocke schützen können

Der Mieterverein gibt Wohnungssuchenden Tipps, um sich vor der Kautionsabzocke zu schützen:

  • Unrealistische Mietpreise sollten immer mit der ortsüblichen Vergleichsmiete verglichen werden
  • Keine Vorauszahlungen leisten – weder per Überweisung noch bar –, denn die Kaution wird immer erst bei Beginn des Mietverhältnisses fällig
  • Hinterlegte Schlüssel und Schlüsselversand ablehnen
  • Die Wohnung immer vor Ort besichtigen
  • Ausweisdokumente des Vermieters ansehen und Kopien verlangen

Wer bei einem Inserat zweifelt, sollte Stichworte, Telefonnummern, Namen und Adressen nachprüfen und die Polizei einschalten, sobald sich der Verdacht bestätigt.



Zusammenfassung

In großen Städten, wo die Wohnungsknappheit besonders ausgeprägt ist, gibt es den Kautionsbetrug schon lange, aber auch in kleineren Städten versuchen immer mehr Betrüger, Wohnungssuchende über den Tisch zu ziehen. Vorsicht ist geboten, wenn Vorauszahlungen der Miete oder der Kaution gefordert werden, ohne dass jemals eine Besichtigung stattgefunden hat.

Fotoquelle: www.fotolia.de - Urheber: momius
Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch goodluz