LOADING

Type to search

Immobilienmarkt News

Mögliche Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt durch das beschlossene Konjunkturpaket der Bundesregierung

Redaktion 18. Juni 2020
Beitrag teilen:

Während andere Länder wie die USA bereits kurz nach Beginn der Corona-Krise ein großes Konjunkturpaket verabschiedeten, ließ sich die Bundesregierung dafür bis Anfang Juni Zeit. Dann wurde jedoch ein 130 Milliarden teures Maßnahmenprogramm abgesegnet, das die Wirtschaft stützen soll. Doch wie könnten sich diese Konjunkturhilfen auf den Wohnungsmarkt auswirken? Und gibt es Unterschiede für Privatpersonen und Unternehmen?




Umfangreiche Hilfsmaßnahmen für Bürger und Firmen

Viele verschiedene Änderungen wurden von der Bundesregierung in Angriff genommen, um den Schaden der Corona-Krise zu begrenzen. Eine Auflistung der einzelnen Maßnahmen ist auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums verfügbar und macht das Ausmaß des Hilfspakets klar.

Die wichtigsten Punkte für Bürger und Unternehmen:

  • Senkung der Mehrwertsteuer für sechs Monate von 19 auf 16 Prozent bzw. 7 auf 5 Prozent
  • Finanzielle Unterstützung für Firmen in Not
  • Ausgleich der finanziellen Ausfälle für Gemeinden
  • Deckelung von Sozialversicherungsbeiträgen auf 40 Prozent bis 2021
  • Begrenzung der EEG-Umlage für 2021 und 2022
  • Einmaliger Bonus von 300 Euro pro Kind für Eltern

Direkte Hilfen sind bei diesen Beschlüssen in der Minderheit, doch vor allem Unternehmen und Gemeinden können die Krisenzeiten so einfacher überstehen. Und der Geldbeutel von Privatleuten wird durch geringere Ausgaben ebenfalls etwas entlastet. Dies wirkt sich schlussendlich auch auf den Wohnungsmarkt aus und kommt dort Mietern und Vermietern zugute.

Entsprechend positiv reagierte der Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), Andreas Mattner, auf das verabschiedete Paket und lobte es als „… gute Nachricht für viele Millionen Beschäftigte und ein wichtiger Schritt zur Rettung der Innenstädte“.

Jetzt lesen :  Trendwende auf dem tschechischen Immobilienmarkt?

Für Privatpersonen

Ob der einzelne Bürger von manchen Maßnahmen, wie der Senkung der Mehrwertsteuer, profitiert, hängt davon ab, ob diese an den Endverbraucher weitergegeben wird. Positiv wird dem Mietmarkt aber wahrscheinlich die Finanzhilfe für Kommunen zukommen, die durch Zuschüsse entlastet werden und so die Einbußen der Corona-Krise abgefedert werden. Dadurch ist es möglich, dass Gelder in den Bau von zusätzlichen Wohnungen fließen und gerade in großen Städten zu einer Entspannung der Mietsituation beitragen können.

Auch die Nebenkostenabrechnung von Mietern wird sehr wahrscheinlich sinken, denn die EEG-Umlage wurde von der Bundesregierung begrenzt und darf nun maximal 6,5 Cent im Jahr 2021 beziehungsweise 6 Cent im Jahr 2022 betragen. So werden Mieter mit geringen Einkommen entlastet und können sich über sinkende Stromkosten freuen.

Und nicht zuletzt werden die Sozialversicherungsbeiträge für 2021 auf ein Maximum von 40 Prozent begrenzt, so dass keine schleichende Senkung des Nettoeinkommens zu befürchten ist. Alle diese Maßnahmen werden dabei helfen, dass Mieter weiterhin den Wohnraum bezahlen können und es nicht zu Verwerfungen auf dem Wohnungsmarkt kommt.



Für Gewerbe

Der größte Pluspunkt des Pakets für Firmen ist die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer, die auf 16 beziehungsweise 5 Prozent vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt wird. Dabei kann dies entweder durch Preissenkungen an Kunden weitergegeben werden oder bei gleichbleibenden Preisen die Gewinne erhöhen. Mit dieser Maßnahme und weiteren Sofortprogrammen wird Unternehmen geholfen, Mieten für Betriebe und Ladengeschäfte weiter zu stemmen.

Jetzt lesen :  Kontroversen um Mieterhöhungen

So kommt es hierbei zu keinen Mietrückständen und dem Auszug von Firmen aus Gewerbeobjekten. Dadurch wird der gewerbliche Immobilienmarkt stabil gehalten und Vermieter müssen keine großen Einbußen befürchten. Dank der Deckelung der EEG-Umlage und weiteren Maßnahmen werden zusätzliche Gelder frei, die in die Betriebskosten fließen können.

Großteil des Konjunkturpakets zeitlich begrenzt

Achten sollten Sie darauf, dass viele Teile des Konjunkturpakts für begrenzte Zeit gelten sollen. So ist die Mehrwertsteuersenkung lediglich für sechs Monate gültig und der Kinderbonus wird nur einmalig ausgezahlt. Daher sollten Sie bei Berechnungen für die Miete oder den Kauf einer Immobilie diese Erleichterungen nicht dauerhaft einfließen lassen. Die Deckelung der EEG-Umlage ist zumindest für zwei Jahre gültig, aber danach ist ebenso unklar, ob diese weitergeführt wird und so können die Strompreise später wieder ansteigen.

Konjunkturpaket hilft bei der Stabilisierung des Immobilienmarktes

Auch wenn kaum ein Punkt des Konjunkturpakets den Immobilienmarkt explizit erwähnt, haben viele der Maßnahmen dennoch einen positiven Effekt. Durch die Entlastung in anderen Bereichen können sowohl Privatpersonen als auch Firmen freigewordene Gelder für gemietete Objekte einsetzen und müssen so keinen Mietverzug befürchten. So bleiben attraktive Geschäftspromenaden in den Innenstädten geöffnet und können die Corona-Krise ohne Betriebsauflösung überstehen. Auch als Privatperson profitieren Sie von niedrigeren Stromkosten oder einem stabilisierten Wohnungsmarkt durch Entlastung der Kommunen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch smatch
Beitrag teilen: