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Immobilienmarkt News

Das Immobilien-Finanzierer-ABC: Von A wie Anschlussfinanzierung bis Z wie Zinsentwicklung

Redaktion 19. Januar 2021
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Im neuen Jahr 2021 stehen für viele Eigentümer von Häusern und Wohnungen in Deutschland Anschlussfinanzierungen an, weil ihre aktuellen Kredite auslaufen und die Kreditsumme im Ganzen noch nicht getilgt ist. Viele Eigentümer haben noch zu extremen Niedrigzinsen Kredite für ihre Immobilien genommen und sind sich nicht sicher, ob eine Anschlussfinanzierung zu denselben Konditionen noch möglich sein wird.

Eine wichtige Frage ist hier, wie sich die Zinsentwicklung in Deutschland gestaltet, denn die Situation der historischen Niedrigzinsen von unter einem Prozent bei Baufinanzierungen ist wahrscheinlich nicht in Stein gemeißelt. Experten schätzen, dass die Zinsentwicklung für Kreditnehmer im Immobilien-Bereich stark von dem Vorhandensein und der Annahme eines Impfschutzes gegen Corona abhängt, denn die Pandemie hat sich im vergangenen Jahr als der mächtigste Kausalfaktor für die Schwankungen in der Wirtschaft (und damit auch die Zinsentwicklung) erwiesen.



Anschlussfinanzierungen für Immobilien – einfach oder komplex?

Eine Anschlussfinanzierung ist in der Sprache der Banken eine Finanzierung, welche eingesetzt wird, wenn ein Immobilienkredit noch nicht getilgt ist nach der Laufzeit des Kredits. Das ist häufig der Fall bei Hauskrediten, da eine Immobilie in der Regel zu dem Teuersten gehört, was Bundesbürger in ihrem Leben finanzieren. Ein Beispiel: ein Hauskredit über 300.000 Euro ist nach zehn Jahren Laufzeit mit vier Prozent Tilgung nicht vollständig getilgt, sondern es verbleibt eine Restschuld, bevor die Immobilie schuldenfrei ist.

Diese Restschuld in sechsstelliger Höhe müsste durch eine Anschlussfinanzierung abgetragen werden. Oftmals wünschen Kreditnehmer, dass es eine Verlängerung des Kreditvertrags zur Finanzierung der Immobilie gibt, welche dieselben Konditionen umsetzt. Man nennt diese Verlängerung Prolongation. Doch eine Prolongation zu denselben Konditionen ist nicht immer möglich, da die aktuelle Zinsentwicklung mit in Betracht gezogen werden muss.

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Die Zinsentwicklung hängt von der Pandemie ab

Wer schon Immobilien besitzt und die Hypotheken bezahlen muss, um Kredite zurückzuzahlen, fragt sich nach der Zinsentwicklung in den kommenden Jahren. Denn wenn eine Anschlussfinanzierung für Häuser und Wohnungen fällig wird, könnte es sein, dass die Banken den historisch niedrigen Zinssatz von um ein Prozent oder sogar weniger nicht mehr gewährleisten können. Der Effekt wäre, dass Kreditraten steigen. Das kann den einzelnen Haus- oder Wohnungseigentümer heftig treffen, weil seine monatliche Belastung durch Kreditrückzahlung steigt.




Die Zinsentwicklung war im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie disruptiv, das heißt unterbrochen und auch teils unvorhersehbar. Zu Beginn der Corona-Krise im März/ April 2020 standen die Baukredite mit zehn Jahren Zinsbindung in Deutschland bei dem Rekordtief von 0,6 Prozent, und nach einer raschen unerwarteten Steigerung im Sommer auf knapp 0,8 Prozent waren sie bis zum Jahresende wieder bei knapp unter 0,7 Prozent eingestellt. Dieses disruptive Jahr könnte Maßstäbe auch für die unmittelbare Gegenwart setzen, denn viele Experten aus der Immobilien- und Finanzbranche erwarten für 2021 eine ähnliche Entwicklung, die jedoch sehr stark von der Annahme und Verbreitung eines adäquaten Impfschutzes abhängt.

Wie sich die Zinsen 2021 entwickeln, ist eine ökonomische Entwicklung auf der Basis medizinischer Fortschritte: wenn sich die deutsche Wirtschaft und auch die Weltwirtschaft dank schneller Impferfolge schnell erholt, wäre ein Zinsanstieg für Baukredite auf über ein Prozent nicht auszuschließen. Geschieht jedoch das Gegenteil und dauert die Krise länger und zieht sich dadurch auch eine wirtschaftliche Erholung länger hin, könnten die Zinsen für Häuser und Wohnungen hingegen eher auf dem aktuellen, niedrigen Niveau verharren.

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Zusammenfassung

Wer eine Immobilie finanziert, wird mit Sorgen konfrontiert sein, wenn er im Jahr 2021 eine Haus-Anschlussfinanzierung bei der kreditgebenden Bank beantragt, denn die Zinsentwicklung steht noch in den Sternen. Experten vermuten, dass die historischen Niedrigzinsen für Baukredite mit unter einem Prozent der Vergangenheit angehören werden. Doch die tatsächliche Zinsentwicklung in Deutschland und weltweit wird von den Folgen der pandemischen Krise abhängen, die wiederum starke Effekte auf die Wirtschaft hat.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch ESB Professional
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