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Recht & mehr Wohnungen

Beim Mieten einer Wohnung schützt das Übergabeprotokoll vor Extrakosten

Wohnungsmarkt24 9. März 2018

Wer sich für eine Mietwohnung interessiert und diese mieten möchte, muss bestehende Mängel nicht einfach hinnehmen. Allerdings sind Interessenten nur auf der sicheren Seite, wenn sie schon vor dem Einzug in die Wohnung die Mängel schriftlich festhalten und sich die Behebung der Schäden vom Vermieter schriftlich bestätigen lassen. Zudem können Übergabeprotokolle vor Extrakosten schützen – gerade bei einem späteren Auszug aus der Wohnung.

Beim Unterzeichnen des Mietvertrages erklärt sich der Mieter mit dem Zustand der Wohnung einverstanden

Erst kürzlich wandte sich ein Paar an den Mieterverein Bochum. Die Lage und der Schnitt der Wohnung gefielen dem Paar auf Anhieb, allerdings stellten sie bei der Besichtigung auch zwei wesentliche Mängel fest:

  1. Der Parkettboden war zerkratzt
  2. Der Teppichboden war alt und dreckig





Der Vermieter erklärte sich dazu bereit, diese Mängel zu beheben. Allerdings hielt er sein Versprechen nicht, sodass das Paar die Renovierungskosten selber tragen musste, weil es keine schriftliche Vereinbarung gab. Wie Aichard Hoffmann vom Mieterverein Bochum sagt, hätte sich das Paar viel Geld und Ärger sparen können, denn: Wer eine Wohnung mietet, die schon beim Einzug leicht erkennbare Mängel aufweist, die „mit geringer Sorgfalt“ bemerkbar sind, könne wegen dieser Mängel später keine Ansprüche an seinen Vermieter stellen, weil er diese sogenannten Anfangsmängel hingenommen habe. Sobald der Mieter den Mietvertrag unterschreibe, erkläre er sich mit dem aktuellen Zustand der Wohnung einverstanden – und somit auch mit den bereits bestehenden Mängeln.

Mängel sollten schriftlich festgehalten werden

Deshalb sollten vor dem Einzug und vor dem Unterzeichnen des Mietvertrags alle Mängel der Wohnung schriftlich festgehalten werden. Dabei ist es egal, ob es um undichte Fenster, um kaputte Fliesen oder eben um zerkratztes Parkett geht. Darüber hinaus sollte das Übergabeprotokoll auch Informationen darüber enthalten, welche Arbeiten der Vermieter in der Mietwohnung noch durchführen lassen muss. Der Mietrechtsexperte Hoffmann weist daraufhin, dass Mieter nur auf der sicheren Seite seien, wenn alle Mängel in dem Übergabeprotokoll festgehalten würden – gerade, wenn es später zu einem Streit kommen sollte. Ein solches Protokoll müsse von beiden Parteien unterschrieben werden und sei dann auch vor Gericht verwendbar. Sofern der Vermieter beispielsweise schriftlich versichere, dass er das Parkett aufarbeite, es dann aber nicht tue, so hätten die Mieter mit dem Übergabeprotokoll eine rechtliche Sicherheit, um sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Übergabeprotokoll bei der Mietwohnung

Wohung gefunden? Mit dem Übergabeprotokoll den  Zustand der Wohnung festhalten

Übergabeprotokolle sind gesetzlich nicht vorgeschrieben

Solche Übergabeprotokolle anzufertigen, ist jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wenn ein Vermieter keine gemeinsame Wohnungsabnahme durchführen wolle oder könne, sollten sich Mieter laut Aichard Hoffmann anders rechtlich absichern: In diesem Fall sei es zum Beispiel denkbar, mit einem neutralen Zeugen die Wohnung zu begehen und Anfangsmängel auch fotografisch zu dokumentieren. Als neutraler Zeuge bietet sich zum Beispiel ein Handwerker an. Anschließend können sich die Mieter wegen der Beseitigung der Mängel trotzdem mit dem Vermieter in Verbindung setzen.

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Auch hier ist es aber wichtig, sich die Beseitigung immer schriftlich bestätigen zu lassen. Möglich sei laut Hoffmann auch, dass der Mieter die Reparatur zwar selbst übernehme, dafür aber auch für einen bestimmten Zeitraum weniger Miete zahle. Wenn eine möblierte Wohnung mieten, ist es übrigens umso wichtiger, den Zustand der Einrichtungsgegenstände schon beim Einzug mit Fotos festzuhalten. Auf diese Weise lässt sich beim Auszug beweisen, dass die Schäden schon vom Vormieter stammen. Grundsätzlich muss weder die Wohnungsübergabe noch die Anfertigung des Übergabeprotokolls vom Vermieter selbst durchgeführt werden. Auch Angestellte von Wohnungsgesellschaften oder Hausverwaltungen sowie Hausmeister können sich darum kümmern.



Beim Auszug ist das Übergabeprotokoll ebenfalls von hoher Bedeutung

Ein Übergabeprotokoll ist nicht nur beim Einzug in eine Mietwohnung wichtig, sondern hilft auch beim Auszug. Dann kann darin zum Beispiel festgehalten werden, ob Malerarbeiten oder Schönheitsreparaturen, die im Mietvertrag vereinbart waren, auch korrekt ausgeführt wurden. Der Zustand der Wohnung sollte beim Auszug im Übergabeprotokoll detailliert festgehalten werden. Umso schneller sei es laut Hoffmann möglich, die Kaution zurückzuerhalten. Zudem könne mit dem Protokoll im Zweifel auch nachgewiesen werden, dass bestimmte Schäden erst nach der Rückgabe der Wohnung entstanden sind.

Zusammenfassung

Das Übergabeprotokoll ist beim Einzug in eine Wohnung wichtig, um etwaige Mängel und deren Beseitigung durch den Vermieter schriftlich festzuhalten. Gesetzlich vorgeschrieben ist es zwar nicht, aber es hilft bei einem etwaigen späteren Streit dem Mieter, damit er nicht auf den Renovierungskosten sitzen bleibt, sondern das Geld für die Behebung der Mängel vom Vermieter erstattet bekommt.

Fotoquelle: www.fotolia.de - Urheber: Lucky Business
Fotoquelle: www.fotolia.de - Urheber: Zakhar Mar    




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