LOADING

Type to search

Immobilienmarkt News

Überraschendes Ergebnis: Berliner sind mit der Mietsituation zufrieden

Redaktion 23. September 2019
Beitrag teilen:

Berlin hat im Sommer 2019 Furore gemacht auf dem Immobilienmarkt, und auch ein politisches Echo ließ nicht lange auf sich warten. Aufgrund der steigenden Mietpreise und des immer knapper werdenden Wohnraums in der deutschen Hauptstadt hatte die Stadtentwicklungsplanerin Karin Lompscher (Die Linke) einen „Mietendeckel“ vorgeschlagen. Angesichts der erhitzten Debatten hätte man annehmen können, dass die Mieter in Berlin unzufrieden mit ihrer Situation wären. Doch eine aktuelle Umfrage des Unternehmend Harald Christ ergab überraschenderweise, dass 55% der Berliner zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihren Mietverträgen seien.




„Zufrieden“ oder „sehr zufrieden“: Gute Noten für Berlins Vermieter überraschen

Die aktuelle Umfrage des Unternehmens Harald Christ unter Berliner Mietern ergab, dass 55% – also die überragende Mehrheit – sich als „zufrieden“ oder sogar „sehr zufrieden“ mit ihrer Mietsituation bezeichnen. Das steht in denkbar deutlichem Kontrast zu der politischen Debatte um horrende Mieten in den Trendvierteln, Verarmung eines Drittels der Bevölkerung und eine steigende Obdachlosenquote in der Metropole.

Man hätte erwarten können, dass Berliner Mieter tendenziell eine Schimpftirade auf ihre Vermieter abgeben, doch das Gegenteil ist offenbar der Fall. Diejenigen, die schon lange in Berlin wohnen, bezeichnen überwiegend ihr Verhältnis zu ihrem Vermieter als gut und die allgemeine Mietsituation – vom Zustand der Immobilie über das Preis-Leistungs-Verhältnis der Kosten bis hin zum sozialen Umfeld – als zumutbar und gerechtfertigt.

Insbesondere die älteren Mieter, die über 60-Jährigen, gaben ihrer Mietsituation gute Noten: mehr als 32% waren der Meinung, ihre Mieten seien nicht zu hoch, der Wohnraum ausreichend und die Gesamtsituation zufriedenstellend. Dem entspricht jedoch auch, dass gerade ältere Mieter, die schon lange in Berlin wohnen, von den niedrigen Mieten profitieren, die früher gegolten haben und die seitdem in vielen Wohnungen nur geringfügig erhöht worden sind. Und wer gar schon immer in Berlin wohnt, sprich seit seiner Geburt, gibt gern an, dass er „sehr zufrieden“ ist – mit seiner preisgünstigen Heimat (27%).

Jetzt lesen :  Neue Studie zeigt: Im weltweiten Vergleich steigen die Immobilienpreise in Berlin am stärksten an

Die Unzufriedenheit steigt unter den Zugezogenen

Die Umfrage ergab eindeutig, dass die Zufriedenheit der Berliner mit ihren Mieten keine statische Situation abbildet, sondern vielmehr sehr dynamisch ist: zufrieden sind die Alteingesessenen. Wer ab 2010 in die Hauptstadt zugezogen ist, gehört tendenziell eher zu den Unzufriedenen, denn: die Mietpreise in der deutschen Hauptstadt sind in den vergangenen knapp zehn Jahren explodiert. In manchen Vierteln haben sich die Mieten fast verdoppelt, und was früher ein angesagtes Szene-Viertel für Künstler, Alternative und Studenten war, kann sich heute besagte Einkommensgruppe oft gar nicht mehr leisten, wegen der exorbitant gestiegenen Mieten, die auch einen WG-Platz zu einer kostspieligen Angelegenheit machen können.



Insgesamt sind vor allem jüngere Berliner zwischen 20-30 Jahren sehr unzufrieden oder unzufrieden mit ihrer eigenen Mietsituation, weil sie die Dynamik der steigenden Mietpreise und der knapper werdenden Quadratmeter in den Vierteln rund um Berlin-Mitte deutlich miterlebt haben – oder vielleicht auch dem ein oder anderen Vermieter-Hai zum Opfer gefallen sind. In dieser Altersgruppe halten ein Drittel (31%) ihre Miete für zu hoch, was nicht nur eine subjektive Einschätzung sein mag, sondern in vielen Fällen eine objektiv richtige Beurteilung darstellt, da die Quadratmeterpreise für viele Wohnungen in der deutschen Hauptstadt Berlin wirklich unverhältnismäßig teuer geworden sind.

Dementsprechend erwägen rund 30% der jüngeren Berliner laut Umfrage, in absehbarer Zeit umzuziehen. Experten aus den politischen Gremien warnen vor der explosiven Stimmung vor allem unter Berlins jüngeren Mietern: wo der Wohnraum knapp und überteuert ist – Tendenz steigend – grassieren soziale Spannungen, die sich entladen können.

Jetzt lesen :  Entlastungen für den Wohnungsmarkt: Große Koalition einigt sich auf umfangreiches Paket

Zusammenfassung

Berlin, die Stadt der Rebellen? Was Mietverhältnisse angeht, wohnen hier eher die Braven: mehr als die Hälfte der Berliner Mieter gaben bei einer aktuellen Umfrage an, mit ihrer Mietsituation zufrieden zu sein. Allerdings ist diese Situation nicht statisch, sondern dynamisch, warnen Experten, denn die Unzufriedenheit vor allem unter den seit 2010 Zugezogenen steigt – wegen höherer Mietpreise.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch canadastock
Beitrag teilen: