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Immobilienmarkt News

Politik der vier Wände: Was die Bundesregierung aktuell für den Wohnungsmarkt tut

Redaktion 29. März 2021
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Das Jahr 2021 wird auch ein politisches Jahr werden, denn die Bundestagswahl im September wirft ihre Schatten voraus. Corona, Impfungen, Arbeitslosigkeit, mangelnde Perspektive im Beruf, soziale Spannungen – es gibt aktuell viele Themen, über die sich Millionen Bürger in Deutschland Gedanken machen. Für viele Bürger wird jedoch auch die Frage, was sich auf dem Wohnungsmarkt tut, und ihre eigene Miete und Wohnung in Relation zum Haushaltseinkommen eine große Rolle spielen bei ihrem Kreuz auf dem Wahlzettel.

Denn die Wohnungssituation ist ein Teil der allgemeinen Lebenssituation, und die Kosten der Warmmiete sind als Lebenshaltungskosten ein großer Bestandteil im monatlichen Budget. Kann eine Regierung oder eine Koalition über die Mieten fallen? Sie kann, wenn sie nicht genügend positive Anreize für Bauträger und Vermieter schafft, um die Nachfrage nach verfügbarem Wohnraum zu decken. Doch wie sieht die Bilanz der Bundesregierung eigentlich aus, was die Situation auf dem Wohnungsmarkt angeht?

Die folgende Übersicht ist unparteiisch oder überparteiisch, da sie keine wertende Stellungnahme beinhaltet, sondern nur informativ zeigt, was sich seit 2016 auf dem deutschen Immobilienmarkt für Mieter und Vermieter getan hat – und natürlich auch, was noch zu kritisieren bleibt.



„Eingefrorene“ Bestandsmieten und geringere Wohnungskostenbelastungsquote

Eine erste Bilanz der Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt seit 2016 ist durchaus positiv: die Bestandsmieten sind vielerorts „eingefroren“ und steigen nicht, sogar weniger, als es die Inflationsrate ausmacht. Wie kommt es dann aber zu den alarmierenden Meldungen von hohen Mietsteigerungen, die immer wieder in der Presse zu lesen sind? Diese Mietpreissteigerungen betreffen nicht Bestandsmieten für alteingesessene Mieter, sondern vielmehr neue Mieten. Bei Bestandsmieten, also bereits bestehenden Mietverträgen, haben sich die Kosten weniger erhöht: deutsche Nettokaltmieten haben sich nach dem Verbraucherpreisindex, welche sich primär auf Bestandsmieten beziehen, im Durchschnitt seit 2016 nur um 1,4 Prozent gesteigert.

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Die sogenannte Wohnkostenbelastungsquote bezeichnet rechnerisch den Anteil der Wohnkosten (inklusive Wasser- und Abwasser-, Energie und Heizkosten, Ausgaben für die Instandhaltung der Wohnung beziehungsweise des Hauses) am verfügbaren Haushaltseinkommen. Er lag 2019 durchschnittlich bei 25,9 Prozent; nur 13,9 Prozent der Bevölkerung hat 40 Prozent und mehr ihres monatlichen Budgets für die Miete ausgegeben, das waren im Jahr 2019 zwei Prozentpunkte weniger als 2016.

Steigende Bautätigkeit, doch noch immer zu wenig Neubauten

Für die Zukunft der Mieten und Mieter in Deutschland ist vor allem die Bautätigkeit entscheidend, um den Nachfrageüberhang auf dem Mietmarkt auszugleichen: je mehr Neubauten, umso bessere Angebote von verfügbarem Wohnraum – vor allem in Städten. Auch hier sieht es zunächst gut aus: die Bautätigkeit stieg seit 2016, aber sogar auch schon seit dem Tiefpunkt der Fertigstellung 2009 erheblich an – auch in den Metropolregionen. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 293.000 Wohnungen fertiggestellt, und das bedeutet konkret, über 80 Prozent mehr als noch 2012.




2020 wurden nach aktueller Schätzung 300.000 Wohnungen fertig, das bedeutet ein absolutes Bau-Hoch seit über zwanzig Jahren. Hierbei spielt auch der Immobilientyp eine Rolle: 59 Prozent der Wohnungsneubauten sind Mehrfamilienhäuser, die sehr geschätzt werden aufgrund der maximalen Quadratmeter-Nutzung der knappen Bauplätze. Der Bauüberhang von 770.000 genehmigten Wohnungen (Stand Februar 2021) bei den örtlichen Bauämtern lässt zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwarten, dass sich der positive Trend bei den Neubauten auch 2021 und später fortsetzen wird.

Was noch nicht gelöst ist, ist das Problem der kontinuierlich steigenden Baulandpreise in der Bundesrepublik. Sie stiegen zwischen 2010 und 2019 bundesweit um rund 84 Prozent und verhindern so in vielen Gemeinden ambitionierte Neubauprojekte. Hier fehlt es aktuell sowohl bei der Regierung, als auch in der Opposition an gangbaren Lösungsvorschlägen, weil es sich bei Bauland faktisch um ein knappes Gut handelt, das nicht beliebig reguliert werden kann. Auch fehlen jetzt und in nächster Zukunft nach wie vor, vor allem in Städten, bezahlbare Mietwohnungen, da die Bauaktivitäten auf die Zukunft gerichtet sind und den gegenwärtigen Bedarf noch nicht decken.

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Zusammenfassung

Die Mietsituation ist für viele Bürger in Deutschland ein wesentlicher Teil ihrer Lebenszufriedenheit und kann auch eine Rolle bei der Beurteilung der Effektivität einer Regierung spielen. Aktuell zeigen die Zahlen, dass sich seit 2016 die Bestandsmieten wenig erhöht haben und die Wohnkostenbelastungsquote durchschnittlich etwas geringer wurde. Allerdings sieht es bei Neubauprojekten, welche die Mietsituation weiter verbessern könnten, aufgrund der gestiegenen Baulandpreise schlecht aus – ein Problem, für das aktuell keine Partei Lösungen hat, da es sich um eine natürlich verknappte Ressource handelt.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch elxeneize
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