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Bundesbank warnt vor überteuerten Objekten – Immobilienbranche sieht Ende des Preiswahns

Wohnungsmarkt24 21. Februar 2018
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Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind so hoch wie nie. In den deutschen Großstädten kosten Objekte inzwischen mehr als angemessen. Laut des am Montag vorgelegten Monatsberichts der Bundesbank liegen die Preise für Immobilien in den sieben größten Städten Deutschlands Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln, München und Stuttgart rund 35 über dem wahren Wert. Gleichzeitig prognostiziert die Immobilienbranche jetzt ein Ende des Preisbooms.

Guter Arbeitsmarkt als Ursache – generell dennoch leichte Entspannung

Schon im Jahr 2017 lagen die Überbewertungen von Objekten zwischen 15 und 30 Prozent. Damit sei ein neuer Höchststand seit Beginn des aktuellen Booms auf der Nachfragenseite des Immobilienmarktes erreicht. Aber nicht nur das Angebotsdefizit sei dafür Ursache. Die Volkswirte der Bundesbank sehen auch die historisch günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt und die guten Einkommensaussichten in den Privathaushalten als weitere Gründe für die Überbewertung.




Auch die deutlichen Mieterhöhungen spiegeln sich in den Zahlen der Bundesbank wider. Sie haben laut dem Bericht im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 7,25 Prozent verzeichnet. In den Großstädten lag er sogar bei 9,25 Prozent. Ebenso hat sich auch das Bauen verteuert. Volle Auftragsbücher und wenige freie Kapazitäten der Baubranche lassen auch hier die Preise steigen.

Auch wenn die Bundesbank derzeit kein Ende der steigenden Preise sieht, prognostizieren die Experten im gesamten Bundesgebiet eine leichte Entspannung. Denn der Preisanstieg habe sich “insgesamt etwas gemäßigt”.

Immobilienwirtschaft sieht zukünftige Entschärfung des Preisniveaus

Ein Ende der hohen Preise auf dem Wohnungsmarkt sieht jedoch das Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft, das am Dienstag vorgelegt wurde. Die Kaufpreise würden sich bald beruhigen, prognostizieren die Immobilienweisen im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Demnach sei der Preisanstieg der letzten acht Jahre auf die niedrigen Zinsen zurückzuführen. Würden diese sich wieder normalisieren, sollten auch die Immobilienpreise wieder sinken. Die Experten prognostizieren, dass dies besonders in ländlichen Gebieten zu spüren sein würde.

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2017 war davon jedoch noch nicht zu merken. Laut des Gutachtens haben die Neuvertragsmieten seit 2009 um 26 Prozent zugelegt. Kaufpreise seien um 61 Prozent gestiegen. Die Kaufpreise kletterten damit deutlich stärker, in so mancher Großstadt explodierten sie regelrecht: in Hamburg um 90 Prozent oder in München um 143 Prozent.

Jedoch beobachten die Immobilienweisen auch eine nachlassende Nachfrage nach Wohnungen in den einzelnen Städten aufgrund der hohen Preise. Vor allem junge Menschen strömten nicht mehr automatisch in die Metropolen. Sie reagierten zu sensibel auf die teuren Preise. Zudem erfolgt weniger Zuzug aus dem Ausland und die Baubranche boomt. Das Angebot an Wohnungen wachse dem Gutachten zufolge in den sieben größten Städten Deutschlands mit zunehmender Geschwindigkeit. Dieser anhaltende Trend könnte zu einem Angebot von Mietwohnungen führen, das zukünftig die Nachfrage übersteigt.

neue Wohnungen

Der anhaltende Trend könnte zu mehr Wohnraum verhelfen

Für mehr Wohnungsbau: Bundesbank warnt vor der schwarzen Null

In diesem Tenor warnt auch die Bundesbank zum erneuten Vorhaben im Koalitionsvertrag von SPD und CDU, die schwarze Null im Haushalt weiter zu halten. Der Verzicht auf eine Nettokreditaufnahme wird hier als problematisch angesehen. Während derzeit Projekte durch Rücklagen finanziert werden könnten, bestünden Gefahren nach Aufbrauchen der Rücklagen. “So kann es zu einer prozyklischen und nach Abbau der Rücklagen erratischen Haushaltspolitik kommen”, schreiben die Experten. Statt der strengen Sparpolitik sollte die neue Regierung besser die Staus in Wohnungsbau, in der Bildungs- und Infrastruktur auflösen, rät die Bundesbank.




Die deutsche Wirtschaft konnte laut dem Statistischen Bundesamt im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 2,2 Prozent verzeichnen – das stärkste Plus seit 2011. Die Bundesbank konstatiert: “Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Hochkonjunkturphase.” Das hohe Expansionstempo des vergangenen Jahres würde der Meinung der Experten nach dem Jahreswechsel weiter anhalten. So rechnet die Bundesbank für 2018 mit einem Konjunkturboom.

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Zusammenfassung:

Laut dem Monatsbericht der Bundesbank sind die Überteuerungen in den Großstädten bei 35 Prozent angekommen. Das Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft prognostiziert gleichzeitig ein Ende der Preishöhenflüge und eine Entspannung auf dem Immobilienmarkt. Zudem fordert die Bundesbank die zukünftige Regierung auf, ihren Sparzwang aufzugeben, um unter anderem auch den Stau auf dem Wohnungsbaumarkt aufzulösen.

Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Blaj Gabriel
Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch ah_fotobox