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Corona und Betrugsfälle: Investitionsbank Berlin zeichnet einen düsteren Kurs

Redaktion 19. Mai 2020
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Mehr als 170.000 Bürger in Deutschland haben einen Antrag auf Soforthilfen wegen Corona gestellt. Doch die früheren Corona-Hilfspakete der Bundesregierung, welche sofort Kleinkredite und Soforthilfen in Höhe von 5000 EUR vermittelten, gibt es nicht mehr, sagt ein Sprecher der Investitionsbank (IBB) Berlin, welche diese Hilfen austeilte. Stattdessen gäbe es Programme, die hilfsbedürftigen Unternehmen bis zu 9000 EUR spendierten, sofern die Voraussetzungen stimmten.

Allerdings hat sich der warme Geldregen, der vielerorts sehr erwünscht, ja sogar lebensnotwendig war, in manchen Fällen auch als gefährlicher Eishagel erwiesen. Manche Bürger haben die Möglichkeit einer Antragstellung auf Beihilfen nämlich zum Betrug genutzt; es sollen einige hundert Fälle sein, gegen die das Landeskriminalamt derzeit ermittelt. Der Sprecher der IBB bleibt hierbei sachlich, wenn er feststellt, dass es statistisch immer Einige gibt, die Möglichkeiten betrügerisch ausnutzen.

Die Gesamtzahl sei, relativ zur Antragsflut, eher gering. Doch was hat sich eigentlich im Bankgeschäft geändert seit dem Beginn der Pandemie? Ein kurzer informativer Bericht von der Quelle, denn Bankgeschäfte haben seismografische Qualität, indem sie eine und feinste Bewegungen auf dem Geldmarkt und im Investitionsgeschehen registrieren.




Weniger Förderung für immobilien-Käufe

Es wundert nicht, dass der Berliner „Mietendeckel“ und nun auch die Corona-Situation die Investoren auf dem Wohnungsmarkt zögerlich werden lässt. Der Chef der Investitionsbank Berlin (IBB), Jürgen Allerkamp, sagt aus, dass es bis zu ein Drittel weniger Kreditvergaben für Wohnungen und Häuser gibt. Das bedeutet konkret, aktuell sind die privaten Investitionen in Immobilien in Berlin um 33 Prozent zurückgegangen.

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Das ist ein erheblicher Unterschied zu den Vorjahren, in denen zahlreiche Kredite zum Wohnungskauf und zur Sanierung und Renovierung von Privat-Immobilien vergeben wurden. Interessant ist in diesem Kontext, dass nicht nur weniger Kredite vergeben werden, sondern auch manche Wohnungspreise drastisch sinken: im hohen Preissegment fallen derzeit die Kaufpreise, während sich im mittleren und unteren Segment keine Dynamik der Preisentwicklung zeige.

Das bedeutet, Luxus-Wohnungen an der Spree werden günstiger – einfache Apartments bleiben preisgleich. Doch der Ansturm der Neu-Investoren bleibt verhalten, da sich derzeit für viele Privatleute die Zukunft wenig planbar gestaltet. Andererseits rechnet Jürgen Allerkamp jedoch nach der Corona-Pandemie und nach etlichen Lockerungen mit einem gewissen Nachholbedarf und verstärktem Haus- und wohnungskauf.



Was ändert sich noch auf dem Immobilienmarkt?

Weitere Änderungen auf dem beweglichen Investitionsmarkt für Immobilien sind gemäß des Trend-Barometers der Investitionsbank Berlin folgende Neuheiten: weniger Nachfrage für selbst genutztes Eigentum, weniger Sanierungen, weniger Renovierungen von Bestandwohnungen und Renditeobjekte. Das ist insbesondere ein Problem für Mieter, die in schlecht sanierten Wohnungen leben und derzeit kaum Alternativen zum Mieten finden.

Die Frage, die viele Bundesbürger heute bewegt, ist: inwiefern ist die Berliner Situation repräsentativ für die ganze Bundesrepublik, oder ist Berlin ein Sonderfall? Experten meinen, dass – wenngleich Berlin hausgemachte Probleme mit seiner prekären Immobilien-Situation hat durch lang unterlassenen staatlichen Wohnungsbau – Teile der Situation durchaus übertragbar seien auch auf andere Bundesländer.

Denn der Rückgang von Immobilienfinanzierungen durch die Banken sei auch in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen festzustellen, um nur einige Beispiele zu nennen, während im Gegensatz dazu 2019 ein Spitzen-Jahr für Immobilienfinanzierungen durch Banken war in Höhe von mehreren Milliarden. Umso wichtiger scheint es, dass die Prognose der Investitionsbank Berlin immerhin optimistisch ist: trotz der gegenwärtigen Anspannung, die das ganze Jahr 2020 beeinflussen wird, rechnet man mit einem langsamen Anstieg der Bau- und Investitionsbranche in 2021.

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Zusammenfassung

Corona ist heute vielerorts ein Zauberwort geworden, das ungute Erinnerungen weckt oder Unheil bannen soll – die hohen Fördergelder und Sofortkredite der Bundesregierung sollten Unternehmen in der pandemisch bedingten Krise helfen, schnell wieder wettbewerbsfähig zu werden. Doch manche Antragsteller haben Betrug ausgeübt, vermeldet die Investitionsbank Berlin (IBB), und auch die Gesamtlage am Investitionsmarkt der Bankgeschäfte hat sich dynamisch verändert.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch fizkes
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