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Immobilienmarkt News

Das neue Wohnen nach Corona: Homeoffice und sein Einfluss auf die Immobilienmärkte

Redaktion 25. August 2020
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Seit die weltweite Corona-Pandemie im März 2020 auch in Deutschland gravierende Veränderungen nach sich zog, hat sich unter anderem auch die Arbeitswelt massiv gewandelt. Das neue Zauberwort heißt „Homeoffice“ und bedeutet, dass Mitarbeiter von Firmen und Büros nun zunehmend, und teils ohne Alternative, vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten müssen. Diese drastische Veränderung des Arbeitsalltags, von Zukunfts- und Trendforschern gern schon als Durchbruch der Digitalisierung im Berufsleben gefeiert, hat auch massive Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt.

Die Immobilienmärkte in Deutschland reagieren seit Monaten bereits sehr sensibel auf eine grundlegend veränderte Work-Life-Balance vieler Arbeitnehmer, die sich nun angesichts der verordneten Pflicht, von zuhause aus zu arbeiten, nach anderen Wohnmodellen umsehen. Denn der teure und verkehrstechnisch günstig gelegene Platz in der Innenstadt hat nun für viele seine Praktikabilität verloren. Mehr und mehr Arbeitnehmer ziehen in die Vorstädte oder sogar aufs Land.

Doch ist dieser Trend dauerhaft, und gilt er überhaupt für alle deutschen Regionen? Ein aktueller Test sagt aus, wie sich die Zukunft des digitalen Arbeitens auf die Wohntrends auswirken wird.




Was bisher war – und was heute ist

Ein Vergleich zwischen der Prä-Corona-Situation auf dem deutschen Wohnmarkt mit der Post-(oder auch zwischen)Corona-Situation zeigt, dass sich die Attraktivität von Stadtrandlagen großenteils erheblich gesteigert hat. Während noch vor kurzem die Citylagen in allen größeren Metropolregionen wie Frankfurt, Hamburg, Bremen, Stuttgart, München, Konstanz und Berlin die Renner unter den Angeboten auf dem Immobilienmarkt waren, weil Arbeitnehmer hier Wohnen und Arbeiten – also den Gang ins Büro – am besten miteinander verbinden konnten, sinkt deren Beliebtheit zusehends.

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Das wirkt sich auch auf die Preise aus, deren Rekord-Hoch von Anfang 2020 offenbar nicht mehr weiter gesteigert werden kann, so dass sich die sukzessive Preisentwicklung nun stabilisieren und auf einem Niveau von Januar 2020 oder sogar davor einpendeln könnte. Diese Entwicklung hat direkt oder indirekt mit den veränderten Arbeitsmodellen zu tun. Mehr und mehr Bürger fragen sich, ob sie bei dauerhaftem Homeoffice oder lediglich einem oder zwei Präsenztagen im Büro nicht einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen könnten, aber dafür billiger wohnen.

Denn die verlockend günstigen Angebote am Stadtrand oder in ländlichen Lagen im sogenannten „Speckgürtel“ der deutschen Metropolen verführen nun viele dazu, ihre teure Innenstadt-Wohnung einzutauschen, da deren Hauptvorteil – der rasche Weg zum Arbeitsplatz per PKW oder ÖPNV – nun immer weniger ins Gewicht fällt.




Wohnen im Grünen als Nebeneffekt des Homeoffices

Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beschreibt die Ergebnisse seiner aktuellen Studie zur progressiven Entwicklung auf dem Immobilienmarkt so, dass die Attraktivität der Stadtrandlagen noch immer weiter zunehmen wird. Der Trend „Arbeiten von zuhause aus“, der zugleich in vielen Firmen Pflicht geworden ist, prägt die neuen Lebensgewohnheiten der Bürger derart, dass die Immobilienmärkte sich ebenfalls wandeln müssen.

Angebot und Nachfrage haben also nicht mehr dieselben Wertigkeiten wie noch vor kurzem: wer sich als Vermieter oder Verkäufer über hohe Preise für sein Objekt in bester Stadtlage freute, kann sich gegenwärtig auf weitaus weniger Nachfrage – und sinkende Preise – einstellen. Einen lebensweltlichen Nachteil hat die neue „Stadtflucht“ jedoch auch, bemerkt Voigtländer, denn die meisten Wohnbereiche in deutschen Städten seien infrastrukturell stark auf die Metropolen beschränkt. Im ländlichen Raum fehle die alltagserleichternde Infrastruktur, wie sie Schulen, Kindergärten, Kitas und öffentliche Versorgung (Arztpraxen, Apotheken) in nächster Nähe böten.

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Zusammenfassung

Seit der durch die pandemische Situation in vielen Firmen zur Pflicht gewordene Devise, von zuhause aus arbeiten zu müssen, ziehen sich aktuell viele Bürger von den teuren Innenstadtlagen zurück und kaufen oder mieten lieber Wohnungen am Stadtrand oder im Grünen. Dieser neue durch das Homeoffice hervorgerufene Trend, der derzeit vom Institut für deutsche Wirtschaft (IW) intensiv erforscht wird, könnte sich als dauerhafte Veränderung der Immobilienmärkte herausstellen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Peter Kniez
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