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Enteignung für Eigentümer? Wie der Staat in Mieten eingreift

Redaktion 5. Mai 2020
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Früher galt das Vermietungsgeschäft als eine sichere Einkommensquelle – oder als Rezept fürs Reichwerden. Denn wer privat in gute Immobilien investierte und sie vermietete, konnte hohe Renditen erzielen und sich über schwankungsunabhängige Einnahmen freuen. Eine Zeitlang schien der Rechtstitel „Vermieter“ gleichbedeutend zu sein mit „Gutverdiener“, insbesondere auch aufgrund der progressiven Steigerung der Mieten insbesondere in deutschen Großstädten in den vergangenen Jahren.

Doch das Blatt hat sich offensichtlich gewendet, und zwar zum großen Nachteil der Eigentümer, die nicht nur nicht mehr schnell reich werden, sondern oft Repressalien erleben, von staatlicher oder Mieterseite aus. Einer, der mit Immobilien ein Vermögen erworben hat, ist der Unternehmer Rainer Zitelmann. Er kennt sich sehr gut mit dem deutschen Immobilienmarkt aus und rät privaten Investoren mittlerweile, Vorsicht zu hegen beim Kauf von Renditeobjekten.

Seine Argumentation: der Immobilienmarkt habe sich so stark gewandelt, dass von schnellen und hohen Renditen keine Rede mehr sein könne. Die politische Gesamtlage sei zudem eine ganz andere: zahlreiche Vorschriften, ein ganzer Katalog neuer Gesetze, die den Vermieter schnell in eine Zwangslage bringen, und zuletzt auch immer stärkere Eingriffe des Staates in die Mietpolitik treiben die Renditen nach Unten und damit die möglichen Gewinne. Eine kritische Bilanz aus der Sicht eines Experten.




Über 25.000 Vorschriften machen Vermietern das Leben schwer

Der Immobilien-Unternehmer Rainer Zitelmann beklagt, dass es inzwischen einen ganz anderen Markt für Immobilien gäbe, als vor einer Generation. Ein Grund sei die Problematik der Baubehörden, welche oft immer kompliziertere Antragsverfahren verlangten. Der Unternehmer präzisiert, dass unendlich viel Zeit und Kraft für das Bauen verwendet werde, aber nochmals doppelt und dreifach so viel Zeit und Energie, um alle Anträge zu finalisieren und sich mit Behörden zu ärgern.

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Außerdem gäbe es viel zu viele Vorschriften, welche dem Eigentümer den Besitz an der eigenen Immobilie – und das reibungslose Vermietungsgeschäft – erschweren würden. Mittlerweile seien es 25.000 Vorschriften allein in Deutschland rund ums Mieten und Immobilienkaufen und -verkaufen, die meisten davon entfallen zuständigkeitshalber auf den Eigentümer, der sehr viele Verpflichtungen hat.

Da wiehert nicht nur der Amtsschimmel – auch der Alltag in der Bewirtschaftung einer Immobilie wird unnötig erschwert. Der Vorschriften-Katalog rund um die Immobilienwirtschaft sind wie eine Barriere, die es den Eigentümern schwer macht, Freude an ihrem Besitz zu haben.




Warum sich der Immobilienmarkt von heute von früher unterscheidet

Rainer Zitelmann kritisiert, dass der Eigentümer in vielen Fällen einfach nur den Rechtstitel an der Immobilie besitzen können, tatsächlich greife der Staat aber so sehr in den Immobilienmarkt ein, dass von einer wahren Souveränität der Eigentümer nicht mehr gesprochen werden könne. Mehr noch: der Eigentümer sei heute geradezu der Feind des Staates, bilanziert der Immobilien-Unternehmer.

Staatliche Mietbremsbremsen, staatlicher Wohnungsbau, staatliche Genossenschaften – das alles sei nicht neu, sondern schon in DDR-Zeiten dagewesen. Heute erlebe es eine Renaissance, und historisch veraltete Bilder eines den Mietmarkt regulierenden Staates lebten wieder auf. Wohin das noch führen soll, ist für Zitelmann klar – private Investoren sollen geradezu entmutigt werden, weiter auf dem Immobilienmarkt Objekte zu erwerben und zu bewirtschaften.

Denn dann, wenn Privatinvestoren ausgeschaltet seien, habe der Staat vollends freie Hand. Sind wir also auf dem Weg zu einer DDR 2.0, was die Immobilienverhältnisse angeht?  Vielleicht ist diese Prognose zu fatalistisch, doch mit einem hat der Immobilien-Experte Recht: die Gesamtsituation auf dem Markt hat sich drastisch verändert. Wir werden sehen, wohin diese Veränderung weiter führt.

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Zusammenfassung

Reich werden durch Miet-Rendite – ein sicheres Konzept? Das war vielleicht früher einmal so, doch heute melden erfolgreiche Immobilien-Unternehmer sich zunehmend mit kritischer Stimme zum Thema. Denn der deutsche Staat greift immer stärker regulierend auf den Immobilienmarkt zu und verstärkt den Druck auf die Investoren, was in zugespitzten Fällen zu einer Enteignung der Eigentümer führen könnte.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Volodymyr Kyrylyuk
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