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Es wird teurer: Kosten für Ölheizung steigen 2018

Wohnungsmarkt24 15. Oktober 2018
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Je nach Energieträger haben sich die Heizkosten im letzten Jahr in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Das Heizen mit Fernwärme und Erdgas wurde günstiger. Dafür mussten Verbraucher, die eine Ölheizung haben, im Jahr 2017 mehr Geld zahlen. Diese Entwicklung setzt sich auch 2018 fort. Denn: Die Ölpreise ziehen auf der ganzen Welt kräftig an. Das bekommen die Betreiber von Ölheizungen teuer zu spüren. Bislang ist aber noch offen, ab wann sich der steigende Ölpreis auf die Nachfrage nach regenerativen Energiesystemen auswirkt.



Verbraucher mit Ölheizung müssen sich weiterhin auf höhere Ausgaben einstellen

In einer Mietwohnung mit einer Wohnfläche von 70 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus mit Heizöl-Zentralheizung stiegen die Heizkosten im Jahr 2017 im Durschnitt um 85 Euro an und lagen somit bei 750 Euro im Jahr. Schuld daran waren die höheren Heizölpreise. Anders sieht es in Haushalten aus, die mit einer Erdgas-Zentralheizung heizen: Hier sanken die Kosten im Durschnitt um 20 Euro auf 790 Euro. Bei Fernwärme lagen die Heizkosten bei 895 Euro, was 35 Euro weniger waren als im Vorjahr. Diese Tendenz wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch 2018 fortsetzen, wie der aktuelle Heizspiegel für Deutschland zeigt. In diesem Jahr müssen Verbraucher, die mit Öl heizen, wegen der steigenden Ölpreise mit voraussichtlich acht Prozent höheren Heizkosten rechnen. In Häusern, die mit Erdgas- oder Fernwärmeheizung ausgestattet sind, werden die Preise dagegen wahrscheinlich um ungefähr drei Prozent sinken. Dadurch verliert das Heizen mit Heizöl seinen Kostenvorteil und ist wieder teurer als das Heizen mit Erdgas.

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Welche Gründe gibt es für die steigenden Ölpreise?

Als Grund für die unterschiedliche Preisentwicklung geben die Experten Veränderungen der Rohstoffpreise an. Diese Preise dürften 2018 bei Fernwärme und Erdgas durchschnittlich um 1,5 Prozent abnehmen, während sie bei Heizöl um gut 13 Prozent nach oben klettern könnten. Allerdings gibt es auch Faktoren, die sich kostendämpfend auswirken könnten: Das gilt zum Beispiel für die milde Witterung in diesem Jahr. In der Heizperiode 2018 werden die Temperaturen im Vergleich zum vorhergehenden Jahr wahrscheinlich um 3,7 Prozent höher sein, wie der Bericht mitteilt. Dadurch können alle Verbraucher wiederum den Energieverbrauch senken und somit Heizkosten einsparen.



Noch hängen fossile Heizsysteme erneuerbare Energien trotzdem ab

Ölpreis steigt unaufhaltsam, scheint aber aktuell noch niemanden wirklich zu interessieren

Obwohl der Ölpreis unaufhaltsam steigt, scheint das aktuell noch niemanden wirklich zu interessieren oder gar dazu zu bewegen, über eine Änderung des Heizsystems nachzudenken. In den Jahren 2011 bis 2014 lag der Preis pro Barrel bei 100 US-Dollar und hatte damit seinen Spitzenwert erreicht. Bis 2016 sank der Ölpreis auf ein Tief von teilweise weniger als 30 US-Dollar pro Barrel ab. Nun steigt der Preis seit einiger Zeit jedoch wieder an. Aktuell kostet ein Barrel Rohöl 80 US-Dollar. In Russland geht man sogar davon aus, dass der Ölpreis wieder auf 100 US-Dollar pro Barrel hochklettern könnte.

Aktuell wirkt sich diese steigende Ölpreisentwicklung aber noch nicht auf die Nachfrage nach erneuerbaren Energien aus: Obwohl die Ölpreise steigen, ist das Heizen mit erneuerbaren Energien derzeit nicht wirklich gefragt. Bei neuen Systemen ist die Nachfrage vor allem bei Erdgasheizungen hoch. Die Absatzstatistik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie zeigt, dass Erdgasheizungen mit 544.500 Systemen im Jahr 2017 noch deutlich vor Wärmepumpenheizungen mit 78.000 Systemen lagen. Ölheizungen landeten mit 63.500 Systemen auf dem dritten Platz. Biomasseheizungen erfuhren im Vergleich zu 2016 einen Rückgang von acht Prozent und konnten mit 26.500 Einheiten nur auf dem vierten Platz landen. Bei Solarthermie-Systemen war die Nachfrage mit einem Minus von 16 Prozent und einer Kollektorfläche von nur noch 624.500 Quadratmetern ebenfalls deutlich rückläufig. Derzeit ist noch offen, ob und wann Heizsysteme, die mit regenerativen Energien arbeiten, von den steigenden Ölpreisen profitieren. Experten gehen jedoch davon aus, dass dies nur noch eine Frage der Zeit sei.

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