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Energie Ratgeber

Fenster austauschen – ein wichtiger Bestandteil der Sanierung

Wohnungsmarkt24 15. Juli 2019
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Die ständig steigenden Energiekosten zwingen viele Hauseigentümer zu Maßnahmen, um die Ausgaben für die Heizung zu senken, ohne dabei das Wohnklima negativ zu beeinflussen. Meist denken sie darüber nach, die Heizungsanlage zu erneuern, die Außenfassade zu dämmen und eventuell das Dach und den Dachboden besser zu isolieren. Ein wichtiger Punkt wird dabei häufig vergessen: die Fenster.

Wie wichtig sind die Fenster?

Sie spielen beim so genannten Gesamtwärmeverlust eines durchschnittlichen Hauses eine größere Rolle als Sie wahrscheinlich denken. Durch alte Fenster entweicht ungefähr 12 Prozent der gesamten Wärmeenergie. Das entspricht in etwa dem Wärmeverlust durch eine ineffektive Heizung und dem durch einen schlecht gedämmten Keller. Dem Beispiel wurden ca. 20 Jahre alte Fenster mit Kunststoffrahmen und Doppelverglasung zugrunde gelegt. Bei einem Austausch lässt sich der Energieverlust, der durch die neuen Fenster erfolgt, um mehr als 50 Prozent reduzieren. Werden die strengeren Standards der KfW Bank als Basis genommen, ist sogar eine Reduzierung um ca. Zweidrittel möglich.



Woher kommt diese Einsparung von Heizkosten?

Moderne Fenster isolieren wesentlich besser als die noch vor wenigen Jahrzehnten üblichen Modelle. Damals betrug der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) noch bei 1,5 – 1,7 W/(m²K). Je niedriger der U-Wert ist, um so besser hält das Fenster die Wärme zurück. Heute sind U-Werte um 1,0 der allgemein verbreitete Standard. Wenn Sie Fördermittel der KfW Bank für eine energetische Sanierung erhalten wollen, muss der U-Wert sogar unter 0,95 W/(m2K) liegen. Fenster mit einem ausgezeichneten Standard haben heute U-Werte von 0,5 – 0,7.

Alte Fenster bringen Probleme

Durch das zunehmende Alter büßen die Fenster zunehmend Aussehen und Funktionsfähigkeit ein. Ihre isolierenden Eigenschaften verschlechtern sich im Laufe der Zeit. Dazu kommen noch andere Probleme, die sich besonders bei Fenstern mit Aluminiumrahmen aus den siebziger und achtziger Jahren zeigen. Damals wurden für die Rahmen fast nur so genannte “kalte” Aluminiumprofile verarbeitet, die kaum eine nennenswerte Wärmedämmung besitzen. Im Winter kühlt sich dadurch die Luft zwischen den Doppelscheiben stark ab und die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Das Ergebnis: die Fenster neigen zum Beschlagen und das Kondenswasser fördert die Bildung von Schimmel. Heute werden Fenster mit kalten Aluminiumprofilen nur noch in Innenräumen zwischen verschiedenen Räumen oder bei Verbindungstüren eingesetzt.

Vorteil neuer Fenster

Der wichtigste Vorteil: Durch den Einbau neuer Fenster mit besseren U-Werten senken Sie die Heizkosten!

Welche Vorteile bringt der Austausch der Fenster?

Der wichtigste Vorteil ist offensichtlich. Durch den Einbau neuer Fenster mit besseren U-Werten senken Sie die Heizkosten. Darüber hinaus gibt es noch andere Vorteile, die nicht so offensichtlich sind. Da neue Fenster die Wärme besser zurückhalten, können sie größer ausfallen als die alten, ohne dass die Heizkosten steigen. Dadurch wird es im Haus heller. Sie sparen zusätzlich Strom, weil Sie weniger für die Beleuchtung benötigen. Vorausgesetzt, die neuen Fenster zeigen nicht gerade nach Norden, bekommen die Räume mehr Sonnenlicht. Das verbessert nicht nur das Wohlbefinden, sondern spart zusätzlich Heizkosten, weil die Sonnenstrahlen durch den Glashauseffekt zur Erwärmung des Hauses beitragen.




Da neue Fenster eine bessere Wärmedämmung haben, isolieren sie nicht nur besser gegen Kälte, sondern auch gegen Schall. Angesichts des stetig zunehmenden Straßenverkehrs ein nicht zu unterschätzender Vorteil, besonders wenn Ihr Haus an einer rege befahrenen Straße steht.

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Außenjalousien als ergänzende Maßnahme

Wenn Sie sich entscheiden, die Fenster auszutauschen, sollten Sie die neuen Fenster mit Vorbau-Rollläden komplettieren. Die Jalousien sparen zusätzlich Energie. Im Winter halten sie die kostbare Wärme im Haus, im Sommer verhindern sie, dass sich das Haus durch die Sonne zu stark aufheizt. Die Rollläden wirken außerdem als zusätzlicher Schallschutz und Schutz gegen Starkregen, Sturm und Hagel.

Ist Renovieren nicht doch besser als austauschen?

Nein, in den meisten Fällen ist der Aufwand bei einer Renovierung alter Fenster gleich hoch oder sogar noch höher als bei einem Austausch gegen neue Fenster. Eine Ausnahme bilden Fenster von Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen. Um das historische Aussehen der Gebäude zu erhalten müssen dort alte Fenster entweder renoviert werden oder falls unbedingt neue Fenster eingebaut werden, müssen diese zumindest äußerlich den alten Original Fenstern entsprechen.

Zusammenfassung

Wenn es um eine energetische Sanierung geht, sollten Sie nicht nur an eine bessere Wärmedämmung von Fassade und Dach sowie die Erneuerung der Heizungsanlage denken, sondern auch die Fenster austauschen und durch solche mit besseren U-Werten ersetzen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Wärme geht durch alte, schlecht isolierte Fenster verloren. Es gilt eine Faustregel, dass ein Fenster ausgetauscht werden sollte, wenn es bereits mindestens 20 Jahre alt ist. Dann entsprechen seine wärmedämmenden Eigenschaften nicht mehr den heutigen Anforderungen. Durch den Einbau neuer Fenster sparen Sie Energie, so dass sich die Kosten relativ schnell amortisieren. Außerdem verbessert sich das Wohnklima erheblich.

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Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch New Africa
Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Elizaveta Galitckaia
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