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Neues in Justizias Waagschalen? Gesetzesänderungen 2020 für Mieter und Eigentümer

Redaktion 13. November 2020
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Im Jahr 2020 gab es einige positive Gesetzes-Novellen für Mieter und Vermieter, die die Wohnsituation entspannen helfen sollen. Konkret handelt es sich um staatliche Förderungen und steuerliche Erleichterungen, die sich stimulierend auf den Miet-Markt sowie ebenfalls Anreize gebend für selbstgenutzte Bestandsimmobilien auswirken sollen. Die beiden wichtigsten Gesetzesänderungen erfahren Sie hier.




Mehr Wohngeld für Mieter

Viele Haushalte mit niedrigem Einkommen, wie manche Single-Haushalte, Studenten und Rentner, erhalten und erhielten bereits durch die deutsche Wohngeldreform 2020 ab 1. Januar 2020 mehr Wohngeld. Das ist zunächst eine erfreuliche legale Neuerung, die in vielen kleinen Haushalten in Deutschland zu einer spürbaren Entlastung des Budgets führen wird, oder schon geführt hat.

Die Leistungserhöhung des Wohngelds ist dabei einkommensabhängig und richtet sich danach, wie sich die Mieten und Löhne/ Einkommen sukzessive entwickeln, und berechnet sich aus der Größe des Haushalts in Mitgliedern, der Wohnfläche in Quadratmetern, dem Einkommen und der Monatsmiete/ Belastung. Um gerade einkommensschwache Haushalte finanziell zu entlasten, setzte die Bundesregierung 2020 bereits 1,2 Milliarden Euro an Wohngeld ein, was eine vergleichsweise hohe Summe darstellt.

Diese Erhöhung des Wohngelds kommt zwar, aufgrund der Berechnung der individuellen Budgetberechtigungsstruktur, einkommensabhängig nicht gerade allen, aber sehr vielen kleinen Haushalten zugute: insgesamt partizipieren 660.000 deutsche Haushalte von der Wohngeldreform 2020. Dadurch kann die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit vor allem für Rentner und kleine, einkommensarme Familie teilweise umgesetzt werden.

Energie-Debatten für Vermieter

Wer Vermieter ist oder vielmehr, wer Eigentum hat und es selbst nutzt, kann von energetischen Sanierungsmaßnahmen für selbstgenutzte Häuser und Wohnungen seit 2020 steuerlich erheblich profitieren. Genau gesagt, wer seine selbstgenutzte Immobilie heute wärmetechnisch verbessern will, zum Beispiel durch grundsätzlich recht kostenintensive Maßnahmen wie das fachmännische Anbringen von einem Wärmedämmputz, Wärmeisolierung, Thermo-Isolierung oder den Austausch von veralteten Heizsystemen, kann ab dem Steuerjahr 2020 (für vorläufig einen Zeitraum von zehn Jahren, doch da ist der Gesetzgeber noch nicht definitiv) durch einen prozentualen Abzug der Sanierungsmaßnahmen von der Steuerschuld gefördert werden.

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Das bedeutet, dass er seine Aufwendungen steuerlich „abschreiben“ kann, was je nach Umfang der Abschreibung eine Erleichterung in vier- oder fünfstelliger Höhe bedeuten kann. Hierzu wurde auf legaler Ebene ein neuer Absatz in § 35c EStG eingefügt und detailliert erklärt, welche Maßnahmen zur energetischen Verbesserung von Immobilien förderfähig sind. Es sind folgende bauliche Immobilien-Maßnahmen, die von dem neuen Gesetz durch Erleichterung der Steuerschuld gefördert werden: die Wärmedämmung von Wänden, Dach oder Geschossdecken; die Erneuerung nichtisolierender Fenster oder Außentüren; die Erneuerung oder der Einbau einer Lüftungsanlage, die Erneuerung einer Heizungsanlage nach neuestem Standard.




Doch nicht nur diese erwartungsgemäßen Sanierungen sind förderfähig, sondern auch – Technologie 2.0 lässt grüßen – die Digitalisierung von energetischen Maßnahmen, wie der Einbau von innovativen Digitalsystemen zur Verbrauchsoptimierung von Energieeinrichtungen im Haus und die Optimierung bestehender, jedoch noch nach altem Energie-Effizienz-Standard operierenden Heizungsanlagen. Je Objekt beträgt die Steuerermäßigung bis zu 20 Prozent der Kosten für die Maßnahmen, ist jedoch nicht nach Oben offen, sondern beläuft sich auf höchstens insgesamt 40.000 Euro.

Zusätzlich gibt es den neuen legalen Passus, dass Kosten des Honorars für einen Energieberater zu 50 Prozent von der Steuerschuld abgezogen werden dürfen. Das Fazit für Eigentümer lautet also: wer eine selbstgenutzte Immobilie hat, sollte schnellstmöglich Maßnahmen zur energetischen Optimierung am Bau vornehmen lassen, um effektiv den Steuervorteil mitnehmen, um seine Energiekosten zu senken!

Zusammenfassung

Das Jahr 2020 hat zwei interessante Veränderungen in der Gesetzeslage gebracht, welche Mieter und Vermieter beziehungsweise Eigentümer interessieren könnten. Mieter profitieren von einer Erhöhung des Wohngelds – dadurch werden vor allem einkommensschwache Haushalte erleichtert. Eigentümer können seit Januar 2020 die Kosten für bauliche Aufwendungen, welche den Energiebedarf senken helfen, wie etwa Wärmedämmung, Isolierfenster oder neue Heizungsanlagen sowie die Honorare für Energieberater, steuerlich erheblich profitieren. Beide Gesetzes-Novellen sorgen für mehr soziale Gerechtigkeit und eine bessere Verteilung von Ressourcen.

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Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch ungvar
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