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Unerwartete Preisentwicklung: Häuser steigen schneller im Kurs als Wohnungen

Redaktion 11. August 2020
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Bei Immobilien gab es jahrelang einen dynamischen Preistrend in Deutschland: Eigentumswohnungen stiegen schneller im Wert als Häuser. Diese Preisentwicklung war durch den langfristig anhaltenden Aufwärtskurs bei den aktuellen Kaufpreisen für Eigentumswohnungen – vor allem in den Ballungsgebieten Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, München und Berlin – nachzuweisen.

Doch in dem in vieler Hinsicht ungewöhnlichen Jahr 2020 hat sich eine ebenfalls ungewöhnliche Neuentwicklung abgezeichnet, denn nun scheinen die marktüblichen Preise für Häuser die Preise für Eigentumswohnungen überholt zu haben – nicht total, sondern relativ in der Dynamik der Preisentwicklung. Denn vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser haben mehrere Prozent in der Preissteigerung zugelegt, seit die Corona-Krise begann, und ein Ende der sukzessiven Entwicklung nach Oben ist nicht abzusehen.

Eine Umfrage bei der Firma F & B für Forschung und Beratung im Immobilienbereich hat nun ergeben, was die Gründe dafür sein könnten, dass das freistehende Einfamilienhaus prozentual noch teurer geworden ist als das Apartment in der Stadt.




Preissteigerung bei Häusern

Der aktuelle Wohn-Index, den die Firma F & B erstellt hat, ergibt, dass Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland sich in den ersten beiden Quartalen von 2020 noch schneller verteuerten als die ohnehin schon attraktiven und preisintensiven Eigentumswohnungen. Die teuersten Eigentumswohnungen seien erwartungsgemäß im Süden, genauer in München, Unterschleißheim, Konstanz und Fürstenfeldbrück zu finden; allerdings hätten Häuserpreise deutschlandweit die Preisentwicklung in den teuren Bayern- und Frankenstädten schon überholt.

Die Preise für vier eigene Wände in Apartmenthäusern haben sich im Vergleich zu 2019 um runde neun Prozent verteuert, also fast um ein Zehntel, beweist die Statistik; im Verhältnis dazu seien die Preise für Eigentumswohnungen vergleichsweise „nur“ um 5,9 Prozent gestiegen. Das bedeutet konkret, dass auf Hauskäufer im Jahr 2020 tatsächlich hohe Summen zukommen, bedenkt man zudem die Kosten für Maklerprovision/ Courtage, sowie Notargebühren und Erwerbsnebenkosten wie Grunderwerbssteuern und die laufenden Grundsteuern.

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Ein Grund für die Verteuerung des begehrten Guts der Ein- und Zweifamilienhäuser sei laut F & B die hohe Lebensqualität, welche nach Ansicht vieler Investoren die Eigentumswohnung in der Stadt übertreffe. Hierbei ginge es um Eigennutzung, während die Eigentumswohnung als Renditeobjekt nach wie vor hoch im Kurs stehe.




Weitere Veränderungen auf dem Immobilienmarkt

Die Firma F & B vergleicht nicht nur Kaufpreise für Häuser, sondern hält auch die gesamte Mietentwicklung in Deutschland, vor allem in Berlin, kritisch im Blick. Der von der Stadtsenatorin Karin Lompscher (Partei Die Linke) vehement geforderte „Mietendeckel“ in der Hauptstadt hat dazu geführt, dass viele Vermieter sogenannte Schattenmieten berechnen – sowie auch, dass auf zahlreiche Mieter in naher Zukunft gewaltige Nachzahlungen zukommen könnten, wenn das reformierend gemeinte Modell rechtlich gekippt werden könnte.

Denn die Chancen stehen aus Expertensicht gut, dass das Bundesverfassungsgericht die von Oben herab verordnete Einfrierung der Mieten als rechtswidrig ansieht, und dadurch den Mietern, die sich über eine Mietersparnis gefreut haben, nachwirkend hohe Nachzahlungen aufbürdet.

Die Differenz zwischen der bisherigen Mietdeckelmiete und der marktüblichen Miete sei nach Ansicht der Fachleute von F & B eklatant und könne bei über 3000 Wohnungen allein in Berlin je über sieben Euro pro Quadratmeter bedeuten, was Nachzahlungen in Höhe von mehr als einer Million Euro im Monat bedeuten könne. Frau Lompscher ist übrigens erst kürzlich, im August 2020, wegen nicht deklarierter Bezüge vom Amt der Stadtsenatorin zurückgetreten.

Zusammenfassung

Eigentumswohnungen hatten in Deutschland über die letzten Jahre hinweg eine rapide Preissteigerung zu verzeichnen, was aus dem Unterangebot an verfügbarem Wohnraum, vor allem in den städtischen Ballungsgebieten, sowie der anhaltend hohen Nachfrage, hervorging. Allerdings hat eine aktuelle Studie der Firma F & B in ihrem Wohn-Index für 2020 nun erwiesen, dass zwar die Preise für Apartments weiterhin gestiegen sind, die sukzessive Preisentwicklung bei der Objektkategorie Häuser (Ein- bis Zweifamilienhäuser) jedoch noch höher sei.

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Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch MIND AND I
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