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Immobilienmarkt Wohnungen

Schülerstudie zeigt: Hamburgs Mieten doppelt so hoch wie vor 20 Jahren

Redaktion 23. Juni 2020
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Hamburgs Mieten verteuern sich weiter. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichen Schülerstudie des Gymnasiums Ohmoor, die seit 1986 jährlich durchgeführt wird. Demnach liegt der Durchschnittspreis für neu vermietete Wohnungen in der Hansestadt inzwischen bei 13,45 Euro pro Quadratmeter, außerhalb der Stadtgrenze kostet der Quadratmeter durchschnittlich 9,56 Euro Miete.




Verdoppelung der Mietpreise in den letzten 20 Jahren

Dieser Durchschnittspreis ist eine Verdoppelung der Mieten in den letzten 20 Jahren. Denn im Jahr 2000 lag der Schüleruntersuchung zufolge die Durchschnittsmiete in 30 ausgewählten Stadtteilen noch bei 8,14 Euro pro Quadratmeter. Vor allem im Umland ist der diesjährige Mietpreisanstieg signifikant – mit 3,2 Prozent im Vergleich zu Vorjahr liegt dieser deutlich höher als der innerstädtische Anstieg von 1,6 Prozent.

Die Studie des Gymnasiums Ohmoor wird seit 34 Jahren jährlich anhand von Immobilienanzeigen auf dem Portal Immowelt.de aus der Hansestadt und Umgebung durchgeführt. Dieses Jahr wurden unter der Leitung der Lehrer Silke Drawert und Carl-Jürgen Bautsch 7.200 Anzeigen analysiert – wegen der Corona-Krise vor allem im Homeoffice.

Hafencity am teuersten – Lurup besonders günstig

Als teuersten Stadtteil identifizierte die Studie wie schon in vergangenen Jahren die Hafencity. Hier werden durchschnittlich Mieten in Höhe von 20,72 Euro verlangt. Besonders günstig hingegen fallen die Mieten in Lurup aus. Auch der Bezirk Harburg weist keinen Stadtteil auf, in dem die durchschnittliche Miete höher als 11,50 Euro pro Quadratmeter liegt.

In einem besonderen 20-Jahres-Vergleich kamen die Schüler zudem zu dem Ergebnis, dass St. Pauli zu den Stadtteilen mit dem größten Mietpreisanstieg seit dem Jahr 2000 gehört. Damals konnte hier eine neu vermietete Wohnung noch für durchschnittliche 7,45 Euro pro Quadratmeter mieten, heute wird ein Durchschnittsquadratmeterpreis von 16,45 Euro verlangt. Eine ähnliche Entwicklung ist in St. Georg zu beobachten – hier stiegen die Mieten von 7,55 Euro im Jahr 2000 auf 14,70 Euro im Jahr 2020. In Altona kletterte der Durchschnittspreis für den gemieteten Quadratmeter von 8,01 Euro auf 16,92 Euro, in Wilhelmsburg von 5,71 Euro auf 10,39 Euro. Fast überall kann ein Anstieg um 100 Prozent beobachtet werden.

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Nur die bereits damals teuren Stadtteile Blankenese und Rotherbaum haben sich hingegen nicht so stark verteuert. In Blankenese stiegen die Durchschnittsmieten von 10,83 Euro auf 15,52 Euro und in Rotherbaum von 10,29 Euro auf 16,90 Euro.



Studie als Anlass: Mieterverein fordert Gesetzesverschärfungen

Das ist ein Alarmsignal, urteilt der Mieterverein zu Hamburg und fordert dringend Maßnahmen.„Die Brisanz besteht darin, dass die Neuvertragsmieten trotz des Wohnungsneubaus, Mietpreisbremse und diverser Mieterschutzbestimmungen in der Zeit von 2000 bis 2020 fast doppelt so schnell gestiegen sind wie die Inflationsrate“, sagt Vorsitzender des Mietervereins Siegmund Chychla gegenüber der Welt. „Zu den größten Verlierern gehören Mieterhaushalte der zentrumsnahen Quartiere, beispielsweise St. Pauli und St. Georg. Dort mussten die Mieterinnen und Mieter Mietsteigerungen um hundert Prozent und mehr verkraften – wenn sie nicht schon früher verdrängt wurden.“

Der Mieterverein fordert daher, dass nicht nur die Mietpreisbremse für Hamburg verlängert wird, sondern auch der Paragraf 5 des Wirtschaftsstrafgesetzes verschärft werden soll. Die bayrische CSU hatte Anfang des Jahres einen Gesetzesentwurf in Berlin eingebracht, der eine bessere Ahndung von überhöhten Mieten ermöglichen soll.

Bisher müssten Mieter selbst nachweisen, dass ihr Vermieter eine unzulässig hohe Miete verlange. Dem Mieterverein zufolge würde dieser Umstand dazu führen, dass die Bestimmung zum Schutz vor überhöhten Mieten auf dem Wohnungsmarkt gar nicht zur Anwendung komme.

Zusammenfassung

Hamburgs Mieten verteuern sich weiter, ergab eine Schülerstudie, die seit 34 Jahren einmal jährlich durchgeführt wird. Im 20-Jahres-Vergleich fanden die Gymnasiasten heraus, dass sich die Miete in vielen Stadtteilen verdoppelt habe.

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Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch trotalo
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