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Immobilienmarkt News

Immobilien-Markt stagniert aufgrund von Corona

Redaktion 17. April 2020
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Jahrelang ging es auf dem deutschen – und internationalen – Immobilienmarkt nur bergauf, und Experten sprachen von einem regelrechten Boom. Durch die Corona-Pandemie sind nun Mieten und Verkaufspreise für Immobilien erst einmal auf nicht absehbare Zeit eingefroren, da sich die Kaufkraft abgeschwächt hat.

Was zunächst als kurzfristige Schwankung auf dem sensitiven Immobilienmarkt erschien, könnte sich mittelfristig zu einer Verschiebung der wirtschaftlichen Verhältnisse auswachsen und noch unvorhergesehene Konsequenzen haben. Investoren reagieren immer konservativer auf die wirtschaftlichen Veränderungen und sehen von Käufen ab. Eigentümer, die erst vor kurzem ihre Immobilie erworben haben, haben oft selbst Einkommenseinbußen und wissen nicht, wie sie ihre monatliche Rate zahlen sollen.

Vermieter kommen ebenfalls oftmals in Schwierigkeiten, da sie auf Mietzahlungen angewiesen sind. Ein Experte für Immobilienwirtschaft erklärt, warum und inwiefern Corona eine Wende auf dem Immobilienmarkt bedeuten könnte – und dass dieser Trend sich schon vor dem Ausbruch des Virus abgezeichnet hat




Google verzeichnet weniger Suchen

Wer heute mieten will, sucht im Internet nach einer Wohnung. Wer kaufen will, sucht ebenfalls im Internet ein geeignetes Objekt. Die außerordentlich hohe Transparenz der Internet-Geschäfte bringt es mit sich, dass gegenwärtig die Relation von Angebot und Nachfrage statistisch gut erfasst werden kann. Noch Anfang März 2020 gab es 100 Suchanfragen zum Thema Immobilien innerhalb eines kurzen Zeitraums.

Mittlerweile gehen die Suchanfragen „Wohnung/ Haus mieten“ oder „Wohnung/Haus kaufen“ jedoch drastisch zurück, Google und andere Suchmaschinen werden weitaus seltener befragt, es gibt im selben Zeitraum nur noch 50 Suchanfragen. Hinzu kommt aktuell die relative Unattraktivität der Immobiliensuche in Zeiten von pandemischer Ansteckungsgefahr in der Bevölkerung. Das Kontaktverbot, das die Bundesregierung Ende März ausgesprochen hatte, macht die Suche nach Immobilien in der Praxis schwierig und stellt Hürden auf, die bisher noch nicht bekannt waren.

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Denn aufgrund der praktischen Unmöglichkeit, Immobilien mit dem Makler vor Ort zu besichtigen, ist der Erlebnisfaktor – trotz 3-D-Grafiken und Filmen – sehr stark eingeschränkt, was das Kaufverhalten schwächt. Nicht nur Besichtigungen, auch Notartermine sind nun praktisch unmöglich. Hinzu kommt der psychologische Faktor, denn viele Menschen, die sich Sorgen um ihren Job machen, wollen gerade jetzt keine so hohe und langfristig verpflichtende Investition wie die in eine Immobilie tätigen.




Was bedeutet das Kontaktverbot für den Immobilienmarkt?

Doch das Kontaktverbot und der psychologische Effekt der Existenzangst ist nicht die einzige Ursache, weshalb nun Mieten und Kaufpreise in Deutschland stagnieren oder sogar rückläufig sind. Prof. Michael Voigtländer, studierter Volkswirt am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln und Immobilienexperte, kennt noch weitere Ursachen: der Rückgang der Migration, die Abwanderung von Fachkräften aus Deutschland, sowie Einkommenseinbußen bei den Mietern.

Er sieht voraus, dass die Mieten und Kaufpreise für Häuser und Wohnungen in Deutschland mittelfristig sinken werden, da sich der stetige Aufwärts-Trend der vergangenen Jahre in der Preisentwicklung unter den veränderten demographischen und volkswirtschaftlichen Bedingungen nicht mehr aufrechterhalten lässt. Allerdings gibt er zu bedenken, dass ein Stagnations-Trend schon vor der Corona-Pandemie zu beobachten war, insbesondere in den deutschen Großstädten, wo einfach faktisch das Maximum an erzielbaren Mieten und Kaufpreisen erreicht worden war und weitere Steigerungen unmöglich schienen.

Was sollte man nun tun, nach Ansicht des Experten Dr. Voigtländer? Er rät dazu, nicht in Panik zu verfallen und keine übereilten Entscheidungen in der Zeitnot zu treffen, da der Immobilienmarkt in Deutschland sich gerade neu sortiert. Jetzt solle man weder kaufen noch verkaufen, sondern lieber abwarten. Das bedeutet vielleicht, man solle faktisch der Stagnation zuarbeiten und sich passiv verhalten.

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Zusammenfassung

Seitdem in Deutschland das Corona-bedingte Kontaktverbot ausgesprochen wurde, krankt der Immobilienmarkt in Deutschland an sinkender Nachfrage. Suchmaschinen werden weitaus seltener konsultiert bei der Recherche nach mietbaren oder zum Kauf stehenden Wohnungen, effektiv wird weniger Vermögen in Immobilien investiert – ein Trend, der volkswirtschaftliche Folgen haben könnte.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Andrey_Popov
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