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Immobilienmarkt News

Der Immobilienmarkt ist nicht immun gegen die Corona-Krise!

Redaktion 17. März 2020
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Die ersten Messen sind abgesagt oder verschoben, wie die internationale Immobilienmesse „Mipim“ in Cannes oder die Fachmesse „Light an Building“ – die ersten Spuren der Gesundheitskrise führen auch in die Immobilienbranche. Wirtschaftliche Folgen scheint die allgemeine Krise um den neuartigen Virus Covid-19 und deren monetären Auswirkungen aktuell nicht auf den Immobilienmarkt zu haben.

Noch nicht! Denn das ist nur eine Frage der Zeit, sagen Experten.




Weniger Umzüge, weniger Investitionen, mehr Abstoßungen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie wird auch den deutschen Immobilienmarkt treffen. So werde die Nachfrage nach Wohnraum in den kommenden Wochen stark beeinträchtigt sein, nimmt der Vorstandsvorsitzender des Immobilien-Forschungsinstitut Empirica Reiner Braun an und äußert sich dementsprechend gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Zahlen der Umzüge innerhalb Deutschlands würde sinken und auch die Zuzüge aus dem Ausland würden aufgrund der verhängten Maßnahmen zu Grenzschließungen schwieriger.

Ebenso sieht er in der Zukunft weniger Investitionen auf dem Markt. Denn zahlreiche Investoren haben an der Börse gerade viel Geld verloren. Statt zu investieren, könnte sich ein Abstoßungsverhalten bisheriger Bestände entwickeln.

Aktuell sind bereits Auswirkungen auf dem Hotelmarkt zu sehen. „Investoren werden sich in nächster Zeit mit weiteren Käufen von Hotels deutlich zurückhalten“, sagte auch Thomas Beyerle, Chefresearcher der Immobilienberatungsgesellschaft Catella gegenüber der „Welt“. Die Hotelbranche ist bereits von vielen Umsatzeinbrüchen betroffen. „Die neue Infektionskrankheit zeigt, wie anfällig das Beherbergungsgeschäft für externe Schocks ist.“

Auswirkungen auf den Mietmarkt, sich beruhigende Kaufpreise

Auch für den Mietmarkt erwarten Experten Auswirkungen – durch Verdienstausfällen von Zahlungsverpflichtungen. Eine „platzende Blase“ sei nicht ausgeschlossen. Ob die dringend benötigten Bauarbeiten auf dem Wohnungsmarkt weiter ausgeführt werden, ist ebenfalls fraglich.

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Zumindest könnten die Kaufpreise sich ein wenig beruhigen, mutmaßt Braun. Wie Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung auf ntv.de genauer betrachtet, ist es sehr wahrscheinlich, dass der kleine Mann, der heute noch ein Haus kaufen wollte, wegen Kurzarbeit und Jobbedrohung seine Pläne nun eher auf Eis legt – die Nachfrage könnte sinken. Auf der anderen Immobilienseite könnten Besitzer nun ihr Haus doch schnell auf dem Markt anbieten und nicht länger warten, bevor Immobilienpreise womöglich in den Keller rutschen – das Angebot könnte steigen. Diese beiden Entwicklungen könnten die Kaufpreise auf den Immobilienmarkt wieder etwas zurechtstutzen.

Herbst erwartet jedoch steigende Bauzinsen. Denn unter anderem müssen vor allem Banken in Krisenzeiten auf ihre Margen achten – überlebensfähige Gewinne aus dem Baufinanzierungsgeschäft sind für sie besonders wichtig. Daher ist zu erwarten, dass die Zinsen flächendeckend steigen werden.




Sind sinkende Stimmungsindexe weitere Anzeichen?

Die Angst scheint auf dem Immobilienmarkt bereits deutlich umzugehen. Viele Akteure erwarten Umsatzeinbrüche. Das hat der Immobilienstimmungsindex der Deutsche Hypo bereits gezeigt. Hier ist vor allem die Stimmung von den 1200 Experten für den Hotelimmobilienmarkt auf einen historischen Tiefststand von 100,5 Punkten gefallen. Das sind 10,5 Prozent weniger als im Vormonat.

Auch der Index für Wohnimmobilien sank deutlich: um neun Prozent auf 127,9 Punkte. Lediglich das Stimmungsbarometer für Logistikobjekte (3,5 Prozent) und das von Einzelhandelsimmobilien (5,8 Prozent) sanken weniger. Letzteres kann sich jedoch täglich ändern, nach weiteren beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierungen, auch Geschäfte zu schließen. Das Klima für Büroimmobilien blieb hingegen unverändert.

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Die Branche hält gespannt die Luft an

Wie sich die Gesundheitskrise auf dem Immobilienmarkt tatsächlich auswirkt, bleibt weiter abzuwarten. Aktuell scheint es, dass die Immobilienbranche die Luft anhält und die Nervosität herum geht. Doch es gibt auch positive Stimmen, die Mut machen wollen. So sagte Michael Fenderl, Chefresearcher bei der Beratungsgesellschaft Aengevelt Immobilien in Berlin ebenfalls der „Welt“ gegenüber: „Die deutschen Immobilienmärkte sind grundsätzlich gesund […] die Menschen werden weiter wohnen, arbeiten und einkaufen müssen.“

Zusammenfassung

Die Corona-Krise wird auch nicht vor dem Immobilienmarkt halt machen. Jedoch ist noch nicht genau vorherzusagen, wie sich die Einschränkungen rund um den Virus auf Wohnverhältnisse, Investitionen, Bauvorhaben und Miet- und Kaufpreise auswirken werden.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch A_stockphoto
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