LOADING

Type to search

Immobilienmarkt News

Der Immobilienmarkt überhitzt sich

Redaktion 2. August 2019
Beitrag teilen:

Immobilienpreise steigen und steigen – doch wo ist die Grenze? Experten warnen vor einer sogenannten „Überhitzung“ des Wohnungsmarktes durch nicht regulierte Preisgrenzen. Auch eine Überbewertung von Immobilien in Bezug auf den Preis könnte eine Rolle spielen bei dem anscheinend ungebremsten Preiswachstum.




Die EZB warnt vor einer Überhitzung der Immobilienmärkte

Längst ist die steigende Preispolitik bei Immobilien kein nationales Thema mehr. Wenngleich es stimmt, dass in deutschen Großstädten wie München, Hamburg, Stuttgart und auch Berlin die Mieten und Kaufpreise in schwindelerregende Höhen steigen, so ist die Situation doch nicht auf Deutschland begrenzt. Überall in Europa, warnen Experten, steigen die Immobilienpreise exorbitant an. Das hat gravierende Folgen nicht nur für den Verbraucher, der sich dadurch verschuldet und statistisch gesehen 15 bis 20 Jahre benötigt, um die Hypothek abzuzahlen. Denn es ist längst kein Problem mehr auf individueller Ebene als Verschuldung von einzelnen Konsumenten, sondern hat die Ausmaße nationaler Verschuldung angenommen.

Auch schon die Staatshaushalte in Europa werden belastet, da mehr und mehr Verbraucher hohe Kredite benötigen. Zudem haben sich die Staaten selbst als Investoren in Immobilien, zum Beispiel für Gewerbe, massiver verschuldet als in den Vorjahren. Experten von der EZB (Europäische Zentral Bank) warnen daher schon seit mehreren Jahren davor, dass ein weiterer Anstieg bei Immobilienpreisen und demzufolge eine immer höhere Verschuldung der Haushalte der EU-Mitgliedsstaaten nicht mehr tragbar sei. Doch momentan sieht es auf dem Immobilienmarkt nicht so aus, dass es eine Preisgrenze gäbe oder sich die Preise einpendeln würden auf einem stabilen Niveau.

Jetzt lesen :  Immobilienmakler Stuttgart - Welcher ist der richtige




Die Gründe für die seit Jahren schon stetig ansteigenden immobilienpreise – und demzufolge die Verschuldung der Haushalte in vielen EU-Mitgliedsstaaten – lägen vor allem in einer Überbewertung der Immobilien. Nicht nur Eigentümer, sondern auch professionelle Makler schätzten die Immobilien notorisch zu hoch ein und verlangten unverhältnismäßige Preise. Das führte, sagen die Experten, zu einem Kaufpreisanstieg sowie auch zu einem Anstieg von Mieten, denn die Investoren müssen die hohen Kaufpreise durch steigende Mietpreispolitik wieder wettmachen. Ein weiteres Problem liegt in der Dynamik der Preisentwicklung.

Nicht nur führt die steigende Verschuldung zu ersichtlichen Problemen auf EU-Ebene, auch ein plötzlicher Preisabfall könnte gefährlich werden. Experten warnen, dass wenn die Immobilienblase platzt, die finanzierenden Banken ein Problem bekommen. Zudem haben auch die Schattenbanken und Hedge-Fonds einen Einfluss auf die Dynamik der Preisentwicklung bei Immobilien, warnen Ökonomen. Der europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) hat in einem Jahresbericht dargelegt, dass das ansteigende Preisklima für Immobilien eins der größten Stabilitätsrisiken für nationale Haushalte und finanzierende Banken darstelle.

Was macht der ESBR?

Manch einer hat im Zusammenhang mit der Verschuldungsdebatte erstmals den Namen Europäischer Ausschuss für Systemrisiken (ESBR) gehört. Denn für den Verbraucher wenig bekannt ist die Einrichtung des ESBR und seine Funktion. Der ESBR wurde 2010 als Reaktion auf die Finanzkrise gegründet. Seine Aufgabe ist es, als wirtschaftliche Prognostik Gutachten zu erstellen über mögliche Stabilitätsrisiken durch Verschuldung der EU-Haushalte.

Die steigenden immobilienpreise bedeuteten ein solches Stabilitätsrisiko, sagen Experten dieses Ausschusses. Allerdings sei die Situation in den verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten noch sehr unterschiedlich: in Deutschland wäre das Wachstum der Kredite für Gewerbeimmobilien stagnierend oder teilweise sogar negativ. Wichtig sei es jedoch, diese Entwicklung im Auge zu behalten, da sie über kurz oder lang gravierende Veränderungen innerhalb der Staatshaushalte mit sich führen könnte.

Jetzt lesen :  Trotz angespannter Lage auf dem Immobilienmarkt: Deutschland baut weniger

Zusammenfassung

Die steigenden Immobilienpreise in Europa sind nicht nur eine Problematik für den Verbraucher, sondern mittlerweile auch für Staatshaushalte. Die Verschuldung nationaler Haushalte und die zunehmende Inanspruchnahme finanzierender Banken mit hohen Kreditsummen stellt ein Stabilitätsrisiko dar.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch bluebay
Beitrag teilen: