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Mieterschutzverein protestiert: In Frankfurt herrscht Wohnungsmangel

Redaktion 30. Oktober 2019
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Wer an Frankfurt am Main denkt, denkt automatisch an Banken, die „Skyline“ am Main, die berühmte Goethe-Universität, das Äppelwoi-Fest in Sachsenhausen und vieles andere. Doch die hessische Großstadt, die von ihren Bewohnern auch gern liebevoll als „Mainhattan“ beschrieben wird, hat derzeit ganz andere Probleme als ihr Bankenumfeld und ihr touristisches Image: steigende Mieten machen die Metropole für viele Durchschnittsverdiener und mittlerweile sogar für Besserverdienende fast unerschwinglich. Bürgerinitiativen und Interessenverbände suchen nach Wegen, um der Wohnungsnot und dem Miet-Wucher in Frankfurt zu begegnen, doch noch haben sie wenig Erfolg, da es an durchsetzungsfähigen Konzepten mangelt. Rolf Janßen, der Geschäftsführer des Mieterschutzvereins Frankfurt, erklärt die aktuellen Sorgen und Nöte der Mieter in der traditionellen Goethestadt.




In Frankfurt am Main sind die Mieten fast unerschwinglich

Im bundesweiten Ranking der Städte, die am meisten Wohnungs-Neubau betreiben, steht Frankfurt am Main eigentlich sehr gut da: die Stadt der Dichter und Denker, sowie der Richter und Banker, steht auf Platz drei. Das bedeutet, dass hier rund 78 Prozent der benötigten Neubauten auch tatsächlich realisiert werden – eine äußerst positive Bilanz gegenüber problematischen Städten wie Berlin, die ganz unten in der Rangfolge stehen, weil weniger als ein Drittel der benötigten Neubauten auch realisiert werden. Doch Frankfurt ist trotz des statistisch gesehen sehr hohen Aufkommens von Neubau-Projekten, welche jetzt und in Zukunft den steigenden Bedarf an verfügbarem Wohnraum decken, noch lange keine Mieter-Idylle. Der Geschäftsführer des Mieterschutzvereins Frankfurt, Rolf Janßen, erklärt, warum.

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Unter einer bezahlbaren Miete versteht Rolf Janßen eine Miete, die nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens beträgt. In Frankfurt sähe es aber so aus, dass ein großer Teil der Mieter regelmäßig zwischen 30-60 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete aufbringen müssten. Das bedeutet effektiv, dass weniger Kaufkraft übrig bliebe, um andere Rechnungen oder auch aktuelle Lebensbedürfnisse zu begleichen. Besonders hart treffe es Geringverdiener wie Studenten und Rentner, berichtet Janßen. Denn die meisten Rentner müssten in der Goethe-Stadt 60 Prozent ihres Einkommens oder sogar mehr in ihre Miete investieren, was eine enorme Einschränkung ihrer Lebensqualität bedeute. Wo das Wohnen so teuer ist, müssten notwendigerweise andere Wünsche zurückgedrängt werden – der Geschäftsführer des Mieterschutzvereins Frankfurt erzählt resigniert von Rentnern, die sich aufgrund der horrenden Mieten kaum noch eine Tasse Kaffee im Café leisten können.




Mieterschutzverein Frankfurt fordert mehr Wohnungsbau

Was wäre die Lösung für das Dilemma der überteuerten Mieten, wenn der Neubau von neuem Wohnraum nicht ausreichend Erleichterung auf dem Wohnungsmarkt – und im Geldbeutel – bewirkt? Ein Mietendeckel wie in Berlin könnte in Grenzen auch in der Main-Metropole sinnvoll sein, erklärt der Mieterschutzverein Frankfurt, denn durch eine Preisgrenze bei den Mieten würden die existenziellen Bedürfnisse der Mieter besser berücksichtigt. Tatsächlich hat der Oberbürgermeister von Frankfurt kürzlich auch schon reine Diskussion um den Mietendeckel in seiner Stadt angeregt; ebenso neue Projekte auch des sozialen Wohnungsbaus, denn durch einen Mietendeckel allein würden keine neuen Wohnungen geschaffen – es müsse auch Anreize für Investoren geben, die bauen wollen. Die Stadtplaner scheinen sich zumindest der Problematik zunehmend bewusst zu sein und versuchen, sensibel auf die Nachfragesituation zu reagieren und sie in Einklang mit den finanziellen Möglichkeiten der Bürger zu bringen. Insgesamt sollten jedoch Bund und Länder stärker in die Verantwortung gezogen werden, schließt der Mieterschutzverein, denn es ginge um Lebensbedürfnisse der Bürger und damit um elementare Rechte.

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Zusammenfassung

Dass in Deutschland bezahlbarer Wohnraum zum knappen Gut wird, ist spätestens seit den politischen Debatten im Sommer 2019 offensichtlich. Doch es gibt Hot-Spots der Mietpreise, und Frankfurt am Main gehört seit langem dazu, wobei sich allerdings die Preisverhältnisse nochmals gesteigert haben. Jetzt hat der Mieterschutzverein Frankfurt das Wort ergriffen und eine radikale Verbesserung der Situation auf dem Wohnungsmarkt durch großflächige Neubau-Projekte gefordert.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch RossHelen
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