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Frankfurt Immobilienmarkt News

In Frankfurt verschärft sich der Immobilienmarkt weiter, während er sich in Zürich entspannt

Wohnungsmarkt24 11. März 2018
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In den letzten zehn Jahren stiegen die Preise für Wohneigentum im Kanton Zürich um über die Hälfte an. In diesem Jahr dürfte sich der Markt nun jedoch endlich entspannen. Damit geht der Immobilienmarkt im wichtigsten Banken-Standort der Schweiz eine ganz andere Richtung als in seinem deutschen Pendant Frankfurt. Hier befürchten Experten gerade wegen des Zuzugs von Brexit-Bankern weiter steigende Preise.

Konstante Immobilienpreise werden für den Kanton Zürich vorausgesagt

Peter Meier, der Leiter Analytics Immobilien der Zürcher Kantonalbank (ZKB), gab in einem Interview an, dass er davon ausgehe, dass sich die Preise im Kanton Zürich in diesem Jahr seitwärts bis geringfügig rückläufig entwickeln werden. Dies sei eine Trendumkehr, denn in den letzten Jahren waren die Preise stetig gestiegen. Dafür gebe es laut Meier vor allem drei Gründe:

  1. Niedrigere Zuwanderung
  2. Leicht steigende Zinsen
  3. Stabile Bautätigkeit





Dazu komme noch, dass das Vermögen und die Löhne der Schweizer in den letzten Jahren viel weniger anstiegen als die Preise für Wohneigentum. Auch die CSL Immobilien AG aus Zürich sieht das ganz ähnlich. Sie rechnet auf dem Immobilienmarkt in Zürich mit konstanten Kaufpreisen, wie die Leiterin für Vermarktung der Wohn- und Gewerbeimmobilien, Stefanie Bigler, erklärt. Sie gibt als Grund ebenfalls die niedrige Zuwanderung an. Tatsächlich konnte die Bevölkerung im Kanton Zürich im vergangenen Jahr lediglich um 1,1 Prozent zunehmen. Damit hat sich das Wachstum den Angaben des Statistischen Amtes zufolge leicht abgeschwächt. Infolgedessen lässt auch der Druck auf den Immobilienmarkt nach.

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Darüber hinaus wurden bei vielen Banken wie UBS Group AG und Credit Suisse Group AG zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Lars Keller, der geschäftsführende Gesellschafter des Maklers Engel & Völkers aus Zürich, betont, dass zwar viele Käufer noch immer aus der Finanzbranche kämen, die Anzahl jener Käufer im direkten Vergleich zu vor fünf Jahren jedoch deutlich abgenommen habe. Auch der Wohneigentumsindex ZWEX deutet an, dass der Züricher Immobilienmarkt sich entspannen könnte.

Immobilienpreise in Zürich

Immobilienmarkt in Zürich mit konstanten Kaufpreisen – Wunscherschöne Immobilien in der historischen Altstadt

Er wird von der ZKB erstellt und bildet die Preisentwicklung im Kanton Zürich ab. Demnach gingen die Preise für Wohneigentum allein in den letzten drei Monaten des Jahres 2017 um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück. In den ersten drei Quartalen von 2017 konnte der Index verglichen mit den Vorquartalen noch um jeweils etwa zwei Prozent steigen. In Hinsicht auf die letzten zehn Jahre verteuerte sich das Wohneigentum im Kanton Zürich den Daten der ZKB zufolge um 56 Prozent. Etwa 30 Prozent aller Banken der Schweiz haben ihren Sitz in Zürich. Deshalb ist Zürich laut dem Züricher Bankenverband der wichtigste Finanzplatz der Schweiz.



Derweil verschärft sich der Immobilienmarkt in Frankfurt weiter

Das deutsche Pendant dazu ist Frankfurt. Von einer Entspannung des Immobilienmarktes kann hier derzeit aber noch nicht die Rede sein. Experten erwarten einen Ansturm von weiteren 10.000 Brexit-Bankern auf den Frankfurter Markt für Eigentumswohnungen, der die ohnehin schon angespannte Lage noch weiter verschärfen könnte. Im Vergleich zu London sind die Immobilien in Frankfurt noch deutlich günstiger, weshalb sich viele Londoner aus der Finanzbranche für das erschwingliche Wohneigentum interessieren.

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Bereits im ersten halben Jahr von 2017 nahm die Bevölkerung in der Banken-Metropole Deutschlands mit fast 0,9 Prozent so stark zu wie die Einwohnerzahl Zürichs im kompletten letzten Jahr. Die Jahres-Daten für Frankfurt liegen zum jetzigen Zeitpunkt dabei noch nicht vor. Julius Stinauer, der beim Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle Inc. (JLL) als Associate Director Valuation & Transaction Advisory arbeitet, ist der Meinung, dass jeder zusätzliche Zuzug – ganz egal, ob es sich dabei nur um ein paar Tausend Bankmitarbeiter handelt – die Kaufpreise in Frankfurt weiter in die Höhe treiben werde. Laut JLL haben sich die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in der Metropole im zweiten Halbjahr 2017 bereits um 10,7 Prozent erhöht. Das Unternehmen sieht für diesen Anstieg vor allem zwei Gründe:

  1. Zu spärliches Neubauangebot
  2. Wachsende Nachfrage wegen des Bevölkerungswachstums

Ganz im Gegensatz zu Zürich bleibt der Immobilienmarkt in Frankfurt daher weiter angespannt.



Zusammenfassung

In Zürich erlahmt der Immobilienmarkt aktuell wegen der niedrigen Zuwanderung, den geringfügig steigenden Zinsen und der stabilen Bautätigkeit, sodass die Preise für Wohneigentum im Jahr 2018 in der Regel konstant bleiben und teilweise sogar leichte Preisrückgänge erwartet werden. Im Gegensatz dazu verschärft sich der Zustand des Frankfurter Immobilienmarkts weiter, was nicht zuletzt an dem Zuzug von Brexit-Bankern liegt.

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