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Immobilienmarkt News

Schluss mit dem Bestellerprinzip beim Immobilienkauf: Käufer zahlen mehr Maklergebühren

Redaktion 15. Mai 2020
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Das sogenannte „Bestellerprinzip“ ist eine juristische Formulierung und bedeutet einfach: wer bestellt, zahlt. Das gilt beim Kaffee- und beim Autokauf, sowie auch beim Immobilienkauf. Denn bislang war es so, dass der Verkäufer – also derjenige, der den Makler bestellt – die Maklerprovision bezahlt. Hierfür stand auch die frühere Wirtschaftsministerin Katharina Barley (SPD), die ein klares „Ja“ zum Bestellerprinzip äusserte.

Doch mit Barleys Ausscheiden aus ihrem Posten scheint auch das alte Bestellerprinzip beim Immobilienkauf zu verschwinden, denn ihre Nachfolgerin Christine Lambrecht (ebenfalls SPD) hat schon deutlich gemacht, dass sie ab sofort Teile der Maklerprovision auf die Käufer abtreten möchte. Die Idee, die dahinter steht, ist die, dass es in den deutschen Bundesländern bislang sehr unterschiedliche Regelungen beim Zahlen der Maklerprovision gibt und dass es Sinn macht, den Markt zu vereinheitlichen, indem diese Normen bundesweit nivelliert werden.

Doch ist das auch im Interesse der Käufer, und wird dadurch nicht zu stark regulierend in die Angebot-Nachfrage-Situation eingegriffen? Wir forschen nach, was das neue Gesetz für Hauskäufer und andere Investoren ändern wird, und ob sich das Ziel der Gesetzesinitiative, die Regelungen anzupassen, auf diese Art gut durchsetzen lässt.




Wie hoch ist die Maklerprovision?

Die Maklerprovision ist je nach Bundesland unterschiedlich hoch beziffert und beträgt zwischen 3,57 und 7,14 Prozent des Kaufpreises. Hiermit wird der Wert in Zahlen ausgedrückt, der die Vermittlungstätigkeit des Makler beträgt, und somit sein Honorar ausmacht. Der Grund, weshalb die Maklerprovisionen innerhalb Deutschlands so unterschiedlich sind und um fast vier Prozent changieren, ist ein historischer, denn die Geschichte der einzelnen Bundesländer hat unterschiedliche Regelungen, die seinerzeit marktangepasst waren, hervorgebracht.

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Doch damit soll es heute vorbei sein, denn die Gesetzesinitiative der SPD wird schon bald im Bundestag debattiert und wahrscheinlich als gültig anerkannt. Experten rechnen ab Herbst 2020 mit dem neuen Gesetz, denn es gibt derzeit kaum Opposition zu einem einheitlichen Verzicht auf das Bestellerprinzip und einer bundesweit gültigen, gesetzmäßigen Teilung der Maklerprovisionen zwischen Verkäufer und Käufer.



Was ändert sich durch das neue Gesetz?

Wenn Käufer und Verkäufer zukünftig die Maklerprovision teilen müssen, wird der Immobilienerwerb für den Käufer effektiv teurer, denn er muss zusätzlich einen Teil der Provision zahlen. Bei den gegenwärtigen Immobilienpreisen kann die zusätzliche finanzielle Belastung für den Käufer durch die geteilte Maklerprovision durchaus schnell in einen fünfstelligen Bereich gehen. Eine Option wäre, als Käufer auf die wenigen Angebote zu achten, die ohne Makler auf dem Markt angeboten werden – direkt offeriert vom Eigentümer.

Doch solche Offerten sind selten, und es dürfte zu wenig Angebot für die Nachfrage geben, so dass der Markt an Eigentümer-Verkäufen von Immobilien bundesweit an Unterdeckung leidet. Dennoch gibt es eine gute Nachricht, denn die Aufgabe dieses Gesetzesentwurfs ist es nicht, die Käufer zu schikanieren, sondern eher, die unterschiedlichen Regelungen der Maklerprovision bundesweit zu normalisieren und anzupassen.

Bisher hatten Hauskäufer in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen und Hamburg das Nachsehen, denn sie mussten die gesamte Maklerprovision zahlen – und sie dürfen sich bald darüber freuen, dass die Kosten für den Vermittler paritätisch mit dem Verkäufer geteilt werden. In anderen Bundesländern, wo der Verkäufer bislang die ganze Maklerprovision übernommen hat, geraten Käufer in die Lage, sich gleichwertig beteiligen zu müssen an den Kosten. Und in Bundesländern, in denen auch zuvor schon das Prinzip des Teilens der Gebühren galt, ändert sich durch die Gesetzesinitiative nichts.

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Zusammenfassung

Bislang galt überall in Deutschland auch beim Immobilienkauf das sogenannte Bestellerprinzip – wer den Makler beauftragt, zahlt die Maklerprovision. Mittlerweile soll sich das ändern, denn der Deutsche Bundestag stimmt über ein Gesetz ab, das besagt, dass sich künftig Käufer und Verkäufer die Maklerprovision, die je nach Bundesland 3,57 bis 7,14 Prozent des Kaufpreises der Immobilien beträgt, teilen sollen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch pixfly
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