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Immobilienmarkt News

Mietanstieg nach Neuvermietung?

Redaktion 24. Januar 2020
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Jahrelang war es eine beliebte Praxis unter deutschen Vermietern, nach dem Auszug von Mietern anlässlich einer Neuvermietung kräftig die Miete zu erhöhen und somit für dieselbe Wohnung mehr Geld zu erhalten. Doch mittlerweile ist diese Vorgehensweise, die vielen Wohnungssuchenden Kopfzerbrechen gemacht hat, nicht mehr so stark verbreitet, urteilen Experten in einer aktuellen Studie über die Immobilien-Preise in Deutschland. Der Immobilienspezialist F & B hat ermittelt, dass in deutschen Großstädten wie Bremen, Berlin und München die Neuverträge für Wohnungen nicht mehr höher dotiert werden als Altverträge, und Mieten insofern auch bei Neubeziehung meist stabil bleiben. Was die Gründe sind und wie sich diese Veränderung auf die aktuelle Wohnungsmarkt-Politik auswirkt, sehen Sie hier.




Dieselbe Wohnung für mehr Geld?

Früher war es üblich, dass nach einer Neuvermietung dieselbe Wohnung teurer auf dem Markt angeboten wurde und somit die Miete von Vermietung zu Vermietung sukzessiv steigen konnte. Der Vermieter konnte im Rahmen dieser etablierten Praxis zum Beispiel Renovierungen geltend machen, die er nach dem Auszug und bei Leerstand durchgeführt hat, und er konnte sich auch auf verschiedene andere Rechtfertigungsgründe berufen, auch wenn keine Verbesserung der Wohnsubstanz stattgefunden hatte, indem die angespannte Lage am Wohnungsmarkt mit einem Unterangebot von Wohnungen und einer übergroßen Nachfrage einen höheren Preis legitimierte.

Doch diese Situation setzt sich gegenwärtig nicht unvermittelt fort – in vielen deutschen Städten können Wohnungssuchende schon aufatmen. Berlin, Bremen und München gehören laut einer aktuellen Studie über Mietspiegel zu den großen Metropolregionen mit stabilen Neuvermietungspreisen, und es gibt in Bayern und Baden-Württemberg sogar Regionen, wo die Tendenz bei Neuvermietungen fallend ist. Der Grund hierfür ist aus Expertensicht der, dass sich der überhitzte Immobilienmarkt partiell erholt hat – und das ist doch eine erfreuliche Nachricht.

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Eine Obergrenze für Mieten ist vielerorts erreicht

Marktberuhigung als Motiv für stabile oder sogar sinkende Neumieten? Weshalb das Wohnen doch nicht immer teurer wird, wie manche befürchtet haben, hat keinen altruistischen Grund: Vermieter setzen nicht aus Menschenliebe ein Stopp bei der Preiskalkulation der Mieten bei Neubeziehung, sondern oftmals deshalb, weil die preisliche Obergrenze bereits erreicht ist. Die Immobilienexperten F & B urteilen, dass in Metropolregionen wie München und Berlin aktuell das Maximum an Quadratmeterpreisen in vielen Quartieren bereits erreicht worden ist im Rahmen der Altmietverträge, und dass neue Mietverträge daher nicht noch höher klettern können, was die preislichen Bedingungen angeht.




Doch diese erstaunliche Situation bildet nach Expertenmeinung auch nur einen kleinen Teil des Gesamtbildes am deutschen Haus- und Wohnungsmarkt ab, denn obwohl die Mieten mancherorts nicht mehr steigen – Vermieter also gleichbleibende und nicht wachsende Renditen bekommen – ist doch das Gebiet Immobilien an sich noch immer lukrativ. Das Expertenkontor F & B führt auch an, dass die Verkehrswerte für Häuser und Wohnungen in deutschen Top-Lagen seit 2016 erheblich gestiegen sind auf bis zu 5,4 Prozent, so dass sich die Investition in Stein noch immer lohnt, auch wenn die Vermietungspreise etwas stagnieren. Gerade jetzt sollte man als Investor in Immobilien anlegen, raten die Fachleute in Sachen Wohnen und Kaufen, denn die Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Häuser seien noch weiter im Steigen begriffen, so dass eine spätere Kaufentscheidung eine Verteuerung mit sich ziehen kann – für dasselbe Objekt.

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Zusammenfassung

Es war jahrelang eine bekannte Praxis, dass deutsche Vermieter ihre Wohnungen zu einer höheren Miete ausstellten, wenn ein Neumieter ins Haus stand, da dies ein legitimer Grund für Erhöhungen war. Doch die kategorische Mieterhöhung bei Neuvermietung ist jetzt in vielen deutschen Städten wie Berlin, Bremen und München Geschichte, denn hier ist die preisliche Obergrenze vielerorts erreicht. Mieter können sich nun über die relative Stabilität der monatlichen Belastung freuen, Vermieter erleben einen Gleichstand, und dennoch ist das Immobiliengeschäft nach wie vor eine der sichersten Einnahmequellen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Andrey_Popov
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