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Häuser Immobilienmarkt

Macht das Eigenheim glücklich? Analyse zur Käuferzufriedenheit zeigt überraschendes Bild

Redaktion 28. August 2020
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Das eigene Heim gilt für viele Deutsche auch heute noch als Sinnbild für Stabilität, Sicherheit, Geborgenheit, Familie, Zufriedenheit – und für Glück. Denn die Idee, dass das Eigenheim glücklich macht, spukt tatsächlich in den Köpfen vieler Bürger herum, insbesondere, wenn sie aus einer Mietwohnung ziehen. Doch ob sich das Investieren in Immobilien auch emotional rentiert, steht auf einem ganz anderen Blatt, als viele meinen.

Eine aktuelle Studie hat nun herausgefunden, dass die einfache Gleichung „Haus = Glück“ nicht immer aufgeht. Dahinter steht eine umfangreiche Analyse. Das Institut of Labour Economics (IZA) hat untersucht, ob Besitzer einer Immobilie vor dem Kauf richtig beurteilen, wie sehr sich ihre Lebensqualität nach dem Erwerb tatsächlich steigert. Dazu haben die Wissenschaftler Daten des sogenannten sozio-ökonomischen Panels (SOEP) ausgewertet, das jedes Jahr 30.000 Personen zu ihrer ökonomischen Situation und ihrer damit korrespondierenden Lebenszufriedenheit befragt.

Als Basis für die Untersuchung galten dabei Erhebungen von 800 aktuellen Immobilien-Besitzern und andererseits auch den Hauskäufern in spe. Erwartet wurde eine hohe Korrespondenz der materiellen und immateriellen Werte: „Hauserwerb, Glückszuwachs“. Das erstaunliche Ergebnis der Analyse zeigt jedoch, dass die Investition in Stein durchaus nicht mit dem emotionalen Faktor Glück aufzurechnen ist.




Das Ergebnis der Immobilienstudie macht nachdenklich

Das Ergebnis der Studie über den Zusammenhang von Hauskauf und Zufriedenheit oder Glück lautet: Immobilienbesitz führt bei den meisten Investoren tatsächlich zu einer höheren Lebenszufriedenheit. Diese Korrelation ist offensichtlich, denn mit einem Hauskauf fallen Belastungen weg, die ein Mieter erlebt – auch die Frustration, durch die monatlichen Mieten im Grund die Wohnung oder das Haus des Vermieters zu bezahlen statt das eigene.

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Doch es gibt auch einige ausgeprägte Schattenseiten des Immobilienerwerbs, weswegen die Korrelation von Haus und Zufriedenheit keine einfache ist. Denn der Immobilienbesitz macht nicht so zufrieden, wie im Vorfeld von den Hauskäufern angenommen, die oft voller Enthusiasmus auf den Immobilienmarkt strömen und glauben, mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag sei gleichsam ihr privates Glück besiegelt. Käufer in spe, sagen die Wissenschaftler vom IZA-Institut, überschätzten sehr häufig die Steigerung der Lebensqualität nach dem Erwerb des Eigenheims.

Wer am wenigsten vom Hauskauf profitiert

Die IZA-Studie zeigt, dass Statussüchtige am wenigsten vom Hauskauf profitieren. Denn wer sein Haus nur oder vorrangig deswegen erwirbt, um im Bekanntenkreis gut dazustehen, oder der anderen etwas beweisen will nach dem Motto „mein Haus, mein Boot, meine Aktien“, der kommt sehr schnell unsanft in der Realität an. Die massiven jahrzehntelangen Verbindlichkeiten, die ein Hauskäufer eingehen muss, sind auf der schwankenden Basis des Prestigewunsches allein kaum zu bewältigen.




Besser ist es, ein Käufer ist sich vor dem Erwerb des Eigenheims sicher, dass er selbst und seine Familie die eigene Situation verbessern will. Die Eigenmotivation, für sich und seine Lieben etwas Bleibendes zu schaffen, trägt emotional auch über Krisen und Belastungen durch die anfallenden Hypotheken, Kredite und sonstigen Zahlungen hinweg. Noch einen Vorteil hat die an den eigenen, tatsächlichen Bedürfnissen orientierte Investition: sie ist meist auch viel realistischer.

Denn wer aus Statusgründen ein Haus kauft, um zu renommieren und andere zu beeindrucken, verrechnet sich meist und kauft viel zu teuer – er investiert in Prestige-Immobilien, die oftmals sein Budget sprengen. Wer aber sich selbst, seine Familie und eigene Bedürfnisse realistisch im Blick behält, bewahrt meist auch den kühlen Überblick über die Finanzen.

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Zusammenfassung

Gerade in Zeiten unsicherer Finanzentwicklungen auf den internationalen Märkten sind viele private Investoren davon überzeugt, dass der Besitz von Immobilien eine sichere Angelegenheit ist – nicht nur hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, sondern auch fürs eigene Glück. Eine aktuelle Studie des IZA-Instituts hat aber gezeigt, dass Hauskäufer durch den Erwerb ihres Eigenheims weniger Lebensqualität-Steigerung erfahren, als sie es sich von der Investition in Immobilien versprechen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Evgeny Atamanenko
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