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Mieten im hohen Norden steigen asynchron: Was der Hamburger Immobilienmarkt verrät

Redaktion 21. August 2020
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In Deutschlands Norden sind die Mieten für Häuser und Wohnungen seit langer Zeit exponentiell gestiegen – in Hamburg bezahlen Mieter heute rund das Doppelte für ihre vier Wände als vor zwanzig Jahren. Eine aktuelle Analyse des Immobilienportals Immowelt hat ergeben, dass es sich bei dieser Mietpreissteigerung um einen sowohl stetigen Prozess handelt, als auch um eine Steigerung mit Ausnahmen. Denn es gibt trotz des allgemeinen Trends zum Preisanstieg auch überraschende Ergebnisse. Wir stellen die wichtigen Erkenntnisse aus der Immowelt-Studie vor und erläutern, was diese für die Lebenswirklichkeit der Mieter konkret bedeuten.




Auch im Norden wohnt es sich teuer

Die aktuelle Studie des Immobilienportals Immowelt zur Mietsituation im deutschen Norden umfasst die Entwicklungen der Mietpreise in den 62 Kreisen und kreisfreien Städten der Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Nicht inkludiert sind hier jedoch Erkenntnisse aus dem norddeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Die Ergebnisse sind allgemein, dass es eine beträchtliche Steigerung der Mietpreise gab und gibt – bis zu satten fünfzig Prozent. Hierbei sind alle genannten Kreise und kreisfreien Städte mitgemeint.

In Lüchow-Dannenberg war die Inflation der Mieten prozentual am höchsten, wenngleich der totale Betrag der Preise noch unter dem Durchschnitt lag – hier gab es die höchsten Steigerungen, aber noch immer geringere Quadratmeterpreise. Insgesamt lässt sich jedoch überall ein Aufwärtstrend feststellen aufgrund der gestiegenen statistischen Mittelwerte für ortsübliche Mieten. Man kann die Ergebnisse der Immowelt-Studie also so zusammenfassen, dass auch der bisher relativ preiswerte deutsche Norden mittlerweile auffällig teuer geworden ist für Mieter.

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Bisher galt der Süden – Bayern und Baden-Württemberg vor allem – als besonders teure Residenz in Deutschland, doch auch die Immobilienpreise im Norden haben kräftig angezogen, so dass man geografisch nicht mehr von einer Nord-Süd-Steigerung der Mieten sprechen kann.

Hamburg ist eine Ausnahme – doch auf ungewöhnliche Weise

Eine Ausnahme beim allgemeinen Preissteigerungs-Trend stellt die hanseatische Hochburg Hamburg dar. Nicht etwa, weil die Mieten preiswert wären – im Gegenteil, Mieter zahlen dort im Durchschnitt zwölf Euro pro Quadratmeter, was nicht als billig gelten kann. Auch stellt dieser Durchschnittspreis das doppelte der regulären Mieten dar, die im Jahr 2000 in Hamburg fällig waren. Dennoch ist die legendäre Hansestadt eine Ausnahme in der Preisentwicklung, denn prozentual und sukzessive gesehen, stellen sich die Preissteigerungen hier durchaus als nicht so signifikant dar als in den umliegenden Städten.

Während Mieter in der Millionenstadt rund drei Prozent mehr Miete bezahlen als im Vorjahr (Vergleich 2019/ 2020), stiegen die Mieten andernorts prozentual noch drastischer. Am Timmendorfer Strand betrug die Mietpreissteigerung fast fünf Prozent, auch in Cuxhaven und Friesland stiegen die Mieten beträchtlich. Als Grund für die unerwartete Steigerung der monatlichen Fixkosten fürs Wohnen auf dem Land führen die Experten von Immowelt, die diese Analyse durchgeführt haben, unter anderem die „Stadtflucht“ an.




Gerade durch das verstärkte Home-Office in den vergangenen Monaten und den Wegfall einer Präsenz vor Ort im Büro seien manche Bürger weg von der City aufs umliegende Land gezogen, was dort die Preise bei Immobilien erheblich gesteigert habe. Die Millionenstadt Hamburg zum Vergleich habe sich jedoch in Bezug auf ihre Mieten prozentual weniger gesteigert als das infrastrukturell weniger erschlossene, aber deutlich beliebter gewordene Umland. Es gab sogar Gegenden im Norden, die im Preis gefallen sind: Lüneburg und Vechta. Doch ob diese Entwicklung stabil ist, wird die Zukunft zeigen.

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Zusammenfassung

Wer in Deutschland an der Küste wohnen will, hat einen schönen freien Ausblick – und mittlerweile auch hohe Kosten. Denn eine aktuelle Studie des Immobilienportals Immowelt hat ergeben, dass die Mieten im deutschen Norden seit dem Jahr 2000 eine rasante Entwicklung durchgemacht haben, die in manchen Städten zu einer Verdopplung der Mietpreise geführt hat. Eine Ausnahme stellt Hamburg dar – doch man muss die Statistik richtig interpretieren.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch S.Borisov
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