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Immobilienmarkt News

Hohe Mieten im deutschen Süden: Nürnberg und München weiterhin Spitzenreiter

Redaktion 3. Juli 2020
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Es war schon immer etwas teurer, im Süden Deutschlands zu leben. Ob Baden-Württemberg oder Bayern, die Immobilienpreise für Käufer und auch Mieter waren stets an der Obergrenze innerhalb der bundesdeutschen Statistik. An diese Situation hatte man sich gewöhnt, denn sie gehörte dazu wie die Spätzle und die Weißwurst.

Jedoch hat sich die Lage innerhalb des vergangenen Jahrs – trotz Corona-Pandemie – noch erheblich verschärft. Mittlerweile sind die Mieten in Bayern großer Hauptstadt München und in der idyllischen Franken-Metropole Nürnberg so hoch gestiegen, dass Facharbeiter und einfache Angestellte fast keine Möglichkeit mehr haben, die Mietkosten aufzubringen. Fakten zum Thema und aktuelle Informationen zeigen an, dass dieses soziale und wirtschaftliche Problem bei weitem noch nicht gelöst ist.




Wachsende Quadratmeterpreise in Nürnberg – Das Aus für die Dürer-Stadt?

In Nürnberg sind die Mieten teuer – durchschnittlich 8,54 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche kostet das Privileg, in Albrecht Dürers historischer Geburtsstadt eine eigene Wohnung zu besitzen. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Mieten mit diesen Preisen um rund sieben Prozent gestiegen, und das trotz der Pandemie mit ihren bundesweiten und sogar globalen Negativ-Einflüssen auf die Preispolitik. Denn während andernorts die Mieten kurzfristig sanken, blieben und bleiben sie in Franken durchgehend hoch – Tendenz steigend.

Das hat direkte Auswirkungen auf die Finanzmacht einzelner Haushalte, die nun regelmäßig mehr als die Hälfte ihres Einkommens allein für die Miete ausgeben müssen. Am schlimmsten trifft die Miet-Misere Alleinstehende, ältere Personen mit kleiner Rente und alleinerziehende Mütter und Väter – bezahlbare Wohnungen mit kleinem Einkommen zu finden, wird in Nürnberg immer schwieriger. Dazu kommt ein zweites Problem: die Mietsteigerung bei kleinen Wohnungen (bis 30 Quadratmeter) ist mit 13 Prozent im Vergleich zu sieben Prozent noch höher als vergleichsweise bei großen.

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Das heißt, alleinstehende Geringverdiener werden doppelt benachteiligt – indem sie weniger Einkommen zur Verfügung haben, und kleine Wohnungen, die sie sich gerade noch leisten könnten, prozentual auch noch teurer sind. Längst schon haben sich Geringverdiener von dem teuren und touristisch überlaufenen Zentrum der Franken-Metropole zurückgezogen und sind an den weniger besiedelten Stadtrand ausgewichen, doch auch in Vorstadt-Lagen erreichen die Nürnberger Mieten aktuell um 8 Euro pro Quadratmeter.

München, Bayerns teure Metropole: Die Grenzen des Wachstums

Auch München hat schon lange den Ruf einer besonders teuren Stadt für Mieter – doch die aktuelle Entwicklung schlägt alles, was man von der Bayern-Metropole bisher kannte. Sogar ein WG-Zimmer kann dort 96 Euro kosten – nicht insgesamt, sondern pro Quadratmeter. Das war der Fall bei einem Mann, der sich kürzlich in einem weniger renommierten Ortsteil Münchens ein WG-Zimmer für 480 Euro mieten wollte, und stark erstaunt war, als er bei der Besichtigung sah, dass es sich um eine fünf Quadratmeter kleine Abstellkammer handelte.

Die „tz“ berichtete darüber und fragte provokant, ob dies die neue Preispolitik auf dem Münchner Immobilienmarkt sei, oder einfach ein Fall von Vermieter-Habgier der Extraklasse. Auch wenn dieses Beispiel zweifellos überteuert war, es ist signifikant, denn der Durchschnittspreis für Mieten pro Quadratmeter beträgt in München über 20 Euro.



Wird es deshalb bald einen umfassenden demographischen Wandel geben in Süddeutschland, wo Nicht-Akademiker auswandern werden, weil sie sich die Mietpreise nicht mehr leisten können? Oder wird es doch eine Gegenbewegung auf dem Immobilienmarkt geben? Diese Fragen sind offen, doch sie zeigen deutlich, dass ein Mietproblem niemals isoliert anzusehen ist, sondern weitflächige Folgen haben kann, deren Wirkung sich erst in den kommenden Jahren effektiv herausstellen wird.

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Zusammenfassung

Der Süden Deutschlands – Bayern und Ober- oder Unterfranken – war stets von einem hohen Bruttosozialprodukt, verhältnismäßig hohen Löhnen und dabei geringer Arbeitslosigkeit geprägt- Die Mieten waren dem hohen Sozialniveau vergleichsweise angemessen, jedoch im Metropolgürtel um München und Nürnberg dennoch recht teuer. Aktuell hat sich die Lage auf dem Immobilienmarkt jedoch verschärft und die deutsche Südregion zu einer Mieter-Enklave für Gutbetuchte gemacht.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch elxeneize
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