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Immobilienmarkt News

Keine Aussichten für sozial Schwache? Mieten in Nürnberg werden unerschwinglich

Redaktion 24. Oktober 2019
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Aktuelle Umfragen machten unlängst auf eine neue Miet-Misere in Deutschland aufmerksam: in Nürnberg seien die Mietpreise fast unerschwinglich, hieß es. Das Wirtschaftsreferat der Stadt stellte bereits 2018 fest, dass es in der Dürer-City zwar rund 530.000 Einwohner gibt, aber insgesamt zu wenig preiswerten Wohnraum für Familien und Bürger, die statistisch gesehen im unteren Lohndrittel angesiedelt sind.

Vor allem einkommensschwache Familien hätten keine reelle Chance mehr, in der traditionsreichen Franken-Stadt zu wohnen. Zufall? Berechnung? Auswirkung einer verfehlten Wohnungsmarkt-Politik? Wir gehen geäußerten Vorwürfen nach und überprüfen, ob die Mieter-Situation in Nürnberg wirklich so prekär ist – und falls ja, was die Gründe dafür sein könnten.




Wie viel kostet das Wohnen in Nürnberg? Aktuelle Zahlen

In Nürnberg diskutiert man Fälle wie den einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern, die aus Geldgründen gezwungen ist, trotz Schimmelbefall in einer kleinen Wohnung zu leben. Eine echte Alternative scheint es auf dem sehr angespannten Immobilien-Markt in Nürnberg derzeit nicht zu geben – zumal nicht in einer eher geringen Preisklasse, während hochpreisige Wohnungen in Vorzugs-Lagen nach wie vor verfügbar sind.

Die Preise für Wohneigentum seien um 18,5 % gestiegen, sagt das Wirtschaftsreferat. Man folgert daher, dass gerade die einkommensschwachen Familien, Rentner und alleinerziehende, die Bürde einer knappen Wohnraum-Politik tragen müssten, da sie die wenigsten günstigen Alternativen zum Wohnen sähen und die schlechtesten Angebote bekämen. Besonders Hartz-4-Empfänger könnten in Nürnberg fast keine Wohnung finden, heißt es. In gewisser Weise ist diese Situation ubiquitär und trifft nicht nur auf Nürnberg zu, sondern auf ganz Deutschland, wo sich insgesamt seit 2017 eine gestiegene Nachfrage nach Wohnungen durch eine rasante Preissteigerung bemerkbar macht, mit entsprechenden Nachteilen für Arme.

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Doch neu für Nürnberg ist, dass sich die Probleme auch hier etablieren, wo man nicht unbedingt damit gerechnet hat. Auch Miet-Wucher hat es, Anwohnern zufolge, früher selten gegeben, da die kleine Stadt mit ihrer überschaubaren Innenstadt eine gewisse soziale Kontrolle gewährleistete und die Menschen sich untereinander kannten, was oft rücksichtslose soziale Vorteilnahme ausschloss.

Diese vorteilhafte Situation scheint sich aber nun geändert zu haben, behauptet die Reportage, die auch Vermieter-Terror, falsche Aussagen in Annoncen und bei Interessenten-Führungen in Wohnungen und verweigerte Mietminderung trotz Mietschäden thematisiert. Manche Wohnungen in Nürnberg kosten heute sogar schon so viel oder mehr als in der Landeshauptstadt München: Quadratmeterpreise bis zu 20 EUR oder mehr sind nicht selten.




Wohnungsnotstand, überteuerte Mieten, Wegzug von sozial Schwächeren in Nürnberg: Was sind die Gründe für die Entwicklung?

Die Situation auf dem Mietmarkt in der beschaulichen Dürer-Stadt Nürnberg, die vielen Touristen durch den alljährlichen Weihnachtsmarkt bekannt ist, scheint sich offensichtlich derzeit merklich zuzuspitzen, bestätigen auch andere Quellen. Für Alleinerziehende und andere einkommensschwache Menschen wird das Wohnen zum Luxus und das Überleben dadurch mehr und mehr zu einer täglichen Sorge. Manche Mieter haben es sogar noch schlechter als die alleinerziehende Mutter in der von Schimmel befallenen Wohnung, über die man in Nürnberg diskutiert hat: durch Vermieter-Willkür müssen einige Nürnberger inzwischen in Notunterkünften hausen.

Ein offensichtliches Problem ist, dass jahrelang sowohl der private Wohnungsbau, als auch der soziale Wohnungsbau seitens der Stadt und Gemeinde massiv vernachlässigt wurde. Dem neuen Ansturm auf Wohnraum ist der Immobilien-Markt in Nürnberg derzeit nicht gewachsen und manche Vermieter sehen ihre Chance, bei Neuvermietungen den Mietzins kräftig zu erhöhen. Diese Dynamik führt zu vielen Kündigungen, welche die angespannte Lage zusätzlich verschärfen.

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Zusammenfassung

Nicht nur Metropolregionen, sondern auch kleinere Städte wie Nürnberg sind längst von der bundesweiten Teuerung in Bezug auf Mieten betroffen. Neulich machte eine Umfrage auf die hohen Mietpreise in Albrecht Dürers Heimatstadt aufmerksam, die für Normalverdiener fast unerschwinglich seien. Bürgerinitiativen fordern daher, dass die Stadt Nürnberg mehr Geld in den sozialen Wohnungsbau investiert – eine Investition, die in den Vorjahren großflächig versäumt wurde.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch ESB Professional
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