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Hohe Mieten? Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) verrät eine Wahrheit über das Haushalts-Einkommen

Redaktion 26. Juli 2020
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In Bezug auf die steigenden Mieten in Deutschland hört man seit Jahren bittere Beschwerden und Rufe nach sozialen oder legalen Maßnahmen, um mehr Ausgleich und soziale Gerechtigkeit zu erschaffen. Doch die Wahrheit ist scheinbar weit von der Dauer-Klage entfernt zu sein – denn zwar steigen die Mieten tatsächlich, doch das monatliche Haushalts-Einkommen ebenfalls. Das ist das Ergebnis einer Studie, welche das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln unlängst durchgeführt hat.

Der Tenor der Untersuchung war, dass die steigenden Mieten mit den steigenden Budgets der deutschen Haushalte Schritt halten – dass also folglich in den meisten Familien die relative Belastung durch Mietzahlungen nicht auffiele. Problematisch seien lediglich die Situationen von Randgruppen wie Geringverdienern, Rentnern, Studenten und Alleinerziehenden.

Im Durchschnitt jedoch würden die steigenden Mieten durch die steigenden Einnahmen der Privathaushalte, Löhne und Gehälter soweit ausgeglichen, dass die überwiegende Mehrheit der Bürger keine Einbußen in ihren täglichen Planungen erleben müsse.




Höhere Mieten versus höhere Einkommen: Die Belastung bleibt gleich

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat kürzlich festgestellt, dass die Relation der Mietzahlung zum verfügbaren Haushaltseinkommen in den meisten Familien in Deutschland gleich geblieben sei. IW hat hierbei die Daten des sozioökonomischen Panels (SOEP) mit Angeboten von Immobilienportalen verglichen und festgestellt, dass die meisten Haushalte sich die gestiegenen Mieten leisten können. Dadurch habe sich die monatliche Belastung relativ nicht erhöht – trotz steigender Mieten.

Anders ausgedrückt: man wohnt zwar teurer, verdient aber auch mehr, und dadurch fielen die höheren Mieten kaum auf. Der Effekt ist, dass auf der Basis dieser Studie die tatsächliche Verhältnismäßigkeit von Mietbelastungen zu Haushalts-Einkommen ent-dramatisiert wird, denn das Wohnen ist, laut IW, keine soziale Frage mehr, da sich die meisten Haushalte nach wie vor ihre vier Wände problemlos leisten könnten.

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Doch die Ergebnisse dieser Studie widersprechen dem Gefühl der meisten Verdiener in Deutschland, denen die monatliche Mietbelastung zunehmende Löcher in die Haushaltskasse zu reißen scheint. Wer hat eigentlich Recht in dieser Debatte, oder was ist wirklich wahr an dieser „gefühlten“ Steigerung der Mietkosten?




Der Deutsche Mieterbund kritisiert die Studie

Der Deutsche Mieterbund ist nicht einverstanden mit den Ergebnissen der Studie. Zwar seien die Zahlen und Daten der IW-Studie auf den ersten Blick korrekt, doch das Forschungsdesign könne irreführend sein und bilde nicht die Realität in vielen deutschen Haushalten ab, lautet die Kritik. Denn zwar sei es zutreffend, dass die Löhne und Gehälter seit der Finanzkrise 2008 in Deutschland stetig angestiegen seien, doch die Mietpreise seien ebenfalls um mehrere Prozent angestiegen, und zwar schneller.

Die Dynamik der Löhne- und Gehälterentwicklung sei also von der größeren Dynamik der Mietpreisentwicklung überholt worden, vor allem in den Zentren. Der Deutsche Mieterbund stellt daher heraus, dass die Studie der IW keine Verbindlichkeit darstelle für alle Haushalte in ganz Deutschland, sondern vielmehr eine lückenhafte Geltung besäße, die eben auf viele Standorte und Regionen nicht zuträfe.

Vor allem wird auch kritisiert, dass die Bilanz dieser Studie – das Wohnen sei angeblich gleichbleibend günstig geblieben – Politiker in Zukunft davon anhalten könnte, das Wohnproblem weiterhin als eine drängende Frage sozialer Gerechtigkeit zu behandeln. Denn das sei es noch immer, unterstreicht der Deutsche Mieterbund, unabhängig von einer Untersuchung, die möglicherweise keine umfassende Berechtigung habe.

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Zusammenfassung

Seit Jahren werden in Deutschland die steigenden Mietpreise in Metropolregionen und zunehmend auch im ländlichen Bereich kritisiert, in der Hauptsache wegen der angeblich verschobenen Relation von Haushalts-Einkommen und Miete. Doch eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sagt aus, dass die steigenden Mieten tatsächlich in sehr guter Relation zu den steigenden Haushalts-Einkünften stünden, die finanzielle Gesamtbelastung also für Viele nicht ansteige. Der Deutsche Mieterbund wehrt sich gegen die Erkenntnisse dieser Untersuchung.




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