LOADING

Type to search

Immobilienmarkt News

Mieten versus Kaufen: Tendenz zugunsten der Miete

Redaktion 29. Oktober 2019
Beitrag teilen:

Die Geschichte der steigenden Mietpreise hat in Deutschland 2019 von sich reden gemacht – Bauunternehmen boomen wie lange nicht mehr, schikanierte Mieter protestieren gegen ständige Erhöhungen des Mietzinses, tausende Wohnungen fehlen vor allem in Großstädten, und die umstrittene Mietpreisbremse in Berlin sorgte im Sommer für erregte Diskussionen. Eine neue Studie belegt jedoch, dass Mieten – trotz der stark gestiegenen Preistendenz – noch immer erschwinglicher seien als die Kaufpreise von Immobilien, die sich erheblich von denen im Vorjahr abheben und weiter im Wachsen begriffen sind.

Diese neue Information ändert das Bild für den Verbraucher: gab es bis vor Kurzem noch Ärgernisse wegen erhöhter Mietpreise, stellt sich mit dem veränderten Kenntnisstand eher die Frage, ob sich der Durchschnittsverdiener noch den Kauf einer Immobilie in deutschen Ballungsgebieten leisten kann. Das Mieten könnte, einer aktuellen Studie zufolge, die preiswertere Alternative zum Kaufen sein.




Die Bundesbank warnt: Immobilien sind bis zu 30 Prozent überteuert

Der große Ansturm auf Wohnungen und Häuser vor allem in den Metropolregionen Deutschlands hat, Experten zufolge, einen Preisruck mit sich gebracht, der nicht mehr verantwortbar und auch nicht rational nachvollziehbar sei, da er nicht mehr auf objektiven Werten beruhe. Die Bundesbank betont, dass in Städten wie München, Stuttgart, Hamburg oder Frankfurt Wohnungen und Häuser um bis zu 30 Prozent teurer seien, als es der offizielle, von Maklern berechnete oder am Immobilienspiegel angepasste Verkehrswert nahelege.

Das bedeutet, dass Mieter im Durchschnitt rund ein Drittel zu viel an Miete zahlen und eine realistische Mietpreisberechnung die Miete um 30 Prozent senken sollte – was aber meist nicht geschieht. Doch die Situation sei für die Käufer von Immobilien noch prekärer als für Mieter, folgert die Bundesbank, denn diese müssten tiefer in die Tasche greifen als zuvor bei ebenfalls um rund 30 Prozent gestiegenen Kaufpreisen. Gerade die Banken seien der gegenwärtig drastisch gestiegenen Nachfrage nach Immobilienkrediten nicht gewachsen, hieß es weiter.

Jetzt lesen :  Überraschendes Ergebnis: Berliner sind mit der Mietsituation zufrieden

Zwar sei die Finanzierungshöhe derzeit mit Zinsen um ein Prozent historisch niedrig und verlocke viele Investoren zur Aufnahme eines Immobilienkredits zum Kauf der Wunsch-Immobilie, doch die Rückzahlungszeit sei sehr lang, und die Banken hätten nun sogar Schwierigkeiten, die zu finanzierenden Kredite zur Verfügung zu stellen. Insgesamt ergäbe sich die Situation, dass das massiv verteuerte Wohnen in deutschen Städten, zusammen mit den historisch niedrigen Finanzierungskrediten für den Verbraucher und damit der gesunkenen Hemmschwelle zur Beantragung, eine Schieflage auch für die Kreditinstitute erbracht hätte.




Eigentumswohnungen sind relativ gesehen teurer als Häuser

Wenn ein Städter eine Wohnung kaufen will, handelt es sich dabei meist um eine Eigentumswohnung, zumal ein ganzes Haus in Metropolregionen selten zum Kauf steht und wenn, nur für Spitzenverdiener mit entsprechender Bonität finanzierbar wäre. Allerdings seien gerade die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr drastisch angestiegen, behauptet auch eine Untersuchung der Firma F & B, Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH. Diese hat einen Preisanstieg in Höhe von stattlichen 5,9 Prozent für Eigentumswohnungen in guter Lage in deutschen Großstädten festgestellt im Vergleich zum Jahr 2018.

Eine durchschnittliche Drei-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad könnte demnach um zehn- bis zwanzigtausend Euro teurer sein als im Vorjahr, ohne dass der Markt sich dadurch beeinträchtigt fühlen würde, da die Nachfrage nach solchen Immobilien konstant bliebe. Das bedeutet auch, dass eine Kaufentscheidung schnell getroffen werden sollte, sofern man den Finanzierungskredit bewilligt bekommt – denn die Tendenz sei weiter steigend.

Jetzt lesen :  Ratgeber Stromanbieterwechsel – 5 Verbrauchertipps gegen Fallstricke

Zusammenfassung

Mieten oder kaufen? Diese Alternative stellt sich für viele Bundesbürger nicht mehr. Eine aktuelle Studie der Bundesbank hat ergeben, dass Immobilien in den meisten deutschen Großstädten um bis zu 30 Prozent überteuert seien – was die Mieten exorbitant hoch, die Kaufpreise jedoch fast unerschwinglich mache, so dass ein Hauskauf für viele Durchschnittsverdiener nicht mehr möglich sei.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Tinnakorn jorruang
Beitrag teilen: