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Miet-Misere an der Isar: München, die unbezahlbare Stadt?

Redaktion 17. Oktober 2019
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Deutschland, Deine Mieten – ein Blick auf die Immobilien-Preise ergibt viele Facetten eines Problems. Im Sommer 2019 hat Berlin in puncto Mieten auf sich aufmerksam gemacht: die sogenannte Mietpreisbremse oder der limitierende „Mietendeckel“, angeregt von der Stadtplanung, war eine der am meisten diskutierten Neuerungen in der Sommerpause. Doch südlicher in der Republik macht derzeit eine andere Stadt von sich reden, was bezahlbaren Wohnraum angeht: München führt erneut die erhitzten Diskussionen an.

Auf dem ehemaligen Paulaner-Gelände sind Neubauten in der Planung, die mit rund 25 Euro pro Quadratmeter selbst für gut verdienende Isar-Metropole-Bewohner beinahe unerschwinglich sind. Das bedeutet umgerechnet, dass hier selbst einfache Single-Apartments mit weniger als 40 Quadratmetern über 1000 EUR inklusive Nebenkosten teuer sein können. Woher kommt der Boom auf Münchens Wohnungsmarkt – und gibt es eine Grenze nach Oben?




Der Immobilienverband (IVD) erklärt Münchens Dilemma

München hatte in den Augen der Deutschen schon immer den Ruf, etwas teurer zu sein – auch in Bezug auf Immobilien und insbesondere in Bezug auf die Mieten, der vermietbarer Wohnraum ist knapp. Doch stimmt diese Wahrnehmung? Offenbar ja. Das Marktforschungsinstitut des renommierten Immobilienverbands Deutschlands (IVD) führt regelmäßig statistische Erhebungen in deutschen Großstädten durch, um die dortigen Durchschnittspreise für Mieten zu erheben und qualitative Unterschiede hinsichtlich des Wohnwerts festzustellen. Noch im Juli 2019 befand der IVD, dass es in München zwar durchweg hohe Mietpreise gäbe, was soweit der allgemeinen Meinung entspräche, diese jedoch insgesamt über Monate stabil geblieben wären.

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Eine tatsächliche Teuerung oder überproportionale Verschlechterung der Lage am Münchner Wohnungsmarkt – wie sie von besorgten Bürgern wahrgenommen wurde – sah das Marktforschungsinstitut nicht. Der Durchschnittspreis für den Quadratmeter Wohnfläche in München läge stabil bei rund 19 Euro, was hoch, aber nicht höher sei als in den Vormonaten. Ausnahmen würden die gefragten Top-Gegenden Münchens bilden, in denen das Wohnen auch rund 30 Euro pro Quadratmeter teuer sein darf.

Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass die statischen Erhebungen nicht die gesamte Lebenswirklichkeit der Bürger abbilden, sondern diese lediglich auf die Mietpreise reduzieren. Führt man sich vor Augen, dass der lakonische Hinweis des Immobilienverbands darauf, dass Quadratmeter-Preise in der südlichen Hauptstadt der Schönen und Reichen zwischen 20 und 30 Euro rangieren, nur einen Teilaspekt beleuchtet, wird schnell klar, dass eine durchschnittliche Monatsmiete für eine Vier-Zimmer-Wohnung von 100 Quadratmetern zwischen 2500 und 3000 Euro kosten kann.

Wer sich diese Ausgaben für das Wohnen leisten kann, sollte mindestens das Dreifache verdienen, um seine sonstigen Lebenshaltungskosten wie Versicherung, Lebensmittel, Mobilität und Kleidung oder Freizeitaktivitäten begleichen zu können.

Wer kann sich die Isar-Metropole noch leisten?

Im Münchner Welfengarten, auf dem ehemaligen Paulaner-Gelände, entstehen  über 290 neue Wohnungen, um dem gestiegenen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Bayerns Hauptstadt zu entsprechen. Allerdings liegen diese neuen Wohnungen, die ab November besichtigt werden können, nach Aussicht der Bauträger deutlich über dem Durchschnittswert für Mieten laut Immobilienverband. Mit zwischen 25-27 Euro pro Quadratmeter kostet hier ein Single-Apartment schnell knapp unter 1000 Euro – und das ist ein weit höherer Preis, als es selbst in München durchweg üblich wäre.

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Argumentiert wird durch den „guten Wohnwert“, den die neuen Immobilien durch ihre zentrale Lage und die gute Nachbarschaft hätten. Offen bleibt jedoch die Frage, ob sich Singles wirklich rund 1000 Euro fürs Wohnen allein leisten wollen – oder ob sie nicht in das Umland abwandern und einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen.

Zusammenfassung

In München sind kostspielige Mieten von rund 20-30 EUR pro Quadratmeter für eine durchschnittliche Wohnung in zentraler Lage inzwischen keine Seltenheit mehr, wie es auch durch ein neues Bauvorhaben am Paulaner-Gelände wirkungsvoll bewiesen wird. Die Frage ist nur, ob der knappe Wohnraum innerhalb der – auch früher schon als teuer verschrienen – Isar-Metropole demnächst für den Normalverbraucher nicht mehr bezahlbar wird.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch f11photo
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