LOADING

Type to search

Mietrecht

Mietrecht aktuell: Wann eine fristlose Kündigung gültig ist

Redaktion 8. Juni 2019
Beitrag teilen:

Jeder Mieter befürchtet sie und versucht sie zu vermeiden: die fristlose Kündigung. Eine fristlose Kündigung im Briefkasten ist zunächst ein Schock für den, der sie erhält. Man möchte sein gewohntes Umfeld erhalten und ist plötzlich zum Umzug gezwungen – das ist erschreckend, und nicht selten wirft man dem Vermieter Willkür vor. Doch nicht immer ist die fristlose Kündigung unbegründet, und in jedem Fall muss sie begründet werden, wenn sie juristisch gültig sein soll. Die Gründe für eine gültige fristlose Kündigung sind zahlreich und beziehen sich auf Mietrückstand, Störung des Hausfriedens oder auch Störung des Verhältnisses zwischen Mieter und Vermieter.

Wer die gefürchtete „fristlose“ vermeiden will, muss durch sein eigenes Verhalten darauf hinwirken, dass das Verhältnis zum Vermieter ein positives ist und bleibt. In den meisten Fällen lässt sich eine fristlose Kündigung durch pünktliches Zahlen der Miete, Einhalten der allgemeinen Hausordnung und ein günstiges Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter vermeiden.




Ab morgen raus: Wann eine „fristlose“ Kündigung gültig ist

Der Vermieter darf fristlos kündigen, wenn folgende Gründe vorliegen: der Mieter zahlt die Miete nicht, er zahlt die Miete nicht pünktlich, er stört den Hausfrieden, er lässt Dritte in seiner Wohnung wohnen oder er betreibt ein Gewerbe in seiner Mietwohnung. Alle diese Gründe rechtfertigen in den Augen deutscher Richter die fristlose Kündigung im Mietrecht. Beim Nichtbezahlen oder beim ständigen späten oder unpünktlichen Zahlen der Miete handelt es sich, juristisch gesehen, um eine „schwerwiegende Vertragsverletzung“. Dadurch wird der Mietvertrag zwischen Mieter und Vermieter nichtig, indem der Mieter die Vertragsklauseln verletzt hat.

Jetzt lesen :  Mietrecht: Härtefälle bei Eigenbedarfskündigungen werden komplizierter

Auch die Störung des Hausfriedens, zum Beispiel durch ständigen Lärm, kann ein gültiger Grund. Allerdings muss in solchen Fällen vorher schriftlich abgemahnt werden. Auch unterscheiden Richter, ob es sich um schwerwiegende Belästigung handelt: wenn Sie einmal im Jahr eine Party feiern, kann dies kaum ein gültiger Kündigungsgrund sein, zumal wenn Sie andere Bewohner des Hauses im Vorfeld informiert haben. Stören Sie jedoch ständig den Hausfrieden, indem Sie etwa montags bis freitags im Treppenhaus Dudelsack spielen, muss dies Ihr Vermieter nicht hinnehmen und kann Ihnen, völlig zu Recht, eine fristlose Kündigung zustellen lassen.




Die „außerordentliche fristlose Kündigung“ und ihre Voraussetzungen

Sonderfall außerordentliche fristlose Kündigung: diese ist ab sofort gültig (auch ohne vorherige Abmahnung) und zwar dann, wenn juristisch gesehen für den Vermieter „eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unzumutbar geworden ist“. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Mietverhältnis für den Vermieter unzumutbar geworden ist, weil das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter unwiderruflich zerrüttet ist. Diese Zerrüttung im Binnenverhältnis kann zum Beispiel geschehen durch eine Beleidigung des Vermieters oder sogar durch einen tätlichen Angriff auf den Vermieter durch den Mieter – bei Straftaten des Mieters darf der Vermieter sofort auf dem Auszug bestehen.

In diesen Fällen sagt der Richter: das Mietverhältnis ist für den Vermieter unzumutbar und dadurch liegt eine besonders schwerwiegende Vertragsverletzung vor. Es ist also im Sinne des Mieters, auch bei Streitigkeiten stets höflich zu bleiben, denn einen Vermieter zu beleidigen, strapaziert nicht nur das zwischenmenschliche Verhältnis, sondern hat auch schon manches Mietverhältnis frühzeitig beendet.

Jetzt lesen :  Berlin: Vermieten der eigenen Wohnung an Feriengäste wird künftig einfacher

Fazit

Fristlose Kündigungen kann man meist vermeiden, wenn man den Mietvertrag respektiert und alle Klauseln zur Zahlung der Miete und zur Hausordnung beachtet. Auch die gefürchtete außerordentliche fristlose Kündigung kann in den meisten Fällen vermieden werden, wenn man sich gegenüber dem Vermieter korrekt verhält.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Indypendenz
Beitrag teilen: