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Mietsteigerungen ohne Ende: Corona stoppt nicht den Aufwärtstrend auf dem Immobilienmarkt

Redaktion 4. August 2020
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Deutschland im März 2020 war ein unsicheres Land: der Ausnahmezustand durch die globale Pandemie brachte Kleinunternehmer in Schwierigkeiten und Teile des öffentlichen Lebens ins Stocken. Namhafte Prognostiker aus der Wirtschafts- und Immobilienbranche sagten voraus, dass die Corona-Pandemie auch in Bezug auf den vormals boomenden Immobilienmarkt schwerwiegende Auswirkungen haben würde. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) prognostizierte düster, es würde durch die vermehrte Kurzarbeit zu Engpässen in den Mietzahlungen und effektiv zu einer Renditeschwächung kommen.

Nicht ganz zu Recht, stellt sich jetzt, knapp ein halbes Jahr später, heraus, denn die von manchen Experten erwarteten Einbrüche auf dem Immobilienmarkt sind ausgeblieben. Die Bilanz sieht heute so aus: zwar gab es vorübergehend einige Schwankungen auf dem Immobilienmarkt, vor allem bei Neuvermietungen, doch grundsätzlich ist die Situation der Mieten stabil geblieben, vor allem in den Ballungszentren Deutschlands. Was die Käufe und Verkäufe angeht, ist sogar ein Plus zu verzeichnen, denn die Investition in Stein lockt mehr und mehr Käufer. Ein Blick auf die Post-Corona-Situation auf dem deutschen Immobilienmarkt und ein kleiner Hinweis auf das, was uns in Zukunft erwarten könnte.




Was stabil geblieben ist

Die aktuelle Analyse des bekannten Hamburger Gewos Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung zeigt, dass die Mieten in Deutschland in den meisten Städten und Metropolregionen (Hamburg Stuttgart, München, Berlin, Frankfurt) seit Frühjahr 2020 ungefähr gleich geblieben sind, trotz Pandemie. In Berlin insbesondere muss man ergänzen, trotz Mietpreisbremse, denn effektiv haben sich die Mieten dadurch für die meisten Mieter und Vermieter nicht auf einem niedrigeren Niveau etabliert. Denn oft haben die Vermieter als Vergleichsreferenz für ihre Mieten einfach höhere Mietsätze angegeben und konnten dadurch Mietsteigerungen legitimieren, trotz der umstrittenen politischen Reform.

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In allen anderen Städten und Ballungsräumen hat das älteste und härteste Gesetz des Marktes dazu geführt, dass die Mieten gleich hoch bleiben durften: Angebot und Nachfrage haben die Finanzen stabilisiert. Denn das chronische Unterangebot an verfügbaren Wohnungen gerade in Ballungsräumen hat auch in Corona-Zeiten viele Interessenten auf dem Mietmarkt dazu veranlasst, hohe oder sogar höhere Mieten für das verknappte Gut einer eigenen Wohnung zu zahlen. Es beweist sich auch hier die volkswirtschaftliche Wahrheit: das klassische ökonomische Prinzip der Verknappung steigert den Wert einer Ware, und das sogar in Ausnahmesituationen und unter anderen ungewöhnlichen Umständen.




Was sich verändert hat

Die Entwicklungstendenz der Preise auf dem deutschen Immobilienmarkt (oder auf Immobilienmärkten weltweit) ist niemals statisch, sondern dynamisch. In der Tat hat es in Deutschland im April 20230 einen kleinen Knick in der Aufwärtsentwicklung der Immobilienpreise gegeben, referiert die Gewos-Geschäftsführerin Carolin Wandzik. Allerdings sei das nur ein sehr kurzer, vorübergehender Effekt gewesen, und sie rät davon ab, von einem „Corona-Effekt“ zu sprechen, denn ähnliche Schwankungen habe es in den Vorjahren aus verschiedenen anderen Gründen auch gegeben.

Die aktuelle Situation zeichnet sich nicht durch Preisverfall, sondern erneut durch einen Preisanstieg aus. Konkret sieht dieser Preisanstieg für Mietwohnungen so aus, dass Angebotsmieten für Bestandswohnungen in deutschen Metropolregionen im zweiten Quartal 2020 auf durchschnittlich 7,47 Euro je Quadratmeter geklettert seien, das bedeutet ein Zuwachs von 0,8 Prozent zum ersten Jahresviertel und von 3,6 Prozent zum zweiten Quartal 2019. Auch die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen seien pro Quadratmeter, je nach Region in Deutschland, über 2100 Euro pro Quadratmeter deutlich angestiegen und beweisen das anhaltende Interesse an Immobilienbesitz.

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Zusammenfassung

Der im Frühjahr 2020 von vielen deutschen Immobilien-Experten und wirtschaftlichen Forschungsinstituten befürchtete Abwärtstrend der Mietentwicklung durch Corona ist ausgeblieben. Stattdessen beweist eine neue Bilanz der Situation auf dem Markt, dass die Mieten stabil geblieben sind, gerade in den Ballungszentren, und dass sich das Vermieten und der Ankauf eigener Immobilien in Deutschland noch immer lohnt – vielleicht gerade jetzt.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Grand Warszawski
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