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Nebenkosten beim Hauskauf: Welche Sonderausgaben kommen auf Sie zu?

Redaktion 30. März 2021
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Viele stolze Eigenheim-Käufer wundern sich, dass die erfolgreiche Verhandlung mit dem Verkäufer oder Makler und anschließend der Gang zum Notar nicht das Ende des Erwerbsprozesses darstellt. Im Gegenteil, es folgt die Notarrechnung, sowie die Hand des Finanzamts, welche die Grunderwerbssteuern einkassiert. Je nach Bundesland und Immobilientyp können auch zusätzliche, weitere Kosten auf den Käufer zukommen.

Wie hoch sind die Nebenkosten beim Hauskauf? Wir haben im Folgenden eine kleine Übersicht verfasst, die allen Eigenheimbesitzern in spe mehr Klarheit über dieses wichtige Thema verschafft. Denn wer die Höhe der Nebenkosten beim Hauskauf realistisch einschätzen kann, weiss genau, welchen Kreditbetrag er braucht und in welcher Höhe die Finanzierung durch die Bank gedeckt sein muss.



Kostenfalle Erwerbsnebenaushaben: Was kommt zum Kaufpreis hinzu?

Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung kauft, muss in Deutschland folgende Kosten zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis der Immobilie tragen: Notarkosten mit Grundbucheintrag, Grunderwerbssteuer, Grundsteuer, Maklerprovision, eventuell Gutachterkosten, sowie anfällige Versicherungen. Je nach Bundesland variieren diese Nebenkosten jedoch ganz erheblich, da die einzelnen Posten, aus denen sie sich zusammensetzen, unterschiedlich dotiert werden.

In manchen Bundesländern ist zum Beispiel die Grunderwerbssteuer sehr niedrig, in anderen hoch – das kann beim Kauf eines Einfamilienhauses oder einer hochpreisigen Eigentumswohnung in der Stadt eine stolze fünfstellige Summe ausmachen. Sehr niedrig ist die Grunderwerbssteuer in Bayern und Sachsen mit nur 3,5 Prozent des Kaufpreises. Am höchsten aber, nämlich fast doppelt so hoch, ist die Grunderwerbssteuer mit ganzen 6,5 Prozent in den Bundesländern Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und im Saarland.

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Wann wird die Grunderwerbssteuer fällig? Sehr zeitnah nach dem Kauf einer Immobilie. Als neuer Eigentümer müssen Sie die Grunderwerbsteuer spätestens einen Monat nach dem Steuerbescheid des zuständigen Finanzamts bezahlen und haben keine Aufschubsfrist. Insofern planen kluge Hauskäufer im Voraus und legen sich die nötige Summe für die fälligen Grunderwerbssteuern schon beim Abschluss des Kaufvertrags zurück.

Was sich ebenfalls von Bundesland zu Bundesland unterscheiden kann, ist die Regelung der Beteiligung von Käufer und Verkäufer an der Maklerprovision. Je nachdem, ob die gesetzliche Regelung Ihres Bundeslands eine anteilige Beteiligung an der Maklerprovision vorsieht, schlagen auch diese Kosten beim Kauf einer Immobilie mit drei bis sechs Prozent des Kaufpreises zu Buche. Es gibt allerdings bundesweit etwas Erleichterung bezüglich der totalen Höhe dieses Kostenpunkts: seit dem 23. Dezember 2020 ist überall in Deutschland das „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ gültig.




Es schreibt seitdem vor, dass Käufer von Immobilien künftig maximal die Hälfte der Maklerprovision übernehmen müssen, was in vielen realen Fällen eine Entlastung darstellt.  Ein anderer Kostenpunkt, wie der Notar und Grundbucheintrag – ein wichtiger Schritt, der sie faktisch und rechtlich zum Eigentümer macht – ist bundesweit mit 1,5 Prozent vom Kaufpreis einheitlich geregelt. Die Grundsteuern werden im Gegensatz zu anderen Nebenkosten nicht einmalig, sondern vierteljährlich fällig und sind von den Bestimmungen der Kommune abhängig.

Die Kosten für Gutachter sind nicht obligatorisch, sondern fakultativ, denn es ist in Deutschland nicht rechtlich verpflichtend, als Käufer einer Immobilie einen Gutachter hinzuzuziehen, doch es empfiehlt sich oft, um gerade bei Bestandsimmobilien den aktuellen Verkehrswert und die Situation der Bausubstanz korrekt einzuschätzen.

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Sonderfall Hausbau: Das sind die Zusatzkosten

Deutschland ist eine Nation der Bauherren, wenn man den europäischen Vergleich bemüht. Doch der Traum vom eigenen Heim, das ganz nach den persönlichen Wünschen gestaltet ist, endet oft abrupt mit der Bekanntgabe der zusätzlichen Kosten, die neben den Ausgaben für Grundstück und Architekt und den Gewerbekosten zum schmucken Eigenheim hinzukommen. Unter „Erschließungskosten“ verbergen sich in vielen Gegenden die Ausgaben für die Erschließung von Strom, Wasser, Gas und Telefon.

Was sich zudem auf jeden Fall empfiehlt, sowohl für Hauskäufer als auch für Bauherren, ist der Abschluss schützender Versicherungen fürs Hab und Gut, sowie auch zum Schutz der eigenen Arbeitskraft, denn die Kreditverträge müssen auch in Zukunft sicher abbezahlt werden können. Eine Risiko-Lebensversicherung sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind sinnvoll. Typische weitere Versicherungen wie Gebäudeversicherung, Brandschutzversicherung, sowie Haftpflichtversicherung und auch Hausratversicherung zum Schutz bei Einbruch kommen hinzu.

Zusammenfassung

Die sogenannten Erwerbsnebenkosten beim Hauskauf sind in Deutschland recht hoch und können je nach Bundesland zwischen 10 und 15 Prozent des Kaufpreises betragen. Wer vorhat, ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu erwerben, sollte sich rechtzeitig über Notarkosten zum Grundbucheintrag, Grundsteuern, nötige Versicherungen, Beteiligung an der Maklerprovision und die Grunderwerbssteuern informieren, damit er nach dem Ende der Kaufverhandlungen nicht eine unangenehme Überraschung erlebt.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Roman Samborskyi
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