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Streit ums Recht? Der Ombudsmann für Immobilien hilft bei Querelen zwischen Bauherren und Bank

Redaktion 15. September 2020
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In Berlin gibt es eine innovative Hilfe für Bauherren, die in Streit mit ihrer Bank geraten sind – aber auch für Immobilienbesitzer, die Renditeobjekte vermieten und dabei mit ihren Mietern ums Recht diskutieren. Da die Rechtslage in Deutschland kompliziert ist und auch erfahrene Privatleute als Investoren nicht immer über alle Neuigkeiten informiert sein können, der Gang zum Gericht jedoch teuer und zeitraubend sein kann, existiert nun eine unbürokratisch schnelle, aber kompetente Hilfe.

In der konkreten Praxis des Rechts sieht das so aus: den Berliner Verbrauchern seit Anfang 2017 der „Ombudsmann Immobilien IVD/VPB – Grunderwerb und -verwaltung“ zur Verfügung. Die vom deutschen Bundesamt für Justiz anerkannte Berliner Schlichtungsstelle wird vom Verband Privater Bauherren (VPB) und dem Immobilienverband Deutschland IVD gemeinsam betrieben.

Seit dem 1. Juli 2020 ist nun Kai-Peter Breiholdt, ein bekannter Rechtsexperte im Immobilienrecht und Fachanwalt für Mietrecht und WEG-Recht, der neue Ombudsmann von IVD und VPB. Er ist der juristische Nachfolger von Wolfgang Ball, der zuvor der Schlichtungsstelle vorgestanden hat. Im Folgenden wird seine konkrete Arbeit vorgestellt – die Hilfe durch den Paragrafendschungel für Immobilien.




Was macht ein Ombudsmann für Immobilien?

Ombudsleute sind generell aus dem Sport, den Medien und der Wissenschaft bekannt. Sie sorgen durch ihr gleichsam wie eine professionelle Mediation geschehendes Eingreifen für eine außergerichtliche Einigung zweier Parteien und können damit der sie beauftragenden Organisation oder auch dem Privatbürger viel Geld und Aufwand ersparen, aber auch die komplexe Arbeit der Gerichte erheblich verschlanken, welche derart seltener beansprucht werden.

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In Bezug auf Immobilien, können Ombudsleute zwischen Finanzierern und Bank, oder zwischen Vermietern und Mietern kurzfristig außergerichtliche Einigungen hervorrufen und dadurch viele Rechts- und Sachlagen erheblich entspannen. Die Ombudsstelle spielt klar nach den rechtlichen Regeln und dient daher wie eine Art Gütesiegel für den Verbraucher, der beruhigt sein kann, dass hier eine kompetente und nicht einseitig interessegeleitete Beratung geboten wird. Daher steht die Schlichtungsstelle für Verbraucherschutz in Immobilienfragen und für die Rechtsexpertise, und diese beiden Faktoren bedeuten einen Vertrauensgewinn.

Wenn das Recht Not tut

In welchen Fällen wird der Ombudsmann für Immobilien tätig, und wie sieht seine Arbeit konkret aus? Grundsätzlich möchte die Schlichtungsstelle für Immobilien durch ihre Erfahrung im Immobilienrecht, speziell auch im Mietrecht, Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern gütlich beilegen helfen. Auch eine Problematik zwischen Finanzierern eines Hauses oder einer Wohnung und der sie beratenden Bank kann in vielen Fällen durch die Vermittlung eines Ombudsmanns zufriedenstellend geregelt werden, ohne dass erst ein Richter eingeschaltet werden muss.




Hiervon profitieren besonders Privatinvestoren, die – anders als Großinvestoren – bei Banken oft wenig Gehör finden, oder über keine eigene Rechtsabteilung verfügen, welche ihnen hilft, die einzelnen Paragrafen im Vorfeld zu prüfen. Darüber hinaus können gerade auch private Bauherren von der Schlichtungsstelle beraten werden, wenn sie Probleme mit Firmen, wie Handwerkern und Energieunternehmen, im Bereich des Vertragsrechts haben.

Diese kompetent vermittelnde Dienstleistung im Sinn von Verbraucher und Recht scheint gut anzukommen, denn die Nachfrage nach Beratung und Mediation im Streitfall ist konstant hoch. Der neue Vorsitzende „Immobilien IVD/VPB – Grunderwerb und -verwaltung“, Kai-Peter Breiholdt, hat in der kurzen Zeit seines Amtes aktuell, im September 2020, schon eine Vielzahl von Rechtsfällen Erfolg durch außergerichtliche Einigung beilegen lassen können. Diese erfolgsorientierte Vorgehensweise ist sowohl verbraucherfreundlich, als auch rechtskonform, und könnte in naher Zukunft wohl auch anderorts als in Berlin Furore machen.

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Zusammenfassung

Wenn es ums Bauen und Wohnen geht, gibt es immer häufiger Streit. Der hohe Vermögenswert der Investition, sowie die sich drastisch ändernde Gesetzeslage spielen eine Rolle bei der zunehmenden Verunsicherung des Rechts. In vielen Fällen hilft der seit 2017 in Berlin eingesetzte Ombudsmann für Immobilien, Streitigkeiten außergerichtlich – also mit minimalem Zeit- und Kostenaufwand – zu bereinigen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Poungsaed-Studio
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