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Immobilienmarkt News

Der post-pandemische Immobilienmarkt ändert sich drastisch

Redaktion 11. September 2020
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Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Arbeitsmarkt sich gewandelt – und mit dem Arbeitsmarkt auch der Immobilienmarkt. Space-Sharing und Co-Working, sowie das allgegenwärtige Homeoffice, begründen eine neue Kultur der Arbeitswelt und damit auch eine massive Umstrukturierung der Immobilienmärkte. Denn Büroflächen – bisher eine sichere Anlage im Portfolio jedes Investors – werden zu nehmend weniger gebraucht und auch seltener am Markt gehandelt.

Wegen der Pandemie haben Unternehmen wie Siemens, Facebook und Deutsche Bank und viele andere ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitsmodelle angeboten – ein Angebot, das scheinbar alternativlos war und auch dem Bedarf der Mitarbeitenden entgegenzukommen schien. Allerdings hat sich in der Folge der Monate seit März 2020 ergeben, dass längst nicht jeder Mitarbeitende die Möglichkeit hat, von zuhause aus zu arbeiten.




Homeoffice funktioniert nicht überall…

Zu kleiner Wohnraum in der eigenen Immobilie, keine eigene Bürofläche, ein Mangel an heimischer Infrastruktur (Drucker, Scanner, Mikrofon) zuhause, sowie ein Fehlen von konzentrationsfördernder Ruhe hat bei Vielen dazu geführt, dass das zuerst begrüßte Modell Homeoffice zuletzt auch als hochgradig frustrierend empfunden wurde. Zusätzlich trug zusätzlich der Mangel an persönlichem Kontakt mit Kollegen und Kolleginnen dazu bei, dass viele Mitarbeitenden zunehmend Unzufriedenheit mit dem Modell Homeoffice anmeldeten und sich eine andere Arbeitsweise wünschten.

Eine Umfrage innerhalb großer Konzerne ergab vor kurzem, dass die Face-to-Face-Kommunikation als soziales Element am Arbeitsplatz bei Homeoffice völlig verloren gehe und von einer überwiegenden Mehrheit der Mitarbeitenden als massiver Verlust empfunden wurde. Doch was ist die Lösung für dieses Dilemma, das sich zwischen geringer Bürofläche im Eigenheim, schlechter Infrastruktur fürs professionelle Arbeiten und zunehmender sozialer Vereinsamung entspinnt?

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Ein Zurück zum ursprünglichen Arbeitsmodell mit festen Präsenzzeiten am Arbeitsplatz scheint jetzt unmöglich. Eine, wie auch immer geartete, neue Organisation von Arbeitszeiten und Arbeitsweisen würde in jedem Fall auch den Immobilienmarkt betreffen, der – gewohnt schwerfällig und statisch – auf das Problem der flexiblen Arbeitsweisen reagieren müsste.

…doch Co-Working und Space-Sharing sind Modelle der Zukunft

Die Firma Catella hat nun auf die Misere mit dem Modell von Homeoffice mit einer Analyse der Immobiliensituation reagiert, indem sie Verkehrswerte von Büroflächen verglich und Prognosen anstellte. In Deutschland ist Catella in vier Segmenten aktiv: Corporate Finance, Asset Management, Projektentwicklung und Immobilienfonds.  Sie kommt zu dem Schluss, dass das neue „digitale Selbstbewusstsein“ der Konzerne nicht nur die Arbeitsmodelle verändern wird, sondern auch die Nutzung von Immobilien und Büroflächen im Allgemeinen drastisch wandeln muss.




Zum einen können bereits vorhandene Flächen in Büroimmobilien anders genutzt werden: die Nachfrage nach Co-Working-Plätzen und Meeting-Räumen zum Face-to-Face-Kontakt mit anderen Mitarbeitenden steigt. Allerdings kann eine solche veränderte Nachfrage in großen Konzernen noch intern geregelt werden, indem vorhandene Flächen umgestaltet und umverteilt werden. Bei kleineren Unternehmen mit weniger Fläche zur Verfügung für die Mitarbeitenden kann der Nachfrage nach flexiblen Arbeitsmodellen mit gleitenden Zeiten und übergreifender Raumnutzung jedoch natürlich nicht durch vorhandene Ressourcen entsprochen werden.

Hier würden sich in naher Zukunft Zukäufe von zusätzlichen Büroflächen, jedoch auch individuelle Modelle von Space-Sharing anbieten. Das könne in der Praxis so aussehen, dass Unternehmen sich an der Miete für geteilte ausgelagerte Büroräume beteiligen der diese ganz übernehmen, während die Mitarbeitenden dort professionell arbeiten und sich mit Kollegen und Kolleginnen vernetzen können. Die neue Arbeitswelt wird dezentral – und der Immobilienmarkt muss darauf reagieren. Noch sei es nicht absehbar, ob das Segment Büroimmobilie im Wert steigen oder fallen wird, jedenfalls sollten Investoren diese Entwicklung im Blick behalten.

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Zusammenfassung

Aufgrund der Corona-Pandemie und der anhaltend ungewissen Entwicklung sind immer mehr deutsche Unternehmen dazu übergegangen, ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitsmodelle anzubieten mit Homeoffice, Space-Sharing und Co-Working. Dieser Trend wird anhalten, prognostizieren aktuell mehrere Experten aus der Wirtschafts- und Immobilienbranche. Daraus folgt, dass der Verkehrswert von Büroimmobilien sich mittelfristig ändern wird, was Investoren in ihrer Planung berücksichtigen müssen.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch fizkes
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