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Studie zeigt: „Serviced Apartments“ für Rentner könnten mehr Wohnraum freigeben

Redaktion 9. Juni 2020
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Der Wohnungsmarkt ist angespannt, vor allem in Großstädten. Eine neue Studie zeigt nun, wo mehr Potenzial für Wohnraum steckt – bei den alleinstehenden Ruheständlern. Denn die Hälfte von ihnen wohnt auf rund 100 Quadratmetern. Viel zu groß für so manchen Senior: Jeder zweite Deutsche wäre bereit, im Alter auf die große Wohnung zu verzichten. Doch es fehlt an Alternativangeboten und Umzugsreizen.

Potenzial für mehr als zehn Millionen Quadratmeter Wohnraum

Dass Millionen Quadratmeter Wohnfläche frei werden könnten, wenn umzugswillige Senioren aus ihren zu groß gewordenen Wohnungen und Häuser in kleinere, altersgerechte Wohnungen ziehen würden – das hat eine repräsentative Befragung „Neues Wohnen 2020“ des Forschungsinstituts YouGov im Auftrag des Wohnungsentwicklers Pantera aktuell ergeben. Damit macht die Studie auf eine große Wohnraumreserve auf dem angespannten Wohnungsmarkt aufmerksam.




Ende April wurde 2095 Personen befragt, die Ergebnisse gewichtet und gelten als repräsentativ. Demnach sei jeder zweite Deutsche bereit, sich im Alter wohnlich zu verkleinern, wenn es die richtigen Angebote gäbe. Statistiken ergaben, dass jeder zweite alleinstehende Immobilieneigentümer derzeit durchschnittlich auf 100 Quadratmeter Wohnfläche lebe, bei den Mietern seien es im Durchschnitt 63,3 Quadratmeter.

„Wenn ältere Menschen in Deutschland angemessene Angebote zum Umzug in kleinere Wohnungen bekommen, kann durch Aus-, An- oder Umbauten in frei werdenden Häusern oder Wohnungen allein in Städten wie Hamburg oder Berlin rund eine Million Quadratmeter neuer Wohnraum entstehen“, kommentiert Michael Ries, Vorstand des Immobilienentwicklers Pantera in der Pressemitteilung diese Zahlen. Bundesweit könnte so Wohnraum von mehr als zehn Millionen Quadratmeter auf dm Wohnungsmarkt frei werden.

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Warum Senioren in großen Wohnungen allein bleiben

Ältere Menschen und Rentner bleiben meist nach dem Auszug der Kinder und dem Tod des Partners in der einst gemeinsamen Wohnung. In vielen Fällen spielen emotionale Bindungen eine große Rolle. Aber auch finanziell lohne sich der Umzug in eine kleinere Wohnung aufgrund der steigenden Mietkosten nicht. Für die Wahl des Alterssitzes gelten laut der Befragung angemessene Wohnkosten für 79 Prozent der Teilnehmer als wichtigstes Kriterium.

Daher leben der Studie zufolge Senioren auf durchschnittlich etwa 20 Quadratmeter mehr Wohnfläche als andere Teile der Bevölkerung – trotz hoher Umzugsbereitschaft. Vor allem in Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein ist diese Bereitschaft der Studie zufolge am höchsten.



Service-Apartments stoßen auf großes Interesse

Doch es fehlt offenbar an attraktiven Angeboten für alleinstehende Rentner auf dem Wohnungsmarkt. Der Umfrage zufolge wünschen sich 26 Prozent einen Alterssitz in ländlicher Umgebung, 22 Prozent in einer Kleinstadt und 18 Prozent in der Großstadt. Spaziermöglichkeiten im Grünen, fußläufige Einkaufsmöglichkeiten und breite ärztliche Versorgung sind weitere wichtige Wünsche.

„Bietet man diesen Menschen durch passgenaue Projektentwicklungen attraktive Alternativen auf kleinerem Raum, kann in den bisher genutzten Immobilien insbesondere für größere Familien neuer Wohnraum geschaffen werden“, schlussfolgert Ries aus der Umfrage.

Sogenannte „Serviced Apartments“ könnten demnach ein attraktives Angebot sein. Denn 54 Prozent der Deutschen könnte sich vorstellen, in solch einer Ein- bis Dreizimmerwohnung im Alter zu wohnen, bei denen dazu buchbare Dienstleistungen das Rentnerleben erleichtern: wie beispielsweise Reinigungs- und Wäscheservice, Einkaufshilfen oder Notfallüberwachung. Ca. 25 Prozent lehnen dies ab, rund 20 Prozent sind noch unentschieden. Auch hier liegen Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein an der Spitze des Interesses.

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„Aus diesem Ergebnis lässt sich ermitteln, welche Städte am stärksten neuen Wohnraum schaffen könnten, wenn sie älteren Mitbürgern gezielt passende Angebote zum Umzug in kleinere Wohnungen machen“, erklärt Michael Ries. Größte Chancen ergäben sich daher vor allem in Bremen, Heilbronn, Salzgitter und Saarbrücken.

Zusammenfassung

Millionen Quadratmeter Wohnraum könnte auf dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen, wenn attraktivere Wohnangebote für umzugswillige Senioren geschaffen würden. Das ergab die Studie „Neues Wohnen 2020“ des Forschungsinstituts YouGov im Auftrag des Wohnungsentwicklers Pantera. Vor allem in Bremen, Heilbronn, Salzgitter und Saarbrücken könnte so am stärksten Wohnraum geschaffen werden.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Halfpoint
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