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Auch ohne Krise: Preise für Eigentumswohnungen steigen

Redaktion 28. April 2020
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Nach fast einem ganzen Jahr verhaltener Preiserhöhung steigen die Kosten für eine Eigentumswohnung (und auch für Ein- und Zweifamilienhäuser) auf dem deutschen Immobilienmarkt wieder deutlich an – stärker als Neuvertragsmieten wuchsen. Das meldete Anfang dieser Woche die Beratungsgesellschaft F + B Forschung und Beratung aus Hamburg, die Städte und Gemeinden bei der Aufstellung von Mietspiegeln berät. Grund ist jedoch nicht unbedingt die Corona-Krise.

Deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal

Allein Eigentumswohnungen haben sich laut einer Mitteilung von F+B im ersten Quartal des Jahres 2020 gegenüber dem vierten Quartal in 2019 um 2,8 Prozent verteuert. Bei Ein- und Zweifamilienhäuser ist ein Anstieg um 3,8 Prozent zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Preissteigerung für gekauftes Eigentum noch deutlicher: 6,1 Prozent bei Eigentumswohnungen und 6,9 Prozent bei Eigenheimen.




Doch die Preissteigerung beschränkt sich nicht nur auf Kaufpreise. Auch die Mieten steigen weiter. Die Neuvertragsmieten haben sich im Quartalsvergleich um 0,6 Prozent erhöht, nachdem hier eine zwölfmonatige Stagnationsphase zu beobachten war. Bei Bestandsmieten ist ein leichter Zuwachs von 0,3 Prozent zu sehen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 liegt der Anstieg bei 1,2 Prozent. „Das bedeutet, dass sich die Bestandsmieten auf Jahressicht noch als wachstumsstärker als die Neuvermietungsmieten erweisen“, sagte F+B-Chef Dr. Bernd Leutner im Zuge der Zahlen.

Neuvertragsmieten sind nur noch in 13 von den 50 untersuchten Städten mit den höchsten Mieten gesunken. Im Quartalsvergleich vom 3/2010 zu 4/2019 waren es noch 23 Städte.

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Corona-Krise wirkt hier nicht: Preisanstieg bereits vor Shutdown

Immobilienexperten fragen schnell: Liegt das an der Corona-Krise? Die Hamburger Spezialisten haben mögliche Auswirkungen der Beschränkungen wochenweise analysiert. Ausgewertet wurden die Daten zwischen der 10. und 16. Kalenderwoche des Jahres – also zwischen dem 2. März und dem 19. April. Als Stichtag für die Beschränkungen wird der 16. März betrachtet.

In dieser Zeit schwankten die inserierten Mieten jedoch nur leicht: von -0,2 bis +2,2 Prozentpunkten. „Es lassen sich keine bzw. kaum Corona-Effekte erkennen“, schlussfolgert Leutner. Ähnlich sehen die Ergebnisse für die sieben Topstädte aus – hier lagen die Veränderungen bei -1,4 bis -3 Prozentpunkten.




Krise verursacht Angebotseinbruch: Weniger freie Wohnungen

Auf das Angebot von freien Wohnungen schlug sich die Corona-Krise indes deutlicher nieder. So waren in den ersten Wochen der Krise deutlich weniger Immobilienanzeigen zu finden – besagt die Studie von F + B ebenso.

Im Zeitraum des Shutdowns zwischen dem 2. März und dem 19. April sei die Anzahl der Annoncen für Wohnungen zur Miete um bis zu 38 Prozent zurückgegangen. Zuletzt sei das Minus aber auf 15 Prozent zurückgegangen. In den sieben größten Städten habe der Rückgang der Anzeigen sogar bei bis zu 40 Prozent gelegen (zuletzt noch 11 Prozent).

Als Grund vermuten die Experten zahlreiche aufgeschobene Umzugspläne wegen der Pandemie und ihrer Unsicherheit. Viele wissen nicht, wie es mit Job und Einkommen weitergeht. Zudem haben auch deutlich weniger Wohnungsbesichtigungen aufgrund der Kontaktbeschränkungen stattgefunden.

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Keine vorschnellen Schlussfolgerungen für die Zukunft

Eine Prognose für die Zukunft wollen die Experten jedoch nicht wagen. Stattdessen liegt die Betonung darauf, dass die Auswertung eine Momentaufnahme sei. Vor vorschnellen Schlussfolgerungen oder gar einer Panikmache warnt Leutner daher deutlich.

„Wohnungsmärkte sind auch heute noch eher träge, sodass Indikatoren erst zeitverzögerte Messergebnisse zeigen.“ Jedoch sei klar, dass ein längerer Shutdown und eine Vielzahl an Firmeninsolvenzen sich auch auf Preise und Umzugsverhalten auswirken werden. „Das wird nicht spurlos am Wohnungsmarkt vorbeigehen“, ist das Fazit von F + B.

Zusammenfassung

Die Preise für Eigentumswohnungen und Ein- sowie Zweifamilienhäuser sind wieder deutlich gestiegen – ergab eine Analyse der Beratungsgesellschaft F + B aus Hamburg. Die Corona-Krise habe hier jedoch (noch) keine Effekte hinterlassen – im Gegensatz zum Anzeigenaufkommen. Wohnungssuchende haben zeitgleich weniger Angebote finden können.




Fotoquelle: www.shutterstock.com/de durch Indypendenz
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